Barrierefreiheits-Check im Offenbacher Nordend

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Freiwillige treffen sich vor dem Stadtteilbüro Nordend für den Barrierefreiheits-Check. (Foto: FzOF)

Ausgestattet mit Klemmbrettern, einem Kartenausschnitt über das Nordend und mit Smartphones – so startete eine Gruppe Freiwilliger zu einem Check zur Barrierefreiheit im Nordend. Im Quartiersbüro gab es von Sigrid Jacob, Freiwilligenzentrum Offenbach, eine Einführung zum Thema und zur Wheelmap-App. Diese weltweite Anwendung zeigt Interessierten, wie es um die Barrierefreiheit im gesuchten Gebiet bestellt ist und lädt dazu ein, über ein einfaches Ampelsystem auf der Karte markieren, wie barrierefrei ein Ort ist. So kommen weltweit täglich mehr als 300 neue Einträge hinzu – einige davon auch in Offenbach.

Für Dominik Schuster, dem kommunalen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, ist die App eine gute Hilfestellung, um zum Beispiel ein Restaurantbesuch zu planen. „Und wenn viele Menschen in Offenbach mithelfen, die entsprechenden Orte zu markieren, ist vielen geholfen.“ Das ist auch der Grund für Clara Weisel, sich in dem neuen Projekt des Freiwilligenzentrums zu engagieren. Die junge Mutter ist an Multipler Sklerose erkrankt und will bereits jetzt wissen, wo sie gut barrierefrei hinkommt, auch wenn sie noch keine körperlichen Einschränkungen hat. „Ich werde mir nun das Nordend vornehmen und viele weitere Orte eintragen, hoffentlich auch viele grün markierte wie das Café Keno mit automatischer Tür und ohne Stufen.“

Barrierefreiheit auch eine Frage der inneren Haltung

Denn beim Rundgang durch das Viertel zeigte sich: viele Ladengeschäfte sind in Altbauten und oft nur über mehrere Stufen erreichbar. Das gibt leider eine rote Bewertung. Doch Eva Kirchhoff von der Etagerie in der Taunusstraße, ebenfalls mit drei Stufen, ist sich sicher: „Barrierefreiheit ist auch eine Frage der inneren Haltung – über Treppenstufen hinaus.“ Ihr ist es wichtig, dass Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung am Leben teilnehmen – „zur Not auch mit tatkräftiger Unterstützung von Dritten. Wir versuchen immer, den Zugang zu unserem Laden möglich zu machen oder beraten auch vor der Tür.“

Rainer Marx, Vorsitzender des Behindertenbeirats, freut sich über das neue Projekt. „Damit erhalten wir viele Hinweise, die wir im geplanten Wegweiser für Behinderte einarbeiten werden.“ Für Mitte Januar ist ein weiteres Treffen in einem anderen Viertel geplant. Auch wenn jeder für sich Orte in der Wheelmap kartieren kann, macht es in der Gruppe doch mehr Spaß. Interessierte, die mittun wollen, wenden sich per Mail an info@fzof.de.

(Text: PM FzOF)