Ergotherapie an der Asklepios Schlossberg Klinik Bad König: Schritt für Schritt zum eigenständigen Leben

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Ergotherapeut:innen an der Asklepios Schlossberg Klinik Bad König helfen Patient:innen dabei, wieder ein eigenständiges Leben zu führen. (Foto: LPR)

Schlucken gehört wie Atmen für die meisten Menschen zu einem automatischen Prozess, über den sie gar nicht nachdenken müssen. Bei manchen ist der Schluckreflex jedoch gestört. Betroffene müssen beispielsweise während des Schluckens husten, weil Nahrung oder Speichel in die Atemwege gekommen sind. In Extremfällen ist eine Nahrungsaufnahme gar nicht mehr möglich. Die sogenannte Dysphagie (Schluckstörung) hat unterschiedliche Ursachen. An der Asklepios Schlossberg Klinik in Bad König helfen erfahrene Ergotherapeut:innen den Patient:innen unter anderem dabei, die Schutzreflexe wie Schlucken und Husten wieder aufzubauen.

„Es ist ein sehr spezielles Fachgebiet, in dem man hier als Ergotherpeutin oder Ergotherapeut arbeitet. Jeden Tag neu und doch gewohnt und strukturiert“, bringt es Ute Muhn auf den Punkt. Sie arbeitet seit 2005 als Ergotherapeutin an der Schlossberg Klinik und erinnert sich noch gut an ihre Anfangszeit zurück. „Die Spezialisierung in das Thema Dysphagie wird hier durch eine lange Einarbeitungszeit bis ins Detail von den Mentoren und erfahrenen Mitarbeitern begleitet. Gerade der Umgang mit Patienten, die eine Trachealkanüle haben, ist am Anfang eine Herausforderung. Erst, wenn man zu 100 Prozent sicher damit ist, kümmert man sich eigenständig um sie“, erklärt Muhn.

Regelmäßiger Austausch

Zu ihrem Alltag gehört unter anderem der regelmäßige Austausch mit anderen Therapeutinnen und Therapeuten der verschiedenen Fachbereiche sowie mit dem Pflege- und Ärztepersonal. Neben der Therapie der Patient:innen kümmert sie sich auch um organisatorische Aufgaben wie Aufnahmebefunde und Abschlussberichte anfertigen, Essensbegleitung oder Essensbestellungen aufgeben. „Es gehört alles dazu, aber die Arbeit mit den Patienten ist es, was mich wirklich glücklich macht und weshalb ich diesen Beruf jeden Tag aus voller Überzeugung ausübe. Was mich in Bad König besonders freut ist, dass ich meine Arbeitszeit meinem Privatleben anpassen kann. Nach der Elternzeit konnte ich Familie und Beruf ohne Probleme unter einen Hut bringen“, sagt die Ergotherapeutin.

Seit 2018 ist sie darüber hinaus als LiN-Trainerin (Lagerung in Neutralstellung) tätig. LiN ist ein Positionierungskonzept für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. „Diese Anwendung passt sehr gut in unsere Einrichtung. Wir arbeiten mit neurologisch schwer betroffenen Patienten, die zum Teil im Bett liegen oder im Rollstuhl sitzen müssen.

Dadurch, dass die Position so angepasst wird, dass eine Überdehnung und Verkürzung von Muskeln vermieden wird und sich die Gelenke in einer möglichst neutralen Stellung befinden, werden unter anderem Druckgeschwüre und lagerungsbedingte Schmerzen vermieden. Darüber hinaus führt LiN zu einer verbesserten Beweglichkeit der Patienten“, erklärt Muhn. In der Schlossbergklinik schult sie Kolleginnen und Kollegen aus Therapie und Pflege und unterstützt sie in der praktischen Umsetzung des Konzepts.

„Zu sehen, dass es den Patienten durch unser Zutun besser geht, ist das Schönste an meinem Beruf. Einer der emotionalsten Situationen ist, wenn ich bei einem Patienten das erste Mal die Trachealkanüle entblocke, damit er sprechen kann, und wir nach so langer Zeit seine Stimme hören. Meist rufen wir dann direkt die Familie an – immer wieder ein Gänsehautmoment für alle Beteiligten. Die Dankbarkeit ist unbeschreiblich und das Leuchten in ihren Augen unbezahlbar.“

(Text: PM LPR)