Rodgau: Der Chefarzt in der Backstube

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Im Bild (v.l.): Bürgermeister Breitenbach, Prof. Dr.Dr. Donas und Bäckermeister Schäfer. (Foto: LPR)

Gefäßchirurg Prof. Dr. Dr. Donas bei Rodgauer Bäckerei Schäfer: Der Chefarzt informiert über Gefäßerkrankungen in den Beinen

Beim ersten „Dudenhöfer Gespräch“ in den Räumen der Rodgauer Baustoffwerke waren Prof. Dr. Dr. Konstantinos Donas, Chefarzt für Gefäßchirurgie der Asklepios Kliniken Langen und Seligenstadt, und Bäckermeister Sascha Schäfer ins Gespräch und bald zum Thema Gefäßerkrankungen in den Beinen gekommen. Ein Thema, das auch für eine Bäckerei von großer Bedeutung ist: Hier wird die Arbeit ausschließlich stehend verrichtet und die Gesundheit der Gefäße in den Beinen ist enorm wichtig.

Der Einladung von Inhaber Sascha Schäfer, sich die Situation im Betrieb einmal anzusehen, kam der Mediziner gerne nach. Auch Rodgaus Bürgermeister Max Breitenbach schloss sich dem Besuch an. Schon im Verkaufsraum und erst recht in der Backstube wurde deutlich, dass für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selten Gelegenheit zum Sitzen gegeben ist. Bei der Vorbereitung des Teigs wird Hand in Hand gearbeitet, es kommt außerdem auf Schnelligkeit an – und das ausschließlich stehend. Seit Mai vergangenen Jahres wurde auf ein Zwei-Schicht-System umgestellt, erläutert Sascha Schäfer. Eine Schicht beginne um 1 Uhr, die zweite dann gegen 7.30 Uhr und man habe eine 5-Tage-Woche. Im Produktionsweg kommt dem Teigkneten eine besondere Bedeutung zu. Je nach Endprodukt wird eine größerer Teigmenge knetend portioniert. Danach geht der Teig bis zum nächsten Tag in die Kühlung und gärt dabei ganz langsam.

Bäckerhandwerk will gelernt sein

Dass es sich beim Teigkneten um besondere Handwerkskunst handelt, konnten dann Bürgermeister Max Breitenbach und Chefarzt Konstantinos Donas im Umgang mit einer Portion Teig selbst erfahren. „Der Teig wird hochgezogen und dann mit der Handfläche wieder runtergedrückt und das so lange, bis der Teig die richtige Konsistenz hat“, erläutert Schäfer den beiden „Branchenfremden“. Schmunzelnd fügt er an: “Bei uns sagt man, wenn der Teig am Tisch klebt, ist man zu langsam.“ Dass das Bäckerhandwerk gelernt sein will, erkennen die Besucher schnell. Max Breitenbach erklärt lachend: “Ich weiß, warum mein Arbeitsplatz der Schreibtisch ist.“ Der Mediziner bemerkt: “Wir arbeiten natürlich viel mit den Händen. Bei feinen Gefäßen braucht man außerdem gute Augen und entsprechende Feinmotorik, zumal wir inzwischen viel minimalinvasiv arbeiten. Aber das hier ist gar nicht so einfach, wie man denkt.“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs entdeckte Professor Donas eine interessante Parallele zwischen der Bäckerei Schäfer, die seit 1929 besteht und mit Sascha Schäfer jetzt in der dritten Generation geführt wird, und der Geschichte seiner Familie. So habe 1926 sein Großvater ein medizinisches Studium absolviert, sein Vater sei dann als Gefäßchirurg tätig gewesen und er selbst sei jetzt auch in der dritten Generation Mediziner. Bei dem ausgiebigen Betriebsrundgang informierte er des Weiteren über Neuerungen in der Gefäßchirurgie: Diese sei inzwischen so weit fortgeschritten, dass man den Eingriff entsprechend des Alters und der Konstitution des Patienten individuell abstimmen könne. Beispielsweise würde man bei einem 80-Jährigen eher einen minimalinvasiven Eingriff wählen, da dann die körperliche Belastung nicht so groß sei.

Am Ende des Besuchs vereinbarte Sascha Schäfer sofort Vorsorgeuntersuchungen für seine Mitarbeiter. „Für die Kosten komme ich als Arbeitgeber gerne auf. Die Gesundheit meiner Mitarbeiter liegt mir am Herzen und als Arbeitgeber möchte ich attraktive Arbeitsplätze bieten. Die gesundheitliche Vorsorge und Prävention gehören selbstverständlich dazu.“

(Text: ah)