Alte Wache in Ober-Roden mit Anbau fit für die Ganztagsbetreuung machen

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Nach dem einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung soll geprüft werden, ob die alte Feuerwache mit Hilfe eines Anbaus künftig nicht nur als Bürgerhaus, sondern auch für die Ganztagsbetreuung genutzt werden kann. Für den Anbau würde der derzeitige Parkplatz der Volksbank benötigt, die durch einen Grundstückstausch Ersatzflächen bekommen soll. (Foto: PS)

Die Stadt Rödermark zieht für die alte Feuerwache in Ober-Roden, die ohnehin in ein Bürgerhaus umgebaut werden soll, einen Anbau in Erwägung. Dadurch könnte das Gebäude auch für die Ganztagsbetreuung der Trinkbornschule genutzt werden. Für den Anbau würde ein Teil des jetzigen Volksbank-Parkplatzes gebraucht. Die Bank soll durch einen Grundstückstausch Ersatzflächen für ihren Parkplatz bekommen.

Mit dem ab 2026 schrittweise geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern muss diese deutlich ausgebaut werden. In der Trinkbornschule sind die Räumlichkeiten allerdings erschöpft, auch ein Anbau ist dort nicht möglich. Daher wurde von der Stadt die alte Wache als Alternative ins Spiel gebracht. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss den Prüfantrag einstimmig. Kritik kam in der Debatte von der SPD, einige Stadtverordnete der Sozialdemokraten enthielten sich bei der Abstimmung. Die Fraktionsvorsitzende Anke Rüger betonte, dass ihre Fraktion keineswegs gegen die Ganztagsbetreuung ist. Man hätte aber auch andere Möglichkeiten, wie etwa die Nutzung oder Anmietung des Jägerhauses oder des Boarding-House, die sich ebenfalls in unmittelbarer Grundschulnähe befinden, prüfen sollen. Der Magistrat habe aber bei der Suche nach Lösungen manchmal „einen Tunnelblick“, kritisierte Rüger.

Die Alternativvorschläge der SPD seien unrealistisch, meinte Bürgermeister Jörg Rotter (CDU). „In welchem Wolkenkuckucksheim leben Sie denn?“, fragte Rotter in Richtung der Sozialdemokraten. Im Jägerhaus könne man ganz sicher nicht 250 Kinder versorgen. Eine Mensa für die Ganztagsbetreuung mache nur dann Sinn, wenn alle Kinder gemeinsam essen können. Diese großen Räumlichkeiten könne man in Schulnähe nur mit dem Anbau an die alte Feuerwache realisieren. „Wir haben jetzt die Chance, die Wache zu erweitern, da die Volksbank uns die Chance gibt“, meinte Rotter. Das sei eine Win-Win-Situation.

Durch den Vorschlag, die alte Wache auch zur Ganztagsbetreuung zu nutzen, verliere man nichts, sondern gewinne vielmehr eine weitere Nutzungsmöglichkeit hinzu, sagte Rödermarks CDU-Vorsitzende Adrienne Wehner. Wie geplant, könnte das Gebäude künftig als Bürgerhaus etwa von Vereinen für Veranstaltungen genutzt werden. „Wir erweitern aber unsere Möglichkeiten“, meinte Wehner.

SPD kritisiert möglichen Grundstückstausch

Ein Teil des derzeitigen Volksbankparkplatzes wird nun möglicherweise für den Anbau genutzt, der andere Teil soll im Rahmen des Stadtumbaus aber zu einem flexibel nutzbaren Platz in der Nähe der Kulturhalle werden. Ersatz für die bisherigen Parkplätze der Volksbank könnten auf der Fläche der alten Häuser Dieburger Straße 29 („KiR-Haus“) und 31 entstehen, die der Stadt bzw. deren Kommunalen Betrieben gehören. Ein Grundstückstauschvertrag zwischen Stadt und Volksbank ist derzeit in Vorbereitung.

Beschlossen wurde in der Stadtverordnetenversammlung bei einem weiteren Tagesordnungspunkt gegen die Stimmen der SPD erst einmal die Übertragung der Grundstückes Dieburger Straße 29 vom Anlagevermögen der Stadt ins Anlagevermögen der Kommunalen Betriebe, wo das Grundstück Dieburger Straße 31 bereits angesiedelt ist. Dies empfiehle sich, da bei einem Grundstückstausch auch die derzeitige Fläche der Volksbank ins Anlagevermögen der Kommunalen Betriebe übertragen würde, heißt es in der Beschlussvorlage.

Demnächst werde es dann zum Flächentausch zwischen den Kommunalen Betrieben und der Volksbank kommen, blickte die SPD-Fraktionsvorsitzende Anke Rüger voraus. Die Häuser Dieburger Straße 29 und 31 seien dann nicht mehr städtisches Eigentum und man könne dann städtebaulich darüber nicht mehr verfügen. In einem ersten Grundsatzbeschluss zu dem Areal vor zwei Jahren habe sich die Kommunalpolitik aber noch deutlich mehr Spielraum gelassen.

Der AL-Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl sieht den „Ringtausch“, wie er den möglichen Grundstückstausch zwischen Volksbank und Stadt bezeichnete, als sinnvoll an. An der städtebaulichen Vision, in diesem Bereich möglicherweise in Zukunft eine Gemeinschaftseinrichtung für Senioren zu schaffen, halte seine Partei dennoch fest. Björn Beicken stimmte dem Grundstückstausch zwar grundsätzlich zu. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler kritisierte allerdings mit Blick auf frühere Planungen, „mit welcher Schnelllebigkeit hier Beschlüsse und Pläne umgeschmissen werden“.

(Text: PS)