„Feierabend-Markt“ in Münster erstmal nur als „Testballon“

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Wie beim „River Night Summer Special“ im Juni 2022 könnte der Münsterer Bahnhofs-Vorplatz auch im Frühjahr 2023 Treffpunkt werden, wenn dort der erste „Feierabend-Markt“ der Gemeinde stattfinden soll. (Foto: jedö)

„Jeder Anfang ist schwer und alles kann schiefgehen“, sagte Jörg Schroeter, Vorsitzender der FDP-Fraktion, in der letzten Münsterer Gemeindevertreter-Sitzung des Jahres. Sein verbaler Schwenk ins Grundsätzliche hatte die ungewissen Erfolgsaussichten eines Vorstoßes der Liberalen als Basis, der kommendes Frühjahr in die Tat umgesetzt werden soll: der erste „Feierabend-Markt“ der Gemeinde, optimalerweise mit reichlich Händlern und Programm der Ortsvereine, durchgeführt auf dem Vorplatz des Bahnhofs. Letztlich ging der entsprechende FDP-Antrag dank Hilfe der Stimmen von SPD und ALMA-Die Grünen hauchdünn gegen die große CDU-Fraktion durch. Für die im Saal schweigenden Christdemokraten erläuterte Fraktionschef Thorsten Schrod die Ablehnung der Idee des Ex-Kooperationspartners erst mit etwas Abstand zur Sitzung.

Zunächst noch einmal zum Vorhaben selbst: Unter dem Titel „Geselligkeit und Miteinander nach Corona“ hatte die FDP schon vor längerer Zeit die Einrichtung eines „Feierabend-Markts“ angeregt. Zwischenzeitlich sondierte dazu die Wirtschaftsförderung der Gemeinde das Interesse von Marktbeschickern – etwa Lebensmittel-Händlern, wie man sie andernorts von Wochenmärkten kennt, von denen Münster keinen hat – und Vereinen. Mit überschaubaren Rückmeldungen, was Schroeter und die FDP in der jüngsten Sitzung aber nicht aufhielt, zumindest in abgespeckter Form Nägel mit Köpfen zu machen.

Zuspruch noch unklar

„Ja, die Anzahl ist noch nicht besonders groß“, gab Schroeter zu, betonte aber das „noch“. Er verstehe die Skepsis der potenziellen Teilnehmer, da das Format neu sei, der Zuspruch unklar und ein Risiko gegeben. „Es bietet aber auch Chancen“, so Schroeter. Dazu gehörten neben der Geselligkeit auch Möglichkeiten für einheimische Vereine und Erzeuger, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Mit Blick auf die Händler sagte Schroeter: „Bestenfalls stärken wir die teilnehmenden heimischen Anbieter und sorgen für den ein oder anderen Neukunden, der auf dem Markt von der Qualität und dem Angebot am Stand überzeugt wird.“

Gleichwohl konnte die FDP dem Vorschlag der Verwaltung folgen, den Feierabend-Markt zunächst nicht als regelmäßige Serie, sondern zunächst als einmaligen „Testballon“ im nächsten Jahr durchzuführen. „Was daraus in Zukunft wird, werden wir sehen“, meinte Schroeter. Aus Sicht der Liberalen – und offenbar auch aus Sicht von SPD und ALMA-Die Grünen – sei es „auf jeden Fall einen Versuch wert, dieses Format einmalig auszuprobieren“.

Für die CDU sagte später Thorsten Schrod, man habe gegen den Feierabend-Markt gestimmt, „weil wir das nicht als Aufgabe der Gemeinde ansehen“. Die Wirtschaftsförderung habe „wichtigere Aufgaben“, bei Vereinen und Beschickern gebe es „keine Resonanz“. Dies, „weil für die Vereine die eigenen Veranstaltungen vorgehen und die Beschicker am Feierabend gern selbst mal Feierabend hätten“. Daher das – erfolglose – Veto der Christdemokraten, für die der Fraktionsvorsitzende konstatierte: „Wir glauben, dass da nix bei rumkommt!“

(Text: jedö)