Auswirkungen von Corona auf Tourismus und Verkehr in Wiesbaden

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Wiesbaden (Foto: Marcus Surges auf Pixabay)

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf den Tourismus und den Verkehrsbereich Wiesbadens? Dieser Frage geht die aktuellste Ausgabe der Reihe „kurz & bündig aus Statistik und Stadtforschung“ nach. Bereits Ende 2021 ist ein „kurz & bündig“ zu diesen Themen erschienen; diese Daten sind jetzt aktualisiert worden.

Nach den teils heftigen Auswirkungen der Corona-Pandemie ist der Tourismus in Wiesbaden wieder im Aufwind. So liegt die Zahl der Übernachtungen im 3. Quartal 2022 mit 346.851 sogar über dem Wert für das 3. Quartal im Vor-Corona-Jahr 2019 (337.439 Übernachtungen). Demgegenüber wurden im 2. Quartal 2020 lediglich 95.583 Übernachtungen registriert, das ist ein historisches Tief. Auch vom 4. Quartal 2020 bis zum 2. Quartal 2021 haben die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu niedrigen Übernachtungszahlen geführt. So war der Tourismus durch Reisebeschränkungen, Lockdowns und Grenzschließungen beeinträchtigt. Übernachtungen waren zeitweise nur aus geschäftlichen Gründen erlaubt und für die Beherbergungen mussten die geöffneten Betriebe zahlreiche Auflagen erfüllen.

Zahl der Fahrgäste bei ESWE-Verkehr deutlich geschrumpft

Als Folge des Lockdowns, der Einschränkungen im öffentlichen Leben sowie der (teilweisen) Verlagerung von Erwerbsarbeit ins Homeoffice ist die Zahl der Fahrgäste bei ESWE-Verkehr deutlich geschrumpft. Nach jahrelangem Anstieg der Fahrgastzahlen verzeichnete die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft im ersten Corona-Jahr 2020 nur noch 40,4 Millionen Fahrgäste, das entspricht einem Minus von 33,9 Prozent im Vergleich zu 2019. Dieser Trend konnte auch 2021 nicht gestoppt werden: Die Zahl der Fahrgäste liegt bei 40,0 Millionen und ist damit um 1,0 Prozent niedriger als 2020.

Positiv ist, dass sich aufgrund des zeitweise erheblichen Rückgangs des Verkehrsaufkommens insbesondere in den Monaten März/April 2020 sowie November 2020 bis April 2021 die Zahl der Verkehrsunfälle in diesen Zeiträumen deutlich reduziert hat. So wurden beispielsweise im Januar 2021 nur 48 Unfälle registriert – das ist ein Allzeittief.

Mehr Verunglückte im Bereich des Fahrradverkehrs

Weniger Straßenverkehrsunfälle bedeuten auch weniger Verunglückte. Im Jahr 2020 sind in Wiesbaden 1.108 Personen verunglückt, im Jahr 2021 1.206 Personen. Beide Werte liegen jeweils deutlich unter den Werten der Vorjahre. Mehr Verunglückte wurden hingegen im Bereich des Fahrradverkehrs registriert. Noch nie sind in Wiesbaden so viele Fahrradfahrer/-innen verunglückt wie im Jahr 2021: So ist die Zahl der verunglückten Rad-/Pedelecfahrer/-innen auf 232 gestiegen. Es ist davon auszugehen, dass sich während der Corona-Pandemie die individuelle Mobilität verstärkt auch auf das Rad verlagert hat und damit das Plus der Verunglückten auf dem Rad teilweise erklärt.

Mehr Informationen, Daten und Publikationen des Amtes für Statistik und Stadtforschung erhält man unter https://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/stadtportrait/daten-fakten/publikationen.php.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)