Wissenschaftsstadt Darmstadt hat „Preis der Stadt Darmstadt für soziale Verdienste“ vier Personen und einer Gruppe verliehen

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Bürgermeisterin Barbara Akdeniz (Mitte) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern. (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt)
Bürgermeisterin Barbara Akdeniz (Mitte) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern. (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt)

Am Donnerstag, 10. November 2022, hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt den mit insgesamt 2500 Euro dotierten Preis für soziale Verdienste vier Personen und einer Gruppe verliehen.

„Mit der Verleihung des diesjährigen Preises würdigt die Wissenschaftsstadt Darmstadt das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger. Ihre Bereitschaft, sich in einer für viele Menschen und sicher auch für sie selbst schwierigen Zeit freiwillig und unentgeltlich für andere einzusetzen, ist vorbildlich. Ihr Engagement zeigt, wie wichtig Einfühlungsvermögen und soziales Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind“, führte Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz im Rahmen der Preisverleihung aus.

Der Jury zur Verleihung des Preises 2022, die von Bürgermeisterin Akdeniz geleitet wurde, lagen sechs Vorschläge vor. Nach Prüfung dieser Vorschläge entschied die Jury einstimmig, den Preis an Dr. Judith Elbe, Hubert Hübner, Richard Jordan, Amina Sharif Mahamed und die VIPeers unter der Leitung von Andreas Krauß zu verleihen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick

Dr. Judith Elbe hat sich im Rahmen ihrer langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit als Elternbeirätin und Vorsitzende des Hauptelternbeirates für die Interessen der Familien in
Darmstadt eingesetzt. Dr. Elbe engagierte sich unter anderem für die frühkindliche Bildung, für eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, die politische Kampagne „Ein Kind ein Platz“ und die „Gesundheitsförderung in den Kinderbetreuungseinrichtungen, mit dem Schwerpunkt Essen“. Themen, die aus ihrer Sicht einen aktuellen Schwerpunkt darstellten oder in der Elternschaft präsent waren, brachte sie in die Diskussion ein. Zugleich schuf sie in ihrer Amtszeit innerhalb der Elternbeiräte Strukturen, die mit Bezug zu den jeweiligen Themen zu einer Kompetenzorientierung und damit zu konstruktiven Ergebnissen führten.

Hubert Hübner war von Anfang an als Ehrenamtlicher im Erstwohnhaus in der Jefferson-Siedlung aktiv. Bei seinem ersten Einsatz im November 2015 setzte er sich für die Koordination und Betreuung der Waschküchen ein. Je mehr Menschen in der Jefferson-Siedlung lebten, desto stärker brachte sich Hübner ein. Seit 2019 engagiert er sich zusätzlich in den Erstwohnhäusern Haasstraße und Villa Tann. Hier unterstützte er während der Corona-Pandemie die Bewohnerinnen und Bewohner regelmäßig bei einer Online-Wohnungssuche. Er war außerdem beim Erstellen der Bewohnerinnen- und Bewohnerausweise behilflich, übernahm 2016 eine Familienpatenschaft, leistete unzählige Fahr- und Begleitdienste insbesondere bei Arztterminen in Wiesbaden, Mainz, Frankfurt und innerhalb Darmstadts, half bei Bewerbungsschreiben, bei Umzügen, beim Deutschunterricht und bei den Hausaufgaben. Im Rahmen seiner Tätigkeit für die PaSo gGmbh unterstützt er das Projekt zur Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit von psychisch belasteten geflüchteten Menschen. Er hilft außerdem einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Erweiterung ihrer Computerkenntnisse.

Richard Jordan war von 2017 bis 2022 Vorsitzender des Stadtelternbeirats. Auf den Arbeiten seiner Vorgängerinnen und Vorgänger aufbauend entwickelte er den Stadtelternbeirat sowohl intern als auch extern weiter. Intern sorgte er unter anderem durch die Einführung einer Geschäftsordnung, den Aufbau und die Pflege der Website des Stadtelternbeirats www.schulforum.info, die Pflege von E-Mail-Verteilern und eine klare Aufgabenteilung der Stadtelternbeiratsmitglieder für eine Steigerung der Arbeitseffektivität. Mit Blick auf die externe, politische Bedeutung des Darmstädter Stadtelternbeirats führte Jordan regelmäßige Treffen mit Politik und Verwaltung beim staatlichen und beim städtischen Schulamt ein. Durch seine Teilnahme an verschiedenen Gremiensitzungen, wie dem Schulausschuss und der Schulkommission, sorgte Jordan dafür, dass die Stimme Darmstädter Eltern in schulpolitischen Fragen gehört wurde. Hervorzuheben in diesem Kontext sind die Durchführung einer Podiumsdiskussion zur Landtagswahl, Befragungen zu Themen wie Inklusion sowie die Organisation von regelmäßigen Treffen zwischen Schulelternbeiratsvorsitzenden und Stadtelternbeiratsmitgliedern, mit denen er einen regelmäßigen Austausch zwischen verschiedenen Gremien innerhalb der Elternschaft etablierte. Während der Corona-Pandemie informierte Jordan regelmäßig, schnell und zuverlässig die Darmstädter Eltern über aktuelle Entwicklungen und Regelungen.

Amina Sharif Mahamed lebte zuerst in der Jefferson-Siedlung, inzwischen lebt sie in der Villa Tann. Sie engagiert sich selbstständig und ist an keine Trägerstruktur angebunden. Seit ihrer Ankunft in Deutschland unterstützt sie ehrenamtlich Personen vor allem aus der somalischen Community, indem sie diese zu Terminen etwa bei Anwältinnen und Anwälten, bei Ärztinnen und Ärzten, bei Kindergärten sowie bei der Migrations- und Asylberatung begleitet und dort für sie übersetzt. Daneben hat sie sich über Darmstadt hinaus ein europaweites Netzwerk aufgebaut, um Frauen zu unterstützen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Sie begleitet, vermittelt und übersetzt dabei für Frauen, die Beratungsangebote annehmen wollen, die sich für Rekonstruktionsoperationen interessieren und unterstützt sie bei der Suche nach Ärztinnen und Ärzten und der Organisation der Operationen. Ihr Netzwerk reicht bis nach Norwegen, England und Schweden und hilft ihr, Frauen niedrigschwellig und barrierearm zu unterstützen.

Die VIPeers sind – unter der fachlichen Leitung von Andreas Krauß – seit vielen Jahren ehrenamtliche Ansprechpersonen im öffentlichen Raum. Unter der Prämisse, dass die jungen Menschen selbst im Quartier Kranichstein aufgewachsen sind, können sie mit jungen Menschen auf Augenhöhe die Spielregeln im öffentlichen Raum besprechen. Dabei geht es ihnen darum, Verständnis sowohl für die Anwohnerinnen und Anwohner als auch für die Jugendlichen selbst herzustellen. Insbesondere in den letzten drei Jahren während der Corona-Pandemie haben sich die VIPeers sehr für das Miteinander im öffentlichen Raum eingesetzt. In der warmen Jahreszeit war beziehungsweise ist jedes Wochenende eine Gruppe unterwegs in der Orangerie, im Herrngarten, in der Georg-Büchner-Anlage und im Bürgerpark, um den dort feiernden jungen Menschen Angebote zu machen (Spiele, Wasserausschank, Obst) und um mit ihnen über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Angeleitet werden sie dabei von ihrem Jugendhaus-Sozialarbeiter und Mentor Andreas Krauß.

Der Jury zur Verleihung des Preises 2022 gehörten neben Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Akdeniz an: Margit Balß (der PARITÄTISCHE), Edda Haack (Diakonisches Werk), Gudrun Schneider (Caritas-Verband) und Riza Yilmaz (DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt, Abt. Sozialarbeit).

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)