Rodgauer Baggerseepiraten gelingt Wiedergutmachung

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(Symbolfoto: Pixabay)

HSG Rodgau Nieder-Roden fegt die mHSG Friesenheim-Hochdorf II mit 33:23 aus der Halle

„Defense makes the difference“. Diese Weisheit aus dem chronisch Anglizismus-lastigen Basketball trifft auch im sprachlich eher bodenständigen Handball voll und ganz zu. Das belegte das jüngste Heimspiel der 1. Herren der HSG Rodgau Nieder-Roden. Denn nachdem sie in der Vorwoche bei der 30:32-Niederlage bei der DJK Waldbüttelbrunn in der Verteidigung über weite Strecken eine desolate Leistung gezeigt hatten, präsentierten sich die Schützlinge von Trainer Jan Redmann am Samstag in der heimischen Rodaustrom Sportarena gerade in der Abwehr von ihrer Schokoladenseite und feierten – eben weil die Defensive den Unterschied ausmacht – einen auch in dieser Höhe verdienten 33:23-Erfolg über die mHSG Friesenheim-Hochdorf II.

Dass sie sich für die unerwartete Schlappe beim Schlusslicht der 3. Liga Südwest rehabilitieren und zudem unbedingt Revanche für die im Hinspiel bei der Bundesliga-Reserve der Eulen Ludwigshafen erlittene 22:25-Niederlage nehmen wollten, stellten die Rodgauer Torjäger von Anfang an unter Beweis. Gestützt auf eine lauffreudige und daher sehr bewegliche 6:0-Deckung ließen sie die Gäste in der Anfangsphase kaum zur Entfaltung kommen. Und wenn doch mal ein Ball der Pfälzer das Abwehr-Bollwerk der „Baggerseepiraten“ durchdrang, war ja immer noch HSG-Keeper Marco Rhein da, der wieder eine sehr starke Leistung zeigte und in der Anfangsphase kaum einen Gegentreffer zuließ.

Kein Wunder also, dass sich die Hausherren über 5:1 (9. Spielminute) bis auf 10:4 (18.) absetzen konnten und so Gäste-Coach Gabriel Schmiedt zur ersten Auszeit zwangen. Danach kam der Ludwigshafener Bundesliga-Nachwuchs zwar etwas besser ins Spiel, doch die sehr fokussiert agierenden HSG-Cracks, bei denen der gerade mal 17 Jahre alte Rückraumspieler Ben Seidel in Abwehr und Angriff eine ungemein abgeklärte Vorstellung ablieferte, blieben tonangebend und hatten stets die passende Antwort auf die Aktionen der Gäste parat. Zur Halbzeit führten die Rodgauer denn auch verdient mit 16:11, mussten allerdings als kleinen Schönheitsfehler in einer bis dato wirklich guten Partie einen direkt verwandelten Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit verdauen.

Das gelang ihnen indes problemlos, und so sahen die leider nur 325 Zuschauer auch nach dem Seitenwechsel eine dominante HSG-Truppe, die nach Ansicht ihres Trainers „über weite Strecken des Spiels nahezu perfekt“ agierte. Diese Meinung unterfütterte Redmann mit dem Hinweis auf insgesamt nur acht Fehlwürfe und vier technische Fehler seiner Jungs: „Solche Werte findet man in der Bundesliga kaum.“ Dementsprechend wurde der Vorsprung zunächst auf 19:12 (35.) und über 25:17 (46.) sowie 28:19 (50.) auf 31:21 (56.) ausgebaut. Und bei dieser Zehn-Tore-Führung blieb es dann bis zur Schlusssirene.

Aus einem geschlossenen Team ragte im zweiten Durchgang Henning Schopper heraus, der da nicht nur sechs seiner sieben Treffer erzielte, sondern auch seine Mitspieler immer wieder mit überraschenden Pässen in Szene setzte. Aber den in dieser Höhe nicht zu erwartenden Sieg holte sich die junge Rodgauer Mannschaft, für die Oskar Fink sein erstes Drittliga-Tor erzielte, vor allem dank ihrer bärenstarken Darbietungen in der Abwehr.
Das sah auch Trainer Jan Redmann so. „Wir haben es endlich einmal geschafft, über 60 Minuten durchgehend auf einem hohen Niveau zu verteidigen und auch im Angriff konzentriert und konsequent unsere Möglichkeiten zu nutzen“, zeigte sich der HSG-Coach nach dem Spiel sehr zufrieden mit der Tatsache, „dass mein Team Charakter und die richtige Reaktion auf die Niederlage in Waldbüttelbrunn gezeigt hat“.

In der Tabelle belegen die Redmann-Schützlinge mit nunmehr 18:12-Zählern weiterhin Rang 5 und können somit im letzten Spiel vor der kurzen Weihnachtspause, das sie am Samstag, 17. Dezember, ab 20 Uhr bei der TuS Dansenberg bestreiten, die als Ziel ausgegebenen 20 Pluspunkte noch erreichen. Das dürfte allerdings trotz des klaren 29:15-Hinspielerfolgs ein schwieriges Unterfangen werden, denn der Gegner aus dem Kaiserslauterner Stadtteil ist mit viel höheren Ambitionen in die Saison gegangen, als es der augenblickliche 7. Tabellenplatz bei 15:15-Punkten vermuten ließe.

Es spielten gegen Friesenheim-Hochdorf II: Marco Rhein (TW), Philipp Hoepffner (TW), Philipp Keller (4/4), Ben Seidel (7), Felix Mann (1), Simon Brandt (1), Henning Schopper (7), Florian Stenger (5), Philippe Kohlstrung, Oskar Fink (1), Niklas Roth (1), Philip Wunderlich, Johannes von der Au (1), Benedikt Gräsl, Filip Brühl (5) und Niklas Geck.

Baggerseepiratinnen sorgen für traumhafte Weihnachtsgefühle

Die Damen der HSG Rodgau Nieder-Roden feierten einen gelungenen Jahresabschluss und beschenkten sich kurz vor dem Weihnachtsfest selbst. Ihre Reise nach Rheinland-Pfalz endete mit einem weiteren Erfolgserlebnis. Bei der HSG Wittlich gewannen sie souverän mit 29:21 (13:11) und landeten den siebten Saisonsieg.

„Ich bin stolz auf die Entwicklung meiner Spielerinnen, die heute wieder einmal mit einer großartigen Mannschaftsleistung aufgetreten sind“, schwärmte Ergün Sahin. „Es war einfach traumhaft, mit welcher Reife wir dieses Spiel nach Hause gebracht haben“, lobte der Trainer der Baggerseepiratinnen. „Auch in kritischen Augenblicken haben wir Ruhe bewahrt und die Nerven behalten.“ So befand sich die Begegnung lange auf des Messers Schneide, in der 41. Minute stand es unentschieden 16:16. Die Vorentscheidung fiel dann zwischen der 46. und 51. Minute, als die Baggerseepiratinnen vier Tore hintereinander erzielten: So machten sie aus einem knappen 19:18-Vorsprung eine deutliche 23:18-Führung, wobei Pia Magnago (8/1) in dieser Phase dreimal traf. Bis zur Schlusssirene konnte das Ergebnis weiter ausgebaut werden. In der 59./60. Minute setzten Christine Burgard (4) und Anna Bretz (6) den Schlusspunkt unter einen mehr als gelungenen Auftritt.

Ein Schlüssel zum Erfolg war wieder einmal die überzeugende Leistung in der Abwehr, die von Katharina Keller glänzend zusammengehalten wurde. Dahinter stand mit Sophie Born und Naomi Speckhardt ein Torhütergespann, das sich sehr gut ergänzte. Der von Anbeginn an starke Defensivverbund wurde im zweiten Abschnitt sogar „noch einen Tick besser“, wie der Trainer feststellte. Das half auch dem Offensivspiel, in dem Laura Keller den Takt vorgab und viel vorbereitete – auch Außen Tamay Adanir (6) profitierte. Zwar wurde Ergün Sahin nicht müde, den „tollen Einsatz aller Spielerinnen“ hervorzuheben. Aus dem starken Kollektiv stach eine Akteurin jedoch besonders heraus: „Pia Magnago hat in wichtigen Momenten immer wieder Verantwortung übernommen“, betonte der Coach. Sie war es auch, die im ersten Abschnitt mit dem 10:8 für die erste Zwei-Tore-Führung der Baggerseepiratinnen gesorgt hatte (24.). Dieser Vorsprung sollte bis zum Pausentee weiterhin Bestand haben (13:11) und war die Grundlage für das starke Finish der Rodgauerinnen.

Am Ende eines erfolgreichen Jahres gehen die Baggerseepiratinnen so mit äußerst positiven Gefühlen in die Weihnachtspause – bei nunmehr 14:8-Punkten haben sie sich erst einmal in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Einziger Wehrmutstropfen war in Wittlich die Fußgelenkverletzung von Leyla Götz, die ab der 20. Minute nicht mehr mitmachen konnte. Ihr kommt möglicherweise die jetzt anstehende, längere Pause zugute. Denn das nächste Spiel findet erst Ende Januar bei der TSG Eddersheim statt.

BOL: HSG Preagberg – Herren 3  9:19 (20:32)

Nach einer sehr starken und konstanten Leistung im letzten Auswärtsspiel 2022 beenden die BOL-Herren die Hinrunde mit einem ungefährdeten Sieg.

Die Baggerseepiraten erwischten den bessern Start und konnten sich schnell auf zwei Tore absetzen. Preagberg ließ sich jedoch nicht abschütteln und profitierte zunächst immer wieder von Konzentrationsfehlern in der grundsätzlich gut stehen Deckung der Hartmann-Schützlinge. Die zweiten 15 Minuten der ersten Hälfte steigerten sich die Rodgauer nochmals in der Abwehr und erspielten sich -gestützt auf einen sehr guten Jens Rhein im Tor- schon zur Halbzeit einen komfortablen 10-Tore-Vorsprung.

Gewarnt von einigen schwachen zweiten Durchgängen im Verlaufe der Saison wollten es die Baggerseepiraten an diesem Tag besser machen. Dies gelang über weite Strecken sehr gut und so geriet der Sieg zu keiner Zeit auch nur annähernd in Gefahr. Die letzten 15 Minuten gestalteten sich im Angriff zwar aufgrund zahlreicher Wechsel zäher, aber die Abwehr inklusive beider Torhüter war an diesem Sonntagabend Garant für den souveränen Auswärtssieg.

Nach der besten Saisonleistung heißt das Ziel für die Rückrunde weiter an der eigenen Konstanz zu arbeiten, um dann vor allem in heimischer Halle die ersten Punkte zu ergattern.

Es spielten: J. Rhein, M. Weis; M. Seitel 5, A. Korinth 1, J. Schilling 1, S. Lenhardt 4, D. Wade 4, R. Witt 1, T. Eyssen 9, J. Roesler 2, J. Spanheimer 1, M. Weidinger 3, R. Schrod 1/1

(Text: PM HSG Rodgau Nieder-Roden)