Fortschreibung kommunale Altersplanung in Offenbach gestartet

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Dank eines stetigen Zuwachses der Bevölkerung insgesamt altert die Stadtgesellschaftin Offenbach im Vergleich zu anderen Kommunen zwar langsamer, aber stetig. (Foto: Stadt Offenbach / Katja Lenz)

Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Und auch in Offenbach nimmt der Anteil der älteren Bevölkerung stetig zu. Die damit einhergehenden Anforderungen an die Stadt verändern sich. Aus diesem Grund hat die Stadt den „Bedarfsplan für ältere Menschen in Offenbach“ entwickelt, der nun fortgeschrieben werden soll. Auftakt bildete eine Fachkonferenz am 1. Februar 2024, die von Sozialdezernent Martin Wilhelm eröffnet wurde. „Offenbach wächst. Und damit steigt auch die Anzahl der älteren Menschen in unserer Stadt. Aber wir werden heute glücklicherweise auch älter als noch vor einigen Jahren. All das stellt uns vor neue Aufgaben und Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen müssen“, so Wilhelm.

Insbesondere ist die Gruppe der 55 bis 64-Jährigen im Vergleich zu 2016 (15.293 Personen) auf 18.379 Personen (2022) gestiegen. Auch die Anzahl der über 84-Jährigen hat sich von 2.713 im Jahr 2016 auf 3.223 im Jahr 2022 erhöht. Dank eines stetigen Zuwachses der Bevölkerung insgesamt altert die Stadtgesellschaft im Vergleich zu anderen Kommunen zwar langsamer, aber stetig. Die damit verbundenen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur werden in den kommenden Jahren noch sichtbarer werden. Umso mehr wird „Älterwerden in Offenbach“ ein Thema, das sowohl die Bürgerinnen und Bürger insgesamt, als auch die politisch Verantwortlichen vor neue Herausforderungen stellt.

Erstmals wurde im Jahr 2003 ein kommunaler Altenplan vorgelegt. Durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2008 wurde dieser regelmäßig aktualisiert, ergänzt und fortgeschrieben. So kam es im Jahr 2017 zur „ersten Fortschreibung der Bedarfsplanung für ältere Menschen in Offenbach am Main“. Seither hat sich nicht nur die Alterung – also eine Verschiebung in der Altersstruktur, durch die es mehr ältere Menschen und weniger jüngere gibt – verändert. Besonders gravierend sind die Folgen für die Sozialsysteme, insbesondere Rente, Pflege und Gesundheit. Denn sowohl Alterung als auch Bevölkerungsrückgang wirken sich auf die öffentlichen Finanzen aus. Grund genug, sich den demografischen Herausforderungen auf der kommunalen Ebene genauer zu widmen.

Bedarfe und Bedürfnisse älterer Menschen als auch die Struktur kommunaler Altenhilfe in den Fokus gerückt

Mit der Fortschreibung der kommunalen Altersplanung in 2024 werden die Bedarfe und Bedürfnisse älterer Menschen als auch die Struktur kommunaler Altenhilfe in den Fokus gerückt. Sie soll Ausgangsbedingungen, Bedarfe und Herausforderungen der nächsten Jahre darstellen und Handlungsoptionen – insbesondere für die kommunale Politik – aufzeigen. Ziel ist, einen Rahmen zur Orientierung für kommunale Altersplanung zu erarbeiten. In der Fachkonferenz wurden die Themen der ersten Fortschreibung aufgegriffen und auf ihre Umsetzung hin überprüft. Anschließend konnte in Workshops nicht nur intensiv diskutiert, sondern auch zielgerichtet gearbeitet werden. Dabei sind konkrete Ideen entwickelt worden, wie das Älterwerden in der Stadt in den nächsten Jahren gestaltet werden kann. Die zahlreichen und vielfältigen Vorschläge werden in den nächsten Wochen durch die kommunale Altersplanerin Astrid Hubert weiterbearbeitet. Dabei betont sie schon jetzt, dass es möglicherweise zu weiteren Workshop Runden kommen wird, um die Themen weiter zu vertiefen.

Die Ergebnisse der Fachkonferenz, die unter einer hohen Beteiligung unterschiedlicher Interessensgruppen zustande gekommen sind, bilden eine „sehr gute Grundlage für die Ausgestaltung der zukünftigen Arbeit“, meint die kommunale Altersplanerin Astrid Hubert. Vor allem sind derartige Beteiligungsverfahren zwar aufwendig, aber für den Diskurs untereinander zwingend notwendig. Denn die verbindliche Beteiligung auch der Seniorinnen und Senioren selbst, ist ein Gewinn für alle und zeigt die praktizierte Teilhabe einer Stadt, die zur Mitgestaltung des Gemeinwohls einlädt. Es geht nunmehr weiter mit der Fortschreibung des Altenplans. Dabei bleibe die Grundphilosophie erhalten, Hilfestellung dazu zu leisten, dass Menschen möglichst lange selbstständig in ihrem gewohnten Lebensumfeld leben können, betont Sozialdezernent Martin Wilhelm: „Denn Älterwerden ist ein Geschenk, das nicht allen Menschen vergönnt ist und das sich in den letzten 40 Jahren sehr verändert hat.“

(Text: PM Stadt Offenbach)