Gespinstmotte: Ein gruseliger, aber harmloser Anblick

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Symbolbild Gespinstmotte (Foto: Fritz_the_Cat auf Pixabay)

Ihre spektakulären, silbrigen Nester in Bäumen und Sträuchern sind mitunter ein gruseliger Anblick. In den ersten Sommermonaten beginnen die Larven der Gespinstmotten, zwei bis vier Zentimeter lange Raupen, sich von den Blättern diverser Laubbäume und Sträucher zu ernähren. Auch in und rund um Bad Homburg sind bereits Gespinste der Motte entdeckt worden – was zu besorgten Nachfragen bei der Stadtverwaltung geführt hat.

Die Nester sind besonders von Mai bis Juni sichtbar und können oft ganze Bäume umhüllen, was zwar einen gespenstischen, jedoch harmlosen Anblick bietet. „Denn die Traubenkirschen-Gespinstmotte – nicht zu verwechseln mit dem Eichenprozessionsspinner – stellt keine Gefahr für Menschen oder Haustiere dar“, erklärt Bad Homburgs Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak.

Bei starkem Befall werden die Wirtspflanzen von den Gespinstmotten völlig kahlgefressen

Betroffen sind vor allem Traubenkirschen, aber auch Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden sowie Obstbäume wie Äpfel, Birnen und Pflaumen. In den Gespinsten leben mitunter Hunderte von den Larven, die mit großem Appetit die Bäume leer fressen. Bei starkem Befall werden die Wirtspflanzen von den Gespinstmotten völlig kahlgefressen. Ende Juni verpuppen sich die Raupen in ihren Gespinsten. Im Juli schlüpfen kleine weiße Falter mit schwarz gepunkteten Flügeln, die ihre Eier für die nächste Generation schützend in der Nähe von Knospen ablegen. Diese Eier werden mit einem schnell trocknenden Sekret bedeckt, das sie vor der winterlichen Kälte schützt.

Während die meisten Gehölze nach einem Befall wieder austreiben, kann bei Obstbäumen der Ertrag durch die Raupen ernsthaft reduziert werden. Hobbygärtner wird daher geraten, die Gespinste samt Raupen frühzeitig aus den Baumkronen zu entfernen, entweder durch Beschneiden oder durch Abspritzen mit einem kräftigen Wasserstrahl.

Vom Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird abgeraten

In einem artenreichen Garten helfen Nützlinge und natürliche Feinde, wie Vögel, insbesondere Meisen, Schlupfwespen und Raubwanzen, die Population der Motten und ihrer Raupen zu kontrollieren. Vom Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird abgeraten, da die feine Netzstruktur des Gespinstes das aufgesprühte Mittel abperlen lassen würde.

Im Winter können Hobbygärtner an betroffenen Bäumen und Sträuchern die Eigelege der Insekten abkratzen, und im Frühjahr sollte befallenes Laub rechtzeitig entsorgt werden, um die Ausbreitung zu minimieren.

(Text: PM Stadt Bad Homburg v. d. Höhe)