Europäische Impfwoche: Routine-Impfungen wieder stärker in den Blick nehmen

239
(Symbolfoto: Mat Napo auf Unsplash)
Anlässlich der Europäischen Impfwoche vom 21. bis zum 27. April hat Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz dazu aufgerufen, Routine-Impfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, wieder stärker in den Blick zu nehmen: „Es ist sehr sinnvoll, den Impfausweis beim Arztbesuch dabei zu haben, damit auch immer nachgeschaut werden kann, ob man eine Auffrischung braucht. Möglicherweise braucht es mal wieder Impftermine gegen Kinderkrankheiten, Tetanus, Diphtherie oder Hepatitis B“, sagte Gesundheitsministerin Diana Stolz und ergänzte: „Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen. Die Europäische Impfwoche macht alljährlich darauf aufmerksam, wie wichtig sie für den Gesundheitsschutz von uns selbst und allen anderen sind.“

Impfungen tragen zum Schutz der Gemeinschaft bei

Viele Impfungen schützen nicht nur die geimpfte Person, sondern tragen auch zum Schutz der Gemeinschaft bei. Letzteres ist insbesondere für diejenigen wichtig ist, die sich aus gesundheitlichen Gründen oder aus Altersgründen nicht impfen lassen können. „Lassen Sie Ihren Impfstatus bei allen Impfungen überprüfen, um Impflücken zu schließen“, so Stolz.

Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) arbeitet seit 2019 intensiv daran, die Impfquoten mit einer Integrierten Landesimpfstrategie (ILIS) nachhaltig zu erhöhen und neue Wege zu beschreiten, um die Akzeptanz aller von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen zu steigern. In diesem Jahr wird die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen verstärkt in den Fokus genommen. Die „Landesarbeitsgemeinschaft Impfen“, zu deren Mitgliedern die Landesärztekammer, Berufsverbände der ärztlichen Fachgebiete, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen, der Öffentliche Gesundheitsdienst und zahlreiche weitere Akteure zählen, unterstützt die Integrierte Landesimpfstrategie und trägt dazu bei, den Impfgedanken in der Bevölkerung zu verankern.

Hintergrund

Zur Herstellung eines sicheren Gemeinschaftsschutzes variiert für jede Infektionskrankheit der erforderliche Anteil der geimpften Personen in der Bevölkerung. Der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen zufolge liegt er, hinsichtlich der Diphtherie, z. B. bei mindestens 85 Prozent, für Masern bei mindestens 92 – 95 Prozent. Bei Krankheiten, bei denen das Ziel ist, sie einer regionalen oder weltweiten auszurotten, wie z.B. im Falle der Röteln und Masern, müssen die dafür notwendigen sehr hohen Immunitätsraten (90 Prozent oder sogar 95 Prozent) flächendeckend erreicht werden, und zwar nicht nur auf Bundeslandebene, sondern auch auf Landkreis- bzw. Stadtebene. Nur dann können bei hoch kontagiösen Krankheiten (z. B. Masern, Pertussis, Varizellen) auch regionale und lokale Ausbrüche verhindert werden.

Spezifische Impfquotenziele in Deutschland sind im Nationalen Impfplan (NIP) von 2015 dargelegt und wurden in Anlehnung an die WHO-Ziele und vor dem Hintergrund der epidemiologischen Situation formuliert .