Hochtaunuskreis: Ombudsmann legt Jahresbericht vor

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Ombudsmann Waldemar Schütze übergibt den Bericht an den Ersten Kreisbeigeordneten Thorsten Schorr und Robert Dinges vom Kommunalen Jobcenter. (Foto: Hochtaunuskreis)

Seit nun mehr zwölf Jahren fungiert Waldemar Schütze als Ombudsmann des Hochtaunuskreises als Schnittstelle zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Kommunalen Jobcenter (KJC). Der Ombudsmann des Kreises ist ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen, die Fragen im Umgang mit dem KJC haben oder die sich dort nicht verstanden und unterstützt fühlen. „Wir wissen aus Erfahrung, dass viele Menschen, Bedenken haben, bei Fragen oder bei Problemen mit dem KJC bei den dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch einmal vorstellig zu werden“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr. „Daher sind wir froh, dass wir mit Waldemar Schütze jemanden haben, der sich ehrenamtlich als neutraler Sachwalter diesen Personen annimmt und sie im Umgang mit dem KJC unterstützt.“ Waldemar Schütze übernehme dabei sehr erfolgreich die Rolle eines Dolmetschers zwischen Behörde und Kunden.

Anfragen entsprechen dem Niveau des Vorjahres

Aus dem nun von Schütze vorgelegten Bericht für das Jahr 2023 geht hervor, dass er im Zeitraum 508 Anfragen, davon 207 mit erweitertem Beratungsbedarf bearbeitet hat. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Dabei war das Kundenreaktionsmanagement des KJC der wichtigste Ansprechpartner. „Die Zusammenarbeit mit dem Kundenreaktionsmanagement ist in der Regel problemlos und lösungsorientiert“, bilanziert Schütze. Das Kundenreaktionsmanagement informiert den Ombudsmann binnen einer Woche über den Sachstand des Falls. Anschließend werden die noch ungeklärten Sachverhalte abgearbeitet. Der Ombudsmann ist überzeugt, dass durch diese gute Zusammenarbeit „mögliche Widersprüche und gegebenenfalls auch in der Folge Klagen vor den Sozialgerichten“ vermieden worden seien. „Davon haben alle profitiert.“

Ein Thema, mit dem Schütze konfrontiert wurde, war unter anderem das Bürgergeld. „Hier gibt es eine Reihe schwer verständlicher Begriffe und Sachverhalte“. In Gesprächen mit den Betroffenen gelang es dem Ombudsmann zumeist, diese Unklarheiten auszuräumen. „Es gab viel Halbwissen, das zu falschen Vorstellungen geführt hat.“ Bei Einführung des Bürgergeldes zum 01. Januar bzw. zum 01. Juli 2023 sei eine neue Schwerpunktsetzung hin zur langfristigen Vermittlung in Arbeit durch Stärkung der Aus- und Fortbildung gesetzt worden. Diesbezügliche Erfolge würden aber erst in Zukunft zu erwarten sein.

Andere wandten sich hilfesuchend an den Ombudsmann, weil ihnen aufgrund von nicht geleisteten Zahlungen an den Energieversorger Stromsperren drohten. Gründe hierfür waren zumeist eine nicht rechtzeitige Antragstellung, aber auch Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge. Hier suchten Schütze und das Kundenreaktionsmanagement den Kontakt zu den Stromanbietern, um diese Sperrungen abzuwenden.

Ohnehin war Schütze immer wieder mit dem Thema Wohnen konfrontiert. Aufgrund einer Anpassung der Mietobergrenzen zum 1. September 2023 durch den Hochtaunuskreis hat sich die Lage für Betroffene, die händeringend bezahlbaren Wohnraum suchen, etwas entspannt. Dennoch: „Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt mit seinen überhöhten Mieten können nicht mit den Mitteln des Sozialrechts ausgeglichen werden“, ist er aus seiner Praxiserfahrung überzeugt.

Verzögerte Mietzahlen ein immer wieder auftretendes Problem mit großer Tragweite

Seit Einrichtung der Ombudsstelle sind verzögerte Mietzahlen ein immer wieder auftretendes Problem mit großer Tragweite. Denn daraus kann für die Betroffenen eine Kündigung des Mietverhältnisses resultieren. „In diesem Falle gilt: Obdachlosigkeit ist unbedingt zu verhindern, egal, was der Auslöser für diese Situation war. Hier ist schnelles Handeln erforderlich“, betont Schütze. Dabei ist der direkte Kontakt des Ombudsmannes zu den Sozialverbänden, den Rathäusern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden wie auch zum KJC von großer Bedeutung, um die Situationen rechtzeitig zu entschärfen. „Der Verlust der Wohnung ist für die Betroffenen oftmals der Beginn einer Abwärtsspirale. Denn bei der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt ist es für diesen Personenkreis nur schwer möglich, eine neue Bleibe zu finden.“

Nach nunmehr zwölf Jahren hat sich die Stelle des Ombudsmanns im Hochtaunuskreis längst etabliert. Gemeinsam mit dem Kundenreaktionsmanagement wurden Verfahrensverläufe vereinfacht und verbessert. Doch überflüssig ist die Stelle deswegen noch lange nicht. „Für die Kundinnen und Kunden ist es wichtig, bei Problemen an eine unabhängige und neutrale Vermittlungsstelle herantreten zu können. Das schafft Vertrauen, und das ist wiederum die Basis für gemeinsame Lösungen“, so Waldemar Schütze.

Sein Dank gelte besonders der inzwischen ausgeschiedenen Sozialdezernentin und Kreisbeigeordneten Katrin Hechler. Diese habe stets seine Arbeit unterstützt und eine Kultur des „Wir helfen gerne“ im KJC verankert, so Schütze Ebenso bedanke er sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KJC, die seine Tätigkeit nie als Kritik oder Einmischung verstanden hätten, sondern stets als hilfreiche Unterstützung.

Info: Der Ombudsmann

Der Ombudsmann des Hochtaunuskreises wirkt in den Bereichen des Sozialgesetzbuches (SGB) II, VIII und XII. Er ist Ansprechpartner für Personen die Hilfe und Unterstützung im Umgang mit der Behörde in Zusammenhang mit den Bereichen des SGB II (Grundsicherung bei Arbeitslosigkeit) und SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) suchen. Das Ehrenamt wurde aufgrund von Konfliktfällen durch Beschluss des Kreisausschusses vom 20.12.2011 geschaffen. Es war die erste Einrichtung einer solchen Stelle in Hessen. Inzwischen gibt es in Hessen weitere acht Ombudsstellen, die in gegenseitigem Austausch stehen.

Das Büro des Ombudsmannes ist Dienstag von 10 bis 12 Uhr und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr besetzt.

Der Kontakt erfolgt über Telefon: 06172-999 8888 oder per E-Mail an ombudsmann@hochtaunuskreis.de

Danach erfolgt der Rückruf des Ombudsmannes, um noch zu klärende Fragen zielgenau zu klären und so den gesamten Sachverhalt konkret zu erfassen.

(Text: PM Hochtaunuskreis)