11-jähriges Rednertalent beim FVCA Eppertshausen

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Du Schlingel! Opa Luci Pesante kriegt von seinem Enkel Marc Sperl, Rednertalent und „goldischer Kerl“ aus Eppertshausen, regelmäßig sein Fett weg. (Foto: jedö)

Ob es ein Zufall ist, dass sich sein Name auf „goldischer Kerl“ reimt, wie ihn auch FVCA-Präsident Jörg Helfmann nennt? Gemeint ist Marc Sperl: 2018 tauchte der heute Elfjährige in Eppertshausen bei der Sitzung der „Carnevalsabteilung“ des Fußball-Vereins erstmals auf der Bürgerhallen-Bühne auf und eroberte die Zuschauerherzen im Sturm. In seine närrische Rolle wuchs der Fünftklässler so schnell rein, dass er inzwischen mit einem Solovortrag auftritt. Auch in dieser Kampagne feierten ihn die mehr als 1 000 Besucher der beiden FVCA-Sitzungen frenetisch. Mit ihm hat die Eppertshäuser Fastnacht schon jetzt ein Talent hervorgebracht, wie es gerade unter den begehrten (weil seltenen) Rednern nur alle paar Jahre in Erscheinung tritt.

„Das war mein dritter Einzelvortrag“, sagt Marc, der seit einem halben Jahr auf die Aue-Schule im benachbarten Münster geht, das in seinen Witzen natürlich wieder manche Breitseite bekommt. Wobei er auch die eigene Familie nicht verschont: Insbesondere sein aus Italien stammender Großvater Luci Pesante kriegt regelmäßig sein Fett weg. Der Opa bringe es trotz vieler Jahre in Deutschland beispielsweise bis heute nicht zustande, das Wort „fünf“ richtig auszusprechen. Stattdessen sage er nach wie vor „funf“ – was Luci auf der Sitzungspremiere nach Marcs Vortrag im Rampenlicht höchstpersönlich entkräftete.
Bei Marc sind es aber nicht nur die Gags an sich, die den Saal permanent zum Lachen bringen. Der junge Eppertshäuser hat vor allem den lokalen Dialekt aufs Herrlichste verinnerlicht – was man kaum merkt, wenn man mit ihm abseits der Sitzung spricht. Doch unterm Scheinwerfer wird beim Schüler aus „Eppertshausen“ mit schönster Selbstverständlichkeit „Ebbedshause“, aus dem „Papa“ der „Babba“ und vieles mehr. „Mein Lieblingswort ist Simbel“, sagt Marc auf eine entsprechende Frage. Ehrensache, dass er dem „Simpel“ dabei ein regional geprägtes „b“ verleiht.

So witzelt der größere Bruder des achtjährigen Lenn eine Viertelstunde lang unter manchem Johlen im Saal und hat dabei sichtbare Freude. Ganz früh nahm ihn Sitzungschef Helfmann im Elferrat auf den Schoß und ließ ihn das „Ebbedshause Helau“ schmettern. Dann tanzte Marc in der Kindergruppe „Funnys“ mit, ehe er Gott Jokus in einer der kreativsten Nachwuchsnummern der vergangenen Jahre (Kinder enterten die FVCA-Sitzung und hielten innerhalb der großen Show in Windeseile ihre eigene Minisitzung ab) huldigte und seine Begabung noch sichtbarer wurde. „Die Bühne ist meine Welt!“, sagt der Eppertshäuser. „Da oben gebe ich Vollgas!“

Dass Marc schon jetzt fast kultiger Teil der lokalen Narretei geworden ist, kommt mit Blick auf seine Familie nicht allzu überraschend. Papa Reiner, der auch Marcs Vorträge schreibt („Die spricht er mir dann aufs Handy und ich höre sie mir mehrmals täglich an“) trat mehrfach in Zwiegesprächen mit Marc Ries auf der Eppertshäuser FVCA-Sitzung und der (inzwischen eingestellten) Münsterer FSV-Sitzung auf. Diesmal war es beim FVCA allein mit einem Vortrag dabei. Außerdem sang er bei den „Los Crachos“, während Mutter Jaqueline im Damenballett tanzte. Über die Proben der Eltern kam Marc, zu dessen Hobbys auch Tischtennis beim TTC Eppertshausen und Tennis in der Schule zählen, zu seiner jecken Passion.

Dafür, etwas zusammen zu machen, sei es noch etwas zu früh, sagt Reiner Sperl zwar. In Lutz und Colin Murmann hat ein anderes Eppertshäuser Vater-Sohn-Gespann diesen Schritt dieses Jahr jedoch erstmals gewagt. Vor Marc Sperl war Colin Murmann – inzwischen zum jungen Mann gereift – die größte Nachwuchshoffnung unter den FVCA-Rednern gewesen. Nun hat der Verein sein nächste Ass in der Pipeline.

(Text: jedö)