Fairtrade-Zertifizierung des Kreises Offenbach erneuert

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(Grafik: Fairtrade Deutschland)

Seit dem 1. Februar 2020 ist der Kreis Offenbach offiziell Fairtrade-Kreis. Nach eingehender Prüfung durch Fairtrade Deutschland e.V. trägt der Kreis diesen Titel nun für weitere zwei Jahre. Damit wurde die Zertifizierung nach 2022 bereits zum zweiten Mal erneuert. „Wir sind stolz, dass wir seit vier Jahren zu den rund 2.200 Fairtrade-Towns in weltweit 36 Ländern gehören und weiterhin Fairtrade-Kreis sind. Denn Fairtrade wird im Kreis Offenbach gelebt“, betont Landrat Oliver Quilling anlässlich der Zertifikatsverlängerung. „Als Beispiele nenne ich nur unsere Veranstaltungsreihe ‚Faire Woche‘ sowie das Projekt ‚Faire Kita‘. Darüber hinaus haben wir mit Sibylle Möller eine Fairtrade-Beauftragte etabliert. Außerdem fanden zahlreiche Webinare oder Workshops zum Thema gerechter Handel statt.“

Im Jahr 2017 hatte der Kreistag den Beschluss gefasst, sich um die Zertifizierung zu bewerben. „Wir haben diesen Weg bewusst gewählt, weil wir als weltoffene Region ein eindeutiges Zeichen setzen wollen, ein Zeichen für fairen Handel, faire Löhne und faire Produktionsbedingungen“, sagt Oliver Quilling. „Wir stellen uns damit unserer globalen Verantwortung angesichts des fortschreitenden Klimawandels und des Zusammenwachsens der Welt.“

Titel „Fairtrade-Kreis“ an verschiedene Kriterien geknüpft

Der Titel „Fairtrade-Kreis“ ist an verschiedene Kriterien geknüpft, deren Erfüllung der Kreis erneut nachweisen konnte und die allesamt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Beispielsweise sind mittlerweile 39 Gastronomiebetriebe und zahlreiche Einzelhändler in die Kampagne eingebunden. Fast alle Supermärkte im Kreis bieten inzwischen ein breites Sortiment an fair gehandelten Produkten an. Besonders groß ist die Auswahl in den Weltläden in Langen, Neu-Isenburg und Seligenstadt. Quilling: „Mit verschiedenen Aktionen bringen wir den Fairtrade-Gedanken auch immer wieder direkt dorthin, wo Menschen zusammenkommen, ob beim Fußballturnier, im vhs-Kurs oder im Rahmen der ‚Fairen Woche‘. Wir setzen damit ein starkes Signal der Solidarität mit ärmeren Menschen, Staaten und Gesellschaften in einer Zeit, in der Gerechtigkeitsfragen immer drängender werden.“

Für den Kreis wurde auch eine eigene Steuerungsgruppe ins Leben gerufen. Der „Steuerungsgruppe Fairtrade“ des Kreises gehören mittlerweile 18 Personen aus 15 Institutionen, Vereinen und Verbänden an. Darunter befinden sich das Evangelische Dekanat Rodgau-Dreieich, der Sportkreis Offenbach oder die Kreuzburgschule als Fairtrade-Schule. Mit Hainburg, Langen und Neu-Isenburg gibt es außerdem drei „Fairtrade-Towns“ im Kreis, die ebenfalls als Partner mit an Bord sind. Vertreter des Einzelhandels sind der Weltladen Neu-Isenburg und die Firma Lidl. Mittlerweile konnte darüber hinaus der Onlinehändler „Frida Feeling“ für die Steuerungsgruppe gewonnen werden.

„Besonders erfreulich ist, dass sich viele Schulen, Vereine und Kirchengemeinden unserer Initiative angeschlossen haben. Sie informieren eine breite Öffentlichkeit über die Notwendigkeit sozial- und umweltverträglicher Produktions- und Handelsweisen. All das führt zu einem stetigen Bewusstseinswandel“, so der Landrat weiter. Zudem könne jeder mit seinem Verhalten dazu beitragen, dass sich Produktionsbedingungen und Handelswege ändern und beispielsweise Kleinbauern in Afrika oder Asien von ihrer Ernte leben können. „Veränderungen finden beim fairen Handel also auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene statt. Dadurch ist er so wertvoll“, macht Quilling deutlich.

Nicht mit dem Erreichten zufriedengeben

Aus diesem Grund will sich der Kreis auch nicht mit dem bisher Erreichten zufriedengeben. „Wir wollen weitere Partner gewinnen und noch mehr Gastronomen und Einzelhändler, aber auch Schulen, Kindertagesstätten und Vereine motivieren, mitzumachen“, kündigte Quilling an. Der Aufwand für die Händler und Gastronomen ist im Übrigen denkbar gering. Sie müssen lediglich zwei Fairtrade-Produkte ins Sortiment oder auf die Speisekarte aufnehmen und einen Produktbogen an den Kreis schicken. „Die Vorteile für alle, die sich der Fairtrade-Kampagne anschließen, sind mit beiden Händen zu greifen“, erklärt Quilling abschließend. „Sie leisten einen Beitrag zum fairen Handel in der Welt und zur Nachhaltigkeit. Das kommt gerade bei jungen Kundinnen und Kunden gut an und führt zu Umsatzsteigerungen.“ Alle teilnehmenden Betriebe sind zusätzlich auf der Homepage des Kreises unter www.kreis-offenbach.de/fairtrade aufgelistet.

Wer sich als Verein, Schule, Einzelhändler oder Gastronomiebetrieb an der Fairtrade-Kampagne beteiligen will, meldet sich bei der Fairtrade-Beauftragten Sibylle Möller, Telefon 06074/8180-3109 oder E-Mail international@kreis-offenbach.de.

(Text: PM Kreis Offenbach)