Auf den Spuren spannender Persönlichkeiten und Geschichten im Odenwaldkreis

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Einer von 24 Autorinnen und Autoren des neuen „gelurt“: Landrat Frank Matiaske (rechts) bedankt sich bei Thomas Maul aus Lautertal. Sein Beitrag mit dem Titel „Miameide – Anmerkungen zu einem Tanzvers“ befasst sich mit der Eibe und deren mythologischer Bedeutung. (Foto: Odenwaldkreis)

Ob der Viehhändler Sally Salomon aus Beerfelden, der Pädagoge Theodor Litt und seine Verbindung zu Michelstadt oder drei starke Frauen aus Fränkisch-Crumbach, Hildegard Katzenmeier, Ottilie Born-Hauenstein und Ruth L. David – im neuen „gelurt“ können die Leserinnen und Leser diesen und vielen anderen spannenden Persönlichkeiten sowie interessanten Begebenheiten aus dem Odenwald begegnen.

Landrat Frank Matiaske stellte das Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte 2023  im Landratsamt vor – wieder im Kreis vieler Autorinnen und Autoren. Die Corona-Pandemie hatte dieses traditionelle Zusammentreffen in den vergangenen Jahren unmöglich gemacht. „Dieses Mal können wir wieder zusammenkommen und ich kann Ihnen allen persönlich für ihre Recherchen und Ihre Beiträge zur Lokalhistorie persönlich danken, was mich sehr freut“, sagte Matiaske.

Für die Redaktion des „gelurt“ trug zum ersten Mal die neue Kreisarchivarin Stephanie Goethals Verantwortung, nachdem ihre Vorgängerin Anja Hering in den Ruhestand gegangen war. Matiaske erinnerte an Herings anhaltendes Engagement für das Jahrbuch und dankte auch Goethals sowie ihrem ganzen Team sehr für ihren Einsatz. „Im ,gelurt‘ steckt enorm viel Arbeit, was große Anerkennung verdient.“

Insgesamt haben 24 Autorinnen und Autoren Beiträge für das neue „gelurt“ geschrieben, das rund 250 Seiten umfasst. Auch Goethals dankte ihnen für ihr Interesse an der Odenwälder Historie und das Engagement, ihre Erkenntnisse über das Jahrbuch der Öffentlichkeit nahezubringen.

„Spannend sind die Perspektiven, die die Autoren einnehmen. Sie schimmern unterschiedlich durch die Darstellungen hindurch, je nachdem, ob Zitate aus den Quellen Geschichte vermitteln, Fakten mit einer gewissen analytischen Distanz im geschichtlichen Kontext betrachtet oder aber auch persönliche Begegnungen geschildert werden“, so Goethals. Dafür stünden als Beispiele die Texte von Brigitte Diersch über Sally Salomon, von Horst Schnur über Theodor Litt und von Barbara Linnenbrügger über die drei Fränkisch-Crumbacher Frauen.

Das Titelbild des neuen Jahrbuchs ist eine Montage von drei Fotos aus einem Michelstädter Keller, der Ende der 1960er Jahre von einer lokalen Beatband als Probenraum genutzt wurde. Der Beatszene ist auch ein eigener Beitrag gewidmet – Frank Böhm informiert über diese spezielle Odenwälder Musikgeschichte von 1964 bis 1968.

Ein Artikel über den Odenwälder Dialekt gehört abmerals zum festen Bestandteil des „gelurt“. Kenntnisreich schildert Ulrich Hermann, wie es etwa zu den Worten „Schbielbrieh“, „Woueroudsnouel“, „Läbbedoddel“ oder „Fissoderabie“ kommt und was sie bedeuten. „Auch die Herausbildung von Dialekten ist Teil der Lokalhistorie und verdient lebendig gehalten zu werden“, so Goethals.

Das „gelurt“ 2023 ist für 21 Euro im Buchhandel zu haben oder für 17 Euro im Abonnement. Wer das Buch abonnieren will, kann sich im Kreisarchiv sowohl unter den Telefonnummern 06062/70-467 oder -468 als auch per E-Mail unter archiv@odenwaldkreis.de melden.

(Text: PM Odenwaldkreis)