Umwelttipp der Stadt Offenbach: Nachhaltiges Onlineshopping

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(Symbolbild: Thought Catalog auf Unsplash)

Immer mehr Menschen kaufen ihre Waren im Internet und das nicht erst seit der Pandemie. Zwischen den Jahren 2014 und 2018 hat der Onlinehandel (oder auch E-Commerce) einen Zuwachs von über 50 Prozent verzeichnet und zweifellos verstärkte sich dieser Trend in den letzten Jahren, in denen Geschäfte teils sogar geschlossen bleiben mussten, weiter. Inwieweit diese Verhaltensweisen anhalten, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer beurteilen. Neben Problematiken, wie leere Fußgängerzonen und das Aussterben von Traditionsgeschäften, die der Onlinehandel begünstigt, stellt sich in Zeiten des Klimawandels für viele Menschen eine weitere wichtige Frage: Wie klimaschädlich ist Onlineshopping im Gegensatz zum herkömmlichen Einkaufen in Fußgängerzonen oder Einkaufszentren und was können Verbraucher tun, um nachhaltiger im Internet einzukaufen?

Dass diese Frage nicht einfach zu beantworten ist, wird deutlich, wenn man versucht den Weg eines fertigen Produkts bis hin zum Endverbraucher in vereinfachter Weise nachzuvollziehen. Im konventionellen Handel werden die meisten fertigen Waren nach der Produktion, gegebenenfalls über Zwischenhändler, gelagert und anschließend von den jeweiligen Fachgeschäften angekauft. Bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits Transportwege nötig. Anschließend wird die Ware in den jeweiligen Fachgeschäften, häufig beleuchtet und beheizt, ausgestellt, bis sie schließlich durch den Endverbraucher erworben wird. Nach dem Transport der Ware zu den jeweiligen Endverbrauchern hat diese ihr Ziel schließlich erreicht, sofern sie nicht noch einmal umgetauscht wird.

Onlinehandel nicht pauschal mit weniger Emissionen verbunden

Nun wäre es naheliegend zu vermuten, dass der Onlinehandel mit weniger Emissionen verbunden ist, da gleich mehrere Produkte direkt vom Lager, ohne den Umweg über die Fachgeschäfte, direkt an die Endverbraucher transportiert werden. Doch ganz so einfach ist es nicht. Im Gegenteil: die Fragestellung ist so komplex, dass sie kaum pauschal beantwortet werden kann.

Denn die Realität zeigt, dass in einigen Branchen, wie beispielsweise der Bekleidungsindustrie die Hälfte aller Waren retour gehen, was zu hohen Verpackungs- und weiteren Transportemissionen führt. Auch die Verteilung der Pakete ist komplex, sodass häufig nur halbbeladene Lieferwagen ausrücken. Des Weiteren entstehen riesige neue Lagerhallen der großen Onlinehändler, die mehrere Fußballfelder bedecken und auch die Warensuche im Internet ist, je nach Zeitaufwand, mit messbaren Emissionen verbunden. Hinzu kommt, dass einige Verbraucher auch erst das Angebot des herkömmlichen Einzelhandels wahrnehmen, um eine Ware zu begutachten, welche sie anschließend jedoch zu einem günstigeren Preis im Internet bestellen.

Um nicht völlig den Überblick zu verlieren und möglichst nachhaltig (online) zu konsumieren, können Konsumentinnen und Konsumenten folgende Grundregeln befolgen:
Beim Ankauf von Waren, für die eine besondere Expertise nötig ist oder die anprobiert werden muss, sollte ein regionales Fachgeschäft unterstützt werden. Internetshopping sollte bewusst geschehen. Dabei ist es sinnvoll, sich gezielt auf die Suche nach einem bestimmten Produkt zu begeben und es sollte vermieden werden, dass das Onlineshoppen eine zeit- und energiefressende nebensächliche Freizeitaktivität wird.

Entstehungsprozess und Lebenszyklus des Produkts von Anfang bis Ende durchdenken

Zudem kann es hilfreich sein, sich darüber zu informieren, wie die Ware produziert wird. Hierfür ist es sinnvoll, den Entstehungsprozess und Lebenszyklus des Produkts von Anfang bis zum Ende durchzudenken. Welche Rohstoffe werden verwendet, wie ressourcenaufwändig ist die Produktion, der Transport, die Benutzung und die Entsorgung beziehungsweise Wiederverwendung des Produktes? Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es für einige Branchen Siegel oder Zertifikate gibt, welche ein ressourcensparendes Vorgehen bescheinigen, auch Vergleichsportale können dabei helfen eine hochwertige und langlebige Ware zu erwerben, die verpackungsschonend geliefert wird. Vielleicht kommt auch eine Second-Hand-Ware in Frage? Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass ein Express-Versand oder 24-Stunden-Versand nur dann gewählt wird, wenn es wirklich notwendig ist. Diese Art des Versandes erschwert die Logistikprozesse der Lieferer, sodass häufiger Fahrzeuge ausrücken, die nicht voll beladen sind.

Wer einkauft, sollte sich zu guter Letzt bewusst machen, dass jegliche Art des Konsums zu Emissionen führt und weniger manchmal mehr ist. Das hürdenlose Online-Shopping führt generell zu mehr Konsum, was aus ökologischer Sicht kritisch betrachtet werden muss.
Hinweis: Regelmäßig stellt das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz nützliche Tipps für nachhaltiges Verhalten, für den Klimaschutz und zum Energiesparen bereit. Einmal im Monat wird der Umwelt- und Klimatipp in unserem Presse-Newsletter veröffentlicht.

(Text: PM Stadt Offenbach)