Hitzeaktionsplan für Wiesbaden: Hilfe zur überlebenswichtigen Selbsthilfe

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Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger präsentiert den Hitzeaktionsplan. (Foto: Landeshauptstadt Wiesbaden)

Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Dienstag, 30. April, einen Hitzeaktionsplan für Wiesbaden beschlossen.

„Der Wiesbadener Hitzeaktionsplan ist ein weiterer, wichtiger Baustein in unserer Strategie zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung“, erläutert Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger.

Als Folge des Klimawandels steigen seit Jahren die Durchschnittstemperaturen, Hitzewellen werden häufiger, länger und intensiver. Dies alles beeinflusst unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Um die Wiesbadener Bevölkerung vor den negativen Folgen der Sommerhitze besser zu schützen, wurde unter Federführung des Umweltamtes und unter Beteiligung weiterer städtischer Ämter und anderer Akteure ein Hitzeaktionsplan für Wiesbaden entwickelt. Dieser wurde im Magistrat beschlossen und wird nun den Stadtverordneten zur Abstimmung vorgelegt.

Der Hitzeaktionsplan dient mehreren Zielen

Zum einen setzt der Hitzeaktionsplan auf Akutmaßnahmen, die während Hitzewellen das gesundheitliche Wohlergehen von besonders gefährdeten Gruppen schützen. Zum anderen informiert er über die Gefahren von Hitze und UV-Strahlung, um das Bewusstsein für vorbeugende Maßnahmen zu schärfen.

Darüber hinaus gibt er Einblicke in planerische Maßnahmen, mit denen öffentliche Plätze und Parkanlagen in Wiesbaden widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit gemacht werden.

„Der Park auf dem Elsässer Platz und der Wasserspielplatz in der Herbert-Anlage zeigen, wie wir mit baulichen Maßnahmen zur Abkühlung beitragen. So greifen unsere Konzepte ineinander, um die Folgen des Klimawandels für die Bewohner und Bewohnerinnen abzumildern“, erläuterte Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger.

Fokus auf die lebenserfahreneren Menschen

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher zeigt sich ebenfalls überzeugt vom Hitzeaktionsplan: „Gerade die ältere Bevölkerung ist anfälliger für gesundheitliche Probleme aufgrund von Temperaturschwankungen. Mit dem Hitzeaktionsplan legen wir auch einen Fokus auf die lebenserfahreneren Menschen in unserer Stadtgesellschaft und wollen diese – neben anderen Bevölkerungsgruppen, besser schützen. Dank der Zusammenarbeit verschiedenster Fachämter wird dies nun immer besser möglich sein“.

„Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz“, sagt Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke. „Für einige Gruppen birgt Hitze eine größere Gefahr als für die Durchschnittsbevölkerung. Es ist ein gesellschaftlicher Auftrag, die verschiedenen Bedürfnisse wahrzunehmen und sich gegenseitig zu unterstützen. Gerade Pflegebedürftige brauchen mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung. An wohnungslosen Menschen sollte man nicht nur in Zeiten extremer Kälte, sondern auch großer Hitze nicht achtlos vorbeigehen.“

Passend zur jeweiligen Zielgruppe beschreibt der Hitzeaktionsplan, welche Informationen erforderlich sind, wie sie die Betreffenden erreichen sollen und wer dafür zuständig ist. Beispiele:
• Hinweise für die Allgemeinheit warnen an Hitzetagen auf den digitalen Infotafeln am Straßenrand – gemanagt vom Tiefbau- und Vermessungsamt.
• Verteilung von Informationsblättern und auffüllbare Wasserflaschen an Obdachlose durch das Sozialleistungs- und Jobcenter.
• Ausführliche Informationen über die Gefahren bei großer Hitze in den Seniorentreffs durch das Amt für Soziale Arbeit und Ausgabe von kostenlosem Trinkwasser.

Praktische Tipps zur überlebenswichtigen Selbsthilfe

Der Hitzeaktionsplan enthält auch praktische Tipps zur überlebenswichtigen Selbsthilfe: Wie erkenne ich zum Beispiel einen Hitzschlag? Wie gelingt die Erste Hilfe in solchen Notfällen? Wie kann ich mich und meine Mitmenschen vorbeugend schützen?

In die Planung sind die Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung zu „Kühlen Oasen und heißen Hotspots“ im Sommer 2023 eingeflossen. Aus deren Erkenntnissen wurde eine „Kühle Karte“ entwickelt, mit deren Hilfe man ab Sommer 2024 gezielt Orte zum Abkühlen im Stadtgebiet finden kann.

Der jetzt vom Magistrat beschlossene Hitzeaktionsplan ist keine statische Vorgabe, sondern eine nach Erfahrungswerten fortzuschreibende Konzeption. Die Maßnahmen werden auf ihre Wirksamkeit überprüft, bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt.

„Die Verantwortung für das Wohlbefinden und die Gesundheit in Hitzephasen liegt jedoch nicht allein bei der Stadtverwaltung. Jede und jeder Einzelne trägt die Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen“, so Hinninger abschließend.

Der Bericht „Hitzeaktionsplan für Wiesbaden“, der aktuelle Maßnahmenkatalog sowie weitere Informationen und Materialien sind auf www.wiesbaden.de/hitzeaktionsplan abrufbar.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)