“Gesicht zeigen 2022” in Darmstadt: Feierliche Verleihung der Preise durch OB Partsch

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(Grafik: Weltoffenes Deutschland e.V. )

Oberbürgermeister Jochen Partsch hat am vergangenen Montag in der Centralstation die Preise „Gesicht zeigen!“ für das Jahr 2022 übergeben.

Dieses Jahr erhielt die Evangelische Matthäusgemeinde Darmstadt mit Pfarrer Andreas Schwöbel den Ersten Preis, der mit einem Preisgeld von 1000 Euro verbunden ist. Seit 2015 unterstützt die Gemeinde umfangreich und auf vielfältige Weise Geflüchtete. Die beiden Zweiten Preise wurden an die Aktiven des Bündnisses gegen Rechts Darmstadt sowie die Engagierten von Catcalls of Darmstadt verliehen, die jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten.

Oberbürgermeister Jochen Partsch betont die Bedeutung von Zivilcourage und Engagement vor dem Hintergrund der multiplen gesellschaftlichen Krisen, in denen wir uns derzeit befinden: „Noch nie waren so viele Menschen weltweit auf der Flucht wie heute. In diesen Krisenzeiten ist politisches und soziales Engagement so wichtig wie nie. Es geht darum, die Stimme gegen Rassismus zu erheben. Es geht darum, Menschen, die in Not und traumatisiert sind, die Hand zu reichen und sie zu stützen. Und es geht darum, auf Ausgrenzung und Diskriminierung im Alltag zu achten, sie zu benennen und zu überwinden. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen auch stellvertretend für die starke Zivilgesellschaft in unserer Stadt, die sich für Demokratie und Menschenrechte engagiert.“

Der Magistratsbeschluss zur diesjährigen Preisvergabe ist eindeutig. Hier betont der Magistrat in Bezug auf den Hauptpreis die besondere Courage der evangelischen Matthäusgemeinde, die Kirchenasyl für rund 50 Erwachsene und Kinder gewährt hat und in hohem Maße politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit für die Rechte von Geflüchteten und ein weltoffenes Darmstadt leistet. Die Auszeichnung kommt allen Engagierten der Gemeinde zu Gute und würdigt ihren Pfarrer Andreas Schwöbel, der im Frühjahr 2023 den Ruhestand antritt.

Mit dem Bündnis gegen Rechts Darmstadt wird eine Gruppe ausgezeichnet, die seit über zwei Jahrzehnten wichtige Vernetzungsarbeit zwischen antifaschistisch orientierten Organisationen und Einzelpersonen in Darmstadt leistet. Immer wieder formuliert das Bündnis in öffentlichen Widerspruch gegenüber rechtsradikalen und rechtspopulistischen Aktivitäten.

Innovativ geht die Initiative Catcalls of Darmstadt in ihren Aktionen vor. Ihre Mitglieder kreiden, im wahrsten Sinne des Wortes, Sexismus und sexistische Übergriffe im Alltag an, indem sie die Schilderungen von Übergriffen an den Orten mit Kreide auf die Straße schreiben, an denen sie stattgefunden haben. Die Initiative macht auf eine moderne und kreative Art und Weise das Thema Sexismus und Diskriminierung im öffentlichen Raum sichtbar.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert in vielfältiger Weise das Engagement gegen demokratiefeindliche und rassistische Tendenzen. Zivilcourage wird von der Wissenschaftsstadt Darmstadt auch mit dem Preis für „Gesicht zeigen!“ gewürdigt. Die von der Arbeitsgruppe Weltoffenes Darmstadt ins Leben gerufene Preisverleihung zeichnet Jugendliche und Erwachsene, Schulklassen, Arbeitsgemeinschaften, Vereine oder Initiativen, die sich in besonderer Weise gegen Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus oder Antiziganismus in jeglicher Form und Ausprägung entgegengesetzt haben, mit einer Geldzuwendung und einer Urkunde aus. Der Preis wird vom Magistrat der Wissenschaftsstadt auf Vorschlag einer Jury mit Vertreterinnen und Vertretern von Stadt und Zivilgesellschaft verliehen.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der LIO-Bigband (Leitung: Christoph Schöpsdau) begleitet.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)