Vortrag “Datumsangaben entschlüsseln in Kirchenbüchern und anderen Dokumenten”

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Vortrag Datumsangaben entschlüsseln

Im Vortrag “Datumsangaben entschlüsseln in Kirchenbüchern und anderen Dokumenten” wird Andreas Stephan aus Otzberg einen Einblick in die Welt der historischen Kalendersysteme und Datumsangaben geben, die in alten Kirchenbüchern und Dokumenten zu finden sind.

Gregorianische Kalenderreform

Die meisten katholischen Länder Europas führten 1582/1583 den gregorianischen Kalender ein, während die protestantischen Länder den neuen vom Papst dekretierten Kalender zunächst ablehnten. In Deutschland führten die ersten Gebiete die neue Kalenderform 1583 ein. Bis alle Gebiete folgten und mit Friesland 1701 der gregorianische Kalender in Deutschland vollständig eingeführt war, dauerte es einige Zeit. Seit 1583 mussten Kalenderangaben in zweifacher Weise angegeben werden, nach dem alten julianischen und dem neuen gregorianischen Kalender. Durch die unterschiedlichen Kalender kam es auch zu abweichenden Osterterminen. Was das bedeutet wurde in diesem Jahr deutlich, als die Orthodoxen erst am 5. Mai 2024 Ostern feierten.

Weitere Besonderheiten

Der römische Kalender wirkt bis heute nach – z.B. in unseren Monatsnamen. Ursprünglich begann der lateinische Kalender mit dem März. Im Jahre 153 wurde der Jahresbeginn auf den Januar gelegt, wodurch der Dezember nicht mehr der zehnte, sondern der zwölfte Monat im Jahr wurde. Entsprechendes gilt für September, Oktober und November. Quintilis wurde später nach Julius und Sixtilis nach Augustus benannt.

Aber auch eingedeutschte Monatsnamen begegnen den Forschenden gelegentlich in Kirchenbüchern und anderen historischen Dokumenten. Jahreszahlen konnten in Römischen Ziffern in verschiedensten Varianten angegeben sein. Beliebt waren Chronogramme – Sprüche, meist in lateinischer Sprache, bei denen Buchstaben als römische Ziffern hervorgehoben wurden, um beispielsweise das Baujahr eines Hauses herauszustellen.

Wochentage wurden teils mit Planetenzeichen abgekürzt und oft wurde nicht das Datum eines Sonntags angegeben, sondern deren Bezeichnung im Jahreskreis oder der Heiligenname des Tages.

Lassen Sie sich von Herrn Stephan in die faszinierende Welt der historischen Kalendersysteme und Datumsangaben entführen. Sein Vortrag verspricht, Licht ins Dunkel zu bringen und Ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, alte Datumsangaben zu entschlüsseln.

Vortrag Datumsangaben entschlüsseln

Seit 2008 gibt es Ahnenforscherstammtische im der jetzigen Form. Vier Mal im Jahr findet an wechselnden Orten zwischen Bergstraße, Neckar und Main dieses Treffen statt, meist mit Vorträgen, die einen Bezug zum Ort haben. So hatte sich schnell eine Gruppe von Stammbesuchern gebildet, die immer wieder auf neue Interessierte vor Ort trafen.

Seitdem wurde die Erforschung der Odenwälder Orte stark vorangetrieben. Neben etlichen gedruckten Familienbüchern, wie denen für Michelstadt und Reichelsheim, kamen viele Online-Ortsfamilienbücher hinzu, die für jedermann kostenlos zugänglich sind und große Teile des Odenwalds abdecken. genealogy.net – Online-OFBs https://www.online-ofb.de/

Bei den Stammtischen ist immer auch der Austausch der Forschenden und die Fragen der Gäste wichtiger Bestandteil.

Donnerstag, den
23. Mai 2024

19:30 Uhr Vortrag
Im “Grüner Baum”, Große Gasse 17 · 64720 Michelstadt

 

Mehr zur Bezirksgruppe Odenwald des Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. unter http://hfv.ourewald.de/index.htm

Gäste sind immer willkommen, der Eintritt ist kostenfrei.