Eppertshausen: Nichts mehr zu haben im „Park45“

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Im „Eppertshausen Logistics Centre“ (r.) hat inzwischen der Logistikdienstleister B+S die Ex-Tupperware-Fläche in Beschlag genommen. Links hinten im Bild angeschnitten der Sitz von AC-Motoren, dem größten Arbeitgeber im „Park45“ und zweitgrößten (hinter Habasit) in ganz Eppertshausen. (Foto: jedö)

Eppertshäuser Gewerbegebiet ist voll belegt

Die Entwicklung des „Park45“ ist eine der größten Eppertshäuser Erfolgsgeschichten in diesem Jahrtausend. Schon lange war das Gewerbegebiet, dem die nahe Bundesstraße 45 ihre Ziffern leiht, annähernd „ausverkauft“; inzwischen ist dort tatsächlich nichts mehr zu haben. Auch 2022 gab es wieder eine Reihe von Veränderungen, die unterm Strich positiv ausfielen.

Und das, obwohl im Sommer mit der Tupperware Deutschland GmbH das namhafteste Unternehmen den Park45 verließ. Der amerikanische Mutterkonzern Tupperware Brands hatte das dort angesiedelte Logistikzentrum geschlossen und seine diesbezüglichen Geschäfte nach Polen verlagert. Dies war trotz der Bekanntheit der Marke und ihrer Produkte (zum Beispiel Schüsseln, Dosen und Behälter) und ihres außergewöhnlichen Vertriebswegs („Tupper-Partys“) ein Schlag gewesen, den der Wirtschaftsstandort Eppertshausen relativ gut verkraften konnte. In der Spitze und inklusive Leiharbeitern beschäftigte Tupperware vor Ort maximal 40 Menschen. Zum Vergleich: Die AC-Motoren GmbH als personell stärkstes Unternehmen im Park45 hat vor wenigen Monaten seine 100. Mitarbeiterin eingestellt. Die Habasit GmbH im Gewerbegebiet Ost am anderen Ortsrand gen Hergershausen hat eine noch größere Belegschaft. Laut Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) ist Tupperware auch „nicht der ganz große Gewerbesteuer-Zahler“ gewesen.

Ex-Tupperware-Fläche wieder belegt

Dennoch hinterließ Tupperware zunächst eine Lücke im größten Gewerbeobjekt des Park45 („Eppertshausen Logistics Centre“), in dem man sich zwischen Einstein-, Büssing- und Tupperstraße eingemietet hatte. Inzwischen habe sich aber die B+S GmbH, die ebenfalls schon länger Teilmieter der riesigen Immobilie war, auf der bisherigen Tupperware-Fläche vergrößert, so Helfmann. B+S ist ein Logistikdienstleister, der in Eppertshausen eine Niederlassung betreibt.

Schräg gegenüber ist inzwischen außerdem die Günther Maschinenbau GmbH heimisch geworden, die ab September 2020 ihr neues Domizil auf dem einen Hektar großen Grundstück an der Einstein-Straße hochgezogen hatte. Der Spezialist für Maschinen zur Fleischverarbeitung verlegte im Zuge der Errichtung von Bürogebäude und Montagehalle nicht nur eine hohe zweistellige Zahl an Arbeitsplätzen von Dieburg (wo man seit Anfang der 80er angesiedelt war) nach Eppertshausen, sondern auch den Firmensitz. Noch etwas früher war die Geßler Service GmbH, die sich mit rund 40 Mitarbeitern auf die Kennzeichnung und Ausleuchtung von Rettungswegen spezialisiert hat, aus Rodgau gekommen.

Lösung für Sorgenkind in der Röntgenstraße

Als kompliziert hatte sich die Sache in direkter Nachbarschaft von Geßler entpuppt. Dort war 2019 die geplante Ansiedlung einer Gebäudetechnik-Firma aus Messel erlahmt. Am östlichen Ende der Röntgenstraße, gegenüber der Müller Umweltdienst GmbH, war damals ein Rohbau für den Messeler Betrieb entstanden, an dem es dann aber lange Zeit nicht mehr weiterging. Grund: Die Firma war insolvent gegangen, aus dem Umzug wurde nichts. Der Insolvenzverwalter beauftragte einen Makler mit dem Verkauf des Objekts. Inzwischen hat es ein Projektentwickler aus dem Taunus fertig gestellt. „Zum Jahresbeginn nimmt dort eine Firma ihr Geschäft auf, die Elektrofahrzeuge vertreibt“, sagt Helfmann. Dabei handelt es sich um die ElectricBrands AG aus Itzehoe.

Nachdem die Gemeinde Eppertshausen in jüngerer Vergangenheit eine weitere Fläche an der Einstein-Straße an die KFZ-Servicepoint Hilling GmbH verkaufte, ist die Kommune alle eigenen Grundstücke im Park45 los. „Jetzt gibt es nur noch zwei unbebaute Grundstücke in privater Hand, zusammen rund 2.000 Quadratmeter“, sagt Helfmann. Die Eigentümer wollten diese Areale aktuell aber lieber vorhalten als verkaufen. Nach dem Ausverkauf wollen besonders die Eppertshäuser Christdemokraten das Gewerbegebiet in den nächsten Jahren unter dem Arbeitstitel „Park45 2.0“ um rund sechs Hektar gen Süden ausdehnen. Dies am liebsten in kleingliedriger Bebauung auf Grundstücken von 1.000 bis 1.500 Quadratmetern.

(Text: jedö)