Barrierefreiheit: Verkehrsknoten Textorstraße/Darmstädter Landstraße in Frankfurt wird umgebaut

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Die Umbaumaßnahmen in Sachsenhausen sind im vollen Gange. (Foto: Bernd Georg)

Geplant sind umfassende bauliche Optimierungen, die einen vernetzten Verkehr fördern und die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigen

Nicht erst im Berufsverkehr zeigt sich, wie hoch die Anforderungen an dem belebten Verkehrsknoten Textorstraße / Darmstädter Landstraße / Dreieichstraße / Heisterstraße sind. Hier verkehren drei Straßenbahnlinien, zwei Buslinien und rund 28.000 Fahrzeuge täglich. Hinzu kommen Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger, die zum Einkaufen, zu den Schulen und Arbeitsplätzen unterwegs sind oder in Bus und Bahn zusteigen. Mit Blick auf künftige Anforderungen an einen zunehmend dichten, vielfältigen Verkehr wird schnell klar: Es besteht Optimierungsbedarf.

„Wenn wir eine zeitgemäße Infrastruktur in Frankfurt errichten wollen, die allen Verkehrsteilnehmenden Raum gibt und den jeweiligen Bedürfnissen Rechnung trägt, kommen wir um einen grundhaften Umbau nicht herum“, erläutert Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. Er ergänzt: „Mit dem aktuellen Umbauprojekt sorgen wir nicht nur in den Kreuzungsbereichen, sondern auch an Straßenbahn- und Bushaltestellen für Sicherheit und Komfort. Damit gehen wir in Sachsenhausen einen weiteren Schritt hin zur barrierefreien Stadt und zur Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel.“

Die Stadt investiert rund 4,2 Millionen Euro in die Modernisierung der Infrastruktur und erhält rund 1,5 Millionen Euro Fördergelder aus dem Mobilitätsfördergesetz.

Der Umbau umfasst folgende Maßnahmen

Barrierefreier Umbau der Straßenbahnhaltestellen Lokalbahnhof / Textorstraße
Barrierefreier Umbau der Bushaltestellen Lokalbahnhof / Darmstädter Landstraße inklusive der Anschlussbereiche
Barrierefreier Umbau der Querungsstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger, die an die oben genannten Haltestellen angrenzen, sowie der angrenzenden Gehwege
Neueinrichtung von Schutzstreifen für Radfahrerinnen und Radfahrer
Modernisierung aller technischen Anlagen im Knotenpunktbereich, dazu zählen Ampelanlagen, Oberleitungen der Straßenbahn und Straßenbeleuchtung

Die Planung dazu legte der Magistrat im Februar 2023 der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vor. Dieser Bau- und Finanzierungsvorlage für den „Barrierefreien Ausbau der Straßenbahnhaltestelle Lokalbahnhof / Textorstraße sowie des Knotenpunktes Textorstraße / Darmstädter Landstraße inklusive der Bushaltestelle Lokalbahnhof / Darmstädter Landstraße (M 19/2023) stimmten die Stadtverordneten im März 2023 zu (Paragraph 2980/2023), sodass das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) die Planungen finalisieren, die Arbeiten ausschreiben und die Förderung beantragen konnte. Vor knapp zwei Wochen. Unmittelbar nach Ostern dieses Jahres begann das ASE mit den Bauarbeiten.

Zunächst werden die Straßenbahnhaltestellen barrierefrei

Innerhalb der nächsten 21 Monate, bis zum Jahresende 2025, werden in insgesamt sieben Bauphasen die notwendigen Arbeiten umgesetzt.

Der Umbau nördlich und südlich der Textorstraße erfolgt separat nacheinander. „Die Zweiteilung der Bauarbeiten in Nord- und Südhälfte der Textorstraße ist geplant, damit die Verkehrsbeeinträchtigungen während der Fußball-EM, bei der Frankfurt Spielort ist, so gering wie möglich sind“, erläutert Stadtrat Siefert.

Nach ersten Vorarbeiten geht es ab Mitte April mit dem barrierefreien Ausbau der Straßenbahnhaltestelle auf der Südseite der Textorstraße los. Rund fünf Monate sind für die Arbeiten vorgesehen. Während dieser Zeit werden der Rad- und Kfz-Verkehr noch im Einbahnverkehr in östlicher Richtung möglich sein. Sind die Arbeiten auf der Südseite beendet, folgt der barrierefreie Umbau der Haltestelle auf der Nordseite der Textorstraße, an deren Ende weitere fünf Monate später ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich sein wird.

Ab Frühjahr 2025 folgen die Bushaltestellen

Das ASE plant, in 2025 mit dem barrierefreien Umbau der Bushaltestellen Lokalbahnhof / Darmstädter Landstraße sowie der Anschlussbereiche zu beginnen. Auch hier sind je Straßenseite zirka fünf Monate für die Arbeiten veranschlagt. Beginnen wird das ASE auf der Westseite der Darmstädter Landstraße, bevor es daran anknüpfend die Haltestelle auf der Ostseite umbaut. Werden Haltestellen umgebaut, gibt es Ersatzhaltestellen für die Fahrgäste.

Barrierefreiheit auch an allen Fahrbahnquerungen – Radverkehrsachse in West-Ost-Richtung

Zum umfassenden barrierefreien Umbau zählen selbstverständlich auch sämtliche Querungsstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger. Im Rahmen der jeweiligen Bauphasen werden diese ebenfalls umgebaut, um künftig auch mobilitätseingeschränkten Personen das Queren der Fahrbahnen deutlich zu erleichtern und sicherer zu machen. Freilich werden in dem Zusammenhang auch alle Gehwege im unmittelbaren Umfeld erneuert. Für Radfahrende entstehen Schutzstreifen im Knotenpunktbereich, die dem Verkehrsmittel Raum geben und die Sichtbarkeit verbessern.

Technische Anlagen werden ebenfalls modernisiert

Abgerundet wird das Großprojekt durch die Modernisierung aller technischen Anlagen im Knotenpunktbereich. So werden die Ampelanlagen technisch genauso erneuert wie die Oberleitungen der Straßenbahn und die Straßenbeleuchtung.

Vollsperrung der Textorstraße zwischen Martin-May-Straße und Darmstädter Landstraße – Ersatzhaltestelle und zusätzliche Tram-Linie vorhanden

Während der Arbeiten auf der Südseite der Textorstraße wird diese zwischen Martin-May-Straße und Darmstädter Landstraße vollgesperrt. Die Straßenbahnlinien 15, 16 und 18 werden ab Montag, 15. April, für rund zehn Monate durch die Arbeiten in der Textorstraße unterbrochen und verkehren auf anderen Linienwegen. Der Abschnitt zwischen Südbahnhof und Lokalbahnhof ist gesperrt. Die S-Bahn verbindet die Stationen weiterhin in dichtem Takt.

Da sich Schulwege durch die Bauarbeiten möglicherweise ändern, wurden die Sachsenhäuser Schulen in großem Radius um die Baustelle über die Arbeiten und deren Auswirkungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr informiert. Da ein effizienter Fahrweg mit dem Bus nicht möglich ist, wird kein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Es gibt jedoch zeitnah eine Ersatzhaltestelle an der Linie 16 an der Station Südbahnhof Bruchstraße sowie die zusätzliche Tram-Linie 22.

Zum Jahresende 2025 sollen nach derzeitiger Planung die Straßenbauarbeiten erledigt sein. Damit der Baulärm Anwohnende und Verkehrsteilnehmende nicht zu stark beeinträchtigt, wird der Asphalt im Bereich des Knotenpunkts an zwei Wochenenden zum Ende der Arbeiten hin erneuert. Über die Arbeiten wird rechtzeitig informiert. Weitere Informationen zum Bauvorhaben finden sich unter frankfurt.de/textorstrasse.

(Text: PM Stadt Frankfurt)