Wiesbaden: Grünflächenamt und Imkerverein sammeln verblühte Frühblüherzwiebeln

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(Symbolfoto: Michael Gaida auf Pixabay)

Auf allen Wiesbadener Friedhöfen werden in der Woche nach Ostern wieder Sammelstellen für abgeblühte Zwiebelgewächse aufgestellt. Ziel ist es, möglichst vielen Schneeglöckchen, Tulpen, Traubenhyazinthen, Krokussen und Narzissen vor dem Kompost zu bewahren.
„Die gesammelten Blumenzwiebeln werden auf öffentlichen Flächen wieder eingepflanzt. Im nächsten Frühjahr treiben sie wieder aus und bilden einen bunten Blütenteppich, der besonders stark gefährdeten früh schlüpfenden Wildbienen eine wichtige Nahrungsquelle bietet“, kündigt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger an.

Die Idee zur Blumenzwiebelsammlung hatte vor einigen Jahren der Wiesbadener Imkerverein, die bei der Friedhofsverwaltung auf breite Unterstützung stieß. Er stellt auch die Informationstafeln und Sammelkörbe. Zusammen mit den Gärtnerinnen und Gärtnern der Stadt betreuen seine Mitglieder auch die Sammelstellen und leeren die Körbe.

„Wir haben im vergangenen Jahr einen ganzen Traktoranhänger Blumenzwiebeln eingesammelt und auf verschiedenen Flächen wieder eingepflanzt. Jetzt blüht es dort in allen Farben und wir beobachten mit großer Freude, wie die Insekten die bunten Nektarrestaurants eifrig besuchen“, freut sich der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden, Siggi Schneider. Nicht zuletzt auch deshalb, weil nach Bekanntwerden der Sammelaktion zahlreiche Städte und Gemeinden Informationen zu der Aktion angefordert haben und selbst Blumenzwiebeln sammeln wollen.

Beitrag gegen das Insektensterben

„Wir wollen mit Unterstützung der Friedhofsbesucherinnen und -besucher einen weiteren Beitrag gegen das Insektensterben leisten. Die kleinen Krabbler und Brummer sind für die Natur ganz besonders wichtig, finden aber in unserer urbanisierten Landschaft kaum noch Nahrung und Nistmöglichkeiten. Friedhöfe leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Insekten. Sie werden immer mehr zu Rückzugsgebieten für die nützlichen Bestäuber“, betont Christina Freitag, die für die gärtnerische Pflege der Wiesbadener Friedhöfe verantwortlich ist.

Die Aktion „Blumenzwiebel-Retter“ ist ein weiteres Element der Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Grünflächenamt und dem Wiesbadener Imkerverein. Zusammen mit den Wiesbadener Imkerinnen und Imkern wurden in den letzten Jahren nicht genutzte Bestattungsflächen in artenreiche Blumenwiesen umgewandelt. Sie werden vor allem von Wildbienen und Schmetterlingen angeflogen.

An der Aktion „Blumenzwiebelretter“ können sich auch die Wiesbadener Gärtnereien und Floristen beteiligen, in dem sie nicht verkaufte Frühblüher sammeln. Größere Mengen holt der Imkerverein ab, info@imkerverein-wiesbaden.de, kleinere Mengen können in die Sammelkörbe gegeben werden.

Die Friedhofsabteilung im Grünflächenamt der Landeshauptstadt Wiesbaden unterhält insgesamt 21 Friedhöfe im Stadtgebiet. Weitere Informationen über die Friedhöfe und Bestattungskultur in Wiesbaden, die unterschiedlichen Grabarten und Bestattungsformen sowie das Serviceangebot der Abteilung Friedhofswesen können auf der Internetseite www.friedhoefe-wiesbaden.de abgerufen werden.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)