Afrikanische Schweinepest: Kadaversammelplatz in Griesheim eingerichtet

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Wildschwein (Symbolfoto: Michal Renčo auf Pixabay)

Nach dem Fund eines mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten toten Wildschweins in Königstädten im Kreis Groß-Gerau am vergangenen Wochenende hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg nun einen Kadaversammelplatz auf dem ehemaligen Holzmüller Gelände im Norden Griesheims errichtet. Die Einrichtung eines solchen Kadaversammelplatzes ist in jeder infizierten Zone zwingend erforderlich und erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Griesheim.

Vize-Landrat Köhler lobt Zusammenarbeit

„Infizierte Wildschweine dürfen die Schutzzone nicht verlassen. Daher müssen wir einen Kadaversammelplatz in dieser Zone vorhalten. Das ehemalige Gelände der Firma Holzmüller ist ideal dafür, da es ausreichend Platz bietet“, erläutert der Vize-Landrat Lutz Köhler bei einer Begehung des Kadaversammelplatzes. „Nur gemeinsam mit den betroffenen Kommunen kann es uns gelingen ein Ausbreiten der Afrikanischen Schweinpest auf unser Kreisgebiet einzudämmen. Wir arbeiten seit dem zurückliegenden Wochenende Hand in Hand mit den Landwirten, den Jägern, dem Forst sowie den Kommunen Erzhausen, Griesheim und Weiterstadt zusammen. Ich danke ausdrücklich dem Griesheimer Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl, dass er uns das Gelände zur Verfügung gestellt hat.

„Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist eine große Gemeinschaftsaufgabe, die wir meistern werden. Ich freue mich über die Arbeitsteilung zwischen Griesheim und Weiterstadt. Mit den abschließbaren Unterstellmöglichkeiten auf dem ehemaligen Holzmüller-Gelände haben wir einen guten und sicheren Platz. Für die Griesheimer Bevölkerung besteht keinerlei gesundheitliche Gefahr”, erklärt Griesheims Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl.

Bergeteams wurden geschult

An den Kadavern toter Schweine, die große Mengen an Viruspartikeln enthalten, können sich andere Schweine leicht anstecken. Aus diesem Grund müssen die Kadaver entfernt werden. Dabei sind strenge Hygienevorschriften zu beachten. Die Task-Force-Tierseuchenbekämpfung Hessen hat hierzu bereits eine Schulung der Bergeteams vorgenommen. Diese bestehen aus zwei bis vier Mitarbeitern der jeweiligen Stadt- und Gemeindeverwaltung. Die Federführung hat hierbei die Stadt Weiterstadt übernommen.
„Stadtverwaltung, Nachbarkommunen und der Landkreis haben intensiv an Maßnahmen gearbeitet, die dafür sorgen werden, dass die Chance für eine mögliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest so gering wie möglich bleibt“, erklärt Bürgermeister Ralf Möller und weiter: „Weiterstädter Bauhofmitarbeiter werden das Bergeteam stellen.“

Schutzzone 15 Kilometer um Fundort

Die Kommunen Erzhausen, Griesheim und Weiterstadt liegen in Teilen der infizierten Zone, die 15 Kilometer um den Fundort des aufgefundenen infizierten Wildschweins gezogen wurde (wir haben berichtet). Die ASP ist unter Schweinen hoch ansteckend, für Menschen und andere Tierarten vollkommen ungefährlich. Die Pest verbreitet sich auch über kontaminierte Gegenstände wie beispielsweise Transportwagen, Gerätschaften oder auch Schuhe. Daher ist es besonders wichtig ein totes Wildschwein liegen zu lassen und dem Veterinäramt zu melden. Dabei sollen möglichst die GPS Daten//Koordinaten des Fundortes angeben werden. Auf keinen Fall soll in der infizierten Zone ein totes Wildschwein angefasst werden oder am Fundort herumgelaufen werden. Die Bergung des Kadavers erfolgt durch speziell geschulte Bergeteams.

Bisher (Stand: 20. Juni) wurde noch kein infiziertes Wildschwein im Landkreis Darmstadt-Dieburg gefunden. Weitere Informationen zur ASP gibt es im Internet unter https://www.ladadi.de/asp.

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)