Suchthilfe in Hessen: Schnelles und lösungsorientiertes Handeln während Pandemie

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(Foto: PhotoLizM auf Pixabay)

Die Jahresstatistik 2021 der hessischen Suchtberatungsstellen und der Fachstellen für Suchtprävention zeigt, dass auch das Jahr 2021 für viele Menschen mit zusätzlichen psychischen Belastungen verbunden war. Die Suchthilfe in Hessen hat gezeigt, dass sie sich schnell und lösungsorientiert auf neue Herausforderungen einstellen und ihr funktionierendes Hilfe- und Unterstützungsangebot für Menschen in Notlagen auch in schwierigen Zeiten anbieten kann. „Die kaum zurückgegangenen Inanspruchnahmen dieser Angebote im Vergleich zur Vor-Coronazeit belegen das eindrücklich. Die Einrichtungen und Organisationen vor Ort haben mit Hilfe digitaler Tools neue Kontaktmöglichkeiten realisiert“, erklärt Sozial- und Integrationsminister Kai Klose.

Die Suchthilfeeinrichtungen haben durch kreative Gestaltung ihrer Beratungsgespräche, z.B. durch Treffen im Freien, den gerade für ihre Klient*innen so wichtigen persönlichen Kontakt in einem Mindestmaß aufrecht erhalten können. Auch durch Video- und Chatberatungen sowie verstärkt telefonische Beratungen war damit selbst in Zeiten erheblicher Einschränkungen zum Schutz vor dem Corona-Virus eine kontaktlose Inanspruchnahme durch Hilfesuchende und deren Angehörige möglich.

Die Suchtprävention konnte ihre wichtigen Zielgruppen durch die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten nicht im gewohnten Umfang erreichen. Es wurden jedoch vermehrt Multiplikator*innen mithilfe digitaler Angebote (z.B. digitale Fortbildungen, Newsletter und Handreichungen mit weiterführenden Webinformationen zur Suchtprävention, Online-Module für Kooperationspartner*innen oder Tipps für Eltern in der Krise sowie fachspezifische Videoclips und Podcasts) angesprochen. Lehrer*innen, Eltern und Fachpersonen in der Jugendarbeit haben diese Unterstützungsangebote vermehrt angenommen.

Rahmenbedingungen und weitere Ergebnisse der Jahresstatistik

An der Jahresstatistik 2021 der Suchtberatungsstellen nahmen alle 98 hessischen Suchtberatungsstellen sowie einige Einrichtungen des Betreuten Wohnens teil. Die dokumentierten Maßnahmen aller 28 hessischen Fachstellen für Suchtprävention liegen der Auswertung der Fachstellen für Prävention zugrunde. Die Statistik der Suchtberatungsstellen umfasst Daten wie Wohnsituation, Konsumart, Alter und Geschlecht der Klient*innen sowie die in Anspruch genommenen Leistungen. Die Auswertung erfolgte durch das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD, Hamburg), die Finanzierung durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI). Die Organisation der Auswertung und die Veröffentlichung des Berichts verantwortet die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS).

Im Pandemiejahr 2021 haben sich rund 23.000 Ratsuchende an die ambulante Suchthilfe in Hessen gewandt. Davon 18.000 Klient*innen und ca. 1.600 Personen aus dem sozialen Umfeld. Hinzu kommen 3.750 Personen mit einem Einmalkontakt. Insgesamt haben 2021 so viele Menschen in Suchtberatungsstellen Leistungen nachgefragt wie 2020 und nur unwesentlich weniger als 2019.

(Text: PM Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)