Wiesbaden: Intelligentes Licht macht Henkellpark sicherer

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Testen das neue System vor Ort (v. l.): OB Gert-Uwe Mende, Biebrichs Ortsvorsteher Horst Klee, ESWE-Vorstandsmitglied Jörg Höhler und ESWE-Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung Patrick Wolf. (Foto: Landeshauptstadt Wiesbaden)

Wiesbadens erste Beleuchtungsanlage mit neuer Sensortechnik ist installiert.
Licht bedeutet Sicherheit. Aber in einer modernen Stadt müssen Beleuchtungsanlagen mehr können, als „nur“ für Helligkeit zu sorgen: Smarte Lichtpunkte oder Lichtmaste haben ausreichende Leuchtkraft, schonen gleichzeitig aber auch Klima und Insekten. In Wiesbaden ist jetzt in der Richard-Wagner-Anlage die erste Beleuchtungsanlage mit „bewegtem Licht“ installiert worden.

Der mehr als dreieinhalb Hektar große sogenannte “Henkellpark“ zwischen der Biebricher Allee und der Volkerstraße war in der Vergangenheit nur spärlich beleuchtet gewesen. Darunter litt nicht nur die Gastronomie vor Ort. Auch Bürgerinnen und Bürger beschwerten sich regelmäßig über die Wegführung von der Biebricher Allee ins Wohngebiet, die durchs Dunkle verlief. Der Biebricher Ortsbeirat griff das Thema schließlich auf, im November 2020 gab es diesbezüglich einen ersten Ortstermin mit Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Jörg Höhler, Vorstandsmitglied der ESWE Versorgungs AG.

Park erstrahlt mit Hilfe modernster Technik

Ab sofort erstrahlt der Park nun mit Hilfe modernster Technik: Elf Beleuchtungsmasten wurden neu montiert, einer wurde ausgewechselt, einer demontiert, einer blieb bestehen. An zwölf Standorten stehen jetzt Leuchten des renommierten Berliner Herstellers Selux. Das Modell „Yloo“ bringt sich durch sein glattflächiges Design nicht nur ideal ins Umfeld ein – dank der präzisen Optik erzeugt die Leuchte auch kein störendes Streulicht und schützt somit den nächtlichen Himmel vor Lichtverschmutzung.

Die Lichtpunkthöhe beträgt vier Meter, die Farbtemperatur ist mit 2200 Kelvin angenehm „warm“, erinnert an Kerzenlicht und sorgt damit für eine stimmungsvolle Beleuchtung.

Das Besondere der neuen Anlage im Henkellpark: In insgesamt fünf Schaltgruppen werden die Leuchten durch PIR-Sensoren (Passive Infrared Sensors) der Firma eSave geschaltet. Bewegt sich im Erfassungsbereich des Sensors ein Objekt, das sich von der Temperatur in der Umgebung um mehr als 4 Grad unterscheidet, reagiert er. Objekte werden in einer Entfernung von bis zu 12 Metern mit hoher Empfindlichkeit erkannt. So wird die gesamte Beleuchtungsanlage „intelligent“.

Denn ab Einbruch der Dunkelheit glimmen fünf Eckpunktleuchten mit einer Intensität von nur 40 Prozent. Erst wenn sich ein Mensch (Fußgänger, Jogger, Radfahrer) nähert, schalten sich die anderen Leuchten dazu. Eine Minute lang liefern sie dann 100 Prozent der voreingestellten Lichtleistung.

Entwicklung zur “Smart City”

„Die Anlage ist ein weiteres Beispiel für die Entwicklung Wiesbadens zur “Smart City‘“, sagt Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. „Damit sie in dieser Form realisiert werden konnte, haben gleich mehrere Ämter Hand in Hand miteinander gearbeitet: Das Grünflächenamt als Grundstückseigentümer, das Umweltamt, das bei Beleuchtung von Grünflächen immer involviert wird, das Stadtplanungsamt, das den Leuchtentyp ausgewählt hat, und das Tiefbauamt, das sich um die Instandhaltung kümmert. Umgesetzt hat die Baumaßnahme mit Expertise wieder einmal unser Wiesbadener Energiedienstleister ESWE Versorgung.“

Die Kosten der Maßnahme liegen bei 55.000 Euro (ohne Tiefbau). Die Technologie ist nicht nur insektenfreundlich, sie schützt auch das Klima. „Durch die Bewegungssensoren sparen wir maßgeblich Energie ein“, sagt ESWE-Vorstandsmitglied Jörg Höhler. „Statt eines Verbrauchs von 689 Kilowattstunden pro Jahr bei Dauerbeleuchtung liegt der Wert aufgrund des bewegten Lichts rechnerisch nur bei 138 kWh. Bereits im Februar werden wir über unsere Energiezähler reelle Zahlen zur Energieeinsparung nennen können. Klar ist aber schon jetzt: Die neue Beleuchtungsanlage macht den schönen Henkellpark noch attraktiver und sicherer.“

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)