Darmstadt: Neugestalteter Grünzug am Ritula-Fränkel-Weg eröffnet

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(Symbolfoto: pasja1000 auf Pixabay)

Grünflächendezernent Michael Kolmer hat für die Wissenschaftsstadt Darmstadt am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit am Bau Beteiligten und Anwohnerinnen und Anwohnern den neu gestalteten Grünzug im Darmstädter Edelsteinviertel eröffnet. Er befindet sich auf 4.900 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe zum Ostbahnhof, beginnt im Westen am Ende des Parkplatzes am Ostbahnhof auf der Höhe des „Agora das Lokal“ und verläuft bis zur Straße „Am Molkenbrunnen“.

„Ich bin sehr froh, dass wir heute nach etwas mehr als einem Jahr effektiver Bauzeit diesen vielfach von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Edelsteinviertels gewünschten Grünzug feierlich eröffnen können“, erklärt dazu Grünflächendezernent Kolmer. „Das neue Areal ist dabei nicht nur eine Parkanlage, sondern stellt mit seinem breiten Weg auch eine wichtige und alternative Route für Fußgänger und untergeordnet Radfahrer anstelle der Erbacher Straße dar und verknüpft damit die Rosenhöhe mit dem Bahnübergang am Judenteich. Weiterhin wird das Wohngebiet ergänzend angebunden und mit öffentlichen Grünflächen und Aufenthaltsbereichen ausgestattet. Entstanden ist also eine wichtige Wegeverbindung entlang der Bahntrasse zwischen dem Ostbahnhof im Westen des Grünzugs und der Straße ‘Am Molkenbrunnen’ im Osten. Von hier aus wird das gesamte Wohngebiet ergänzend angebunden. Die neu gestalteten Freiflächen dienen zur Naherholung für das gesamte Quartier.“

Reger Austausch zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung

Zu dem jeweiligen Planungsstand des Grünzugs entlang der Bahnlinie im Edelsteinviertel (Baugebiet O17) gab es in der Vergangenheit mehrere Beteiligungsformate mit regem Austausch zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung bei guter Resonanz: „Die Vorstellungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger wurden dabei aufgenommen und flossen in die Ausführungsplanung ein“, erläutert Kolmer.

Bereits zum Jahresanfang 2022 wurden die notwendigen und von der Deutschen Bahn geforderten Zaunarbeiten vorab als Abgrenzung und Sicherung zur Bahnstrecke ausgeführt. Dafür erfolgten zunächst eine Kampfmittelsondierung und ein Rückschnitt von Gehölzen im Bereich der geplanten Zauntrasse. Im Anschluss entstand ein 2,50 Meter breiter asphaltierter Weg, der sich durch den gesamten Grünzug schlängelt. Im Bereich des Café AGORA und dem Wohnhaus wurde die Fläche aufgeweitet, um eine Verknüpfung der privaten Fläche mit dem Backofen von den Agora-Häusern und der öffentlichen Fläche zu ermöglichen: „So entsteht ein Raum für mehr Kommunikation und Austausch innerhalb des Stadtviertels. Außerdem laden mehrere Spielpunkte für unterschiedliche Altersgruppen zum Aufenthalt ein. Zusätzlich kann an einer Calisthenics-Anlage, einem Doppelbarren sowie Reck mit dem eigenen Körpergewicht ein Workout erfolgen“, so Kolmer weiter.

Ebenfalls im Jahr 2022 erfolgte bereits die Benennung dieser neuen Wegeverbindung. Er ist nach Ritula Fränkel benannt. Sie war eine Darmstädter Künstlerin, Kind von Holocaust-Überlebenden, Mitglied der AGORA und maßgeblich an dem direkt am Weg befindlichen Wohnprojekt beteiligt. Zu ihren wohl bekanntesten Kunstobjekten zählen das Denkzeichen Güterbahnhof an der Kirschenallee, zu den bedeutendsten gehört der Erinnerungsort Liberale Synagoge auf dem Klinikum-Gelände. „Dem Wunsch der AGORA Wohnungsbaugenossenschaft eG, die heute eröffnete Wegeverbindung nach Ritula Fränkel zu benennen, kam der Magistrat sehr gerne nach. Es freut mich, dass dieser Ort eine würdige Namenspatin gefunden hat. Ich glaube es würde ihr hier sehr gut gefallen, nicht nur um Inspirationen zu finden“.

Förderung der Biodiversität

Mittelgroße und kleinkronige Bäume spenden künftig Schatten in heißen Sommern. Bei der Auswahl der Bäume wurde vor allem Wert auf heimische und trockenheitsverträgliche Bäume wie Feldahorn, Esche und Linde gelegt. Vereinzelte Strauchgehölze bieten Vögeln und Insekten einen Lebensraum. Größere zusammenhängende Flächen, die nur selten gemäht werden, bieten ebenso Lebensraum für Insekten und tragen zur Biodiversität auf den Flächen bei. Zur Förderung der Biodiversität wird ein größerer Teil der Fläche extensiv mit Wiesenflächen gestaltet, insgesamt etwa 1.400 Quadratmeter. Um den Insekten ihren neuen Lebensraum angenehm zu gestalten, wurden zudem insektenfreundliche Lampen für die Beleuchtung gewählt.

Der gesamte Grünzug ist mit Ausnahme der Nachtstunden zwischen 23 bis 5 Uhr ausgeleuchtet, damit er auch in den Herbst-/Wintermonaten sicher genutzt werden kann. Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt noch eine dreijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege durch die ausführende Firma.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)