Frankfurter Mobilitätsplan im Fokus

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Im Bild (v.l.): Heiko Nickel, Leiter der strategischen Verkehrsplanung der Stadt Frankfurt, und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (v.l.) Heiko Nickel, Leiter der strategischen Verkehrsplanung der Stadt Frankfurt, und Bundesverkehrsminister Volker Wissing. (Foto: Stadt Frankfurt am Main.

Masterplan Mobilität Frankfurt erhält auf NaKoMo-Jahreskonferenz im Bundesverkehrsministerium Berlin eine Bühne

Mit dem Masterplan Mobilität hat der Magistrat der Stadt Frankfurt 2023 eine ganzheitliche Strategie erstellt, welche die Ziele der Mobilitätsplanung für die Stadt festlegt. Im Fokus stehen die Bedürfnisse der Menschen und damit alle Verkehrsarten vom Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr bis zum ÖPNV. Dabei immer im Blick: die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte. Ziel einer solchen nachhaltigen Mobilitätsstrategie, „Sustainable Urban Mobility Plan“ (SUMP) genannt, ist ein einheitliches Leitbild, mit dem die Stadt die Mobilität der Zukunft vor Ort schlüssig und effizient gestalten kann. Die Einführung von SUMPs hatte die EU 2013 mit dem „Urban Mobility Package“ initiiert und mit Förderprogrammen unterstützt. Zehn Jahre später hat Frankfurt mit seinem Masterplan als eine der ersten deutschen Städte eine umfassende Strategie veröffentlicht, die alle maßgeblichen Kriterien eines professionellen SUMP erfüllt.

Vom Verkehrsplan zum Mobilitätsplan: Frankfurter Masterplan Mobilität auf NaKoMo-Jahreskonferenz im Fokus

Aufgrund der hohen Qualität des Masterplans wurde die Stadt Frankfurt eingeladen, die Strategie auf der sechsten NaKoMo-Jahreskonferenz, einer Veranstaltung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) am Donnerstag, 20., und Freitag, 21. Juni, vorzustellen. Auf der Konferenz, die sich an Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Kommunen richtet, standen herausragende Beispiele der „Sustainable Urban Mobility Plans“ deutscher Kommunen im Fokus. Das Motto der Konferenz lautete: „nachhaltig. mobil. Planen. Für lebenswerte und leistungsfähige Städte und Kommunen“. In diesem Rahmen erhielt der Masterplan der Stadt Frankfurt eine Bühne – mit einem eigens vom BMDV produzierten Film und einem Podiumsbeitrag von Heiko Nickel, dem Leiter der strategischen Verkehrsplanung der Stadt Frankfurt.

Thema des Podiumsgesprächs war „SUMP in deutschen Städten: Mehr Lebensqualität durch nachhaltige Mobilität“. Der Tenor der Podiumsdiskussion mit Sibylle Keupen, Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen, Andreas Buskes, Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim, und Jürgen Kettner, Referent Urbane Mobilität von der Generaldirektion Mobilität und Verkehr: Positive Zielbilder sind eine wichtige Voraussetzung für die Veränderung des Mobilitätsverhaltens hin zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln. Und ohne Einbindung aller Stakeholder, insbesondere der Bürgerinnen und Bürger, lässt sich die Mobilitätswende nicht umsetzen. Die Panelgäste unterstreichen auch die Notwendigkeit, die Bedürfnisse der Stadtbesucherinnen und Stadtbesucher sowie Pendlerinnen und Pendler von außerhalb zu berücksichtigen, um langfristig funktionierende Mobilitätspläne zu erstellen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Vernetzung der Städte mit den umliegenden Kommunen.

Nickel betont die Bedeutung des Masterplans für die Wirtschaft und sagt: „Für das Wirtschaftswachstum in Frankfurt ist der Masterplan eine wesentliche Grundlage, weil er ökonomische Vorhaben verkehrlich unterstützt. Wenn wir zum Beispiel die Stadt weiter verdichten und Hochhäuser bauen, können wir eine sichere und reibungslose Mobilität in Frankfurt nur unter Berücksichtigung der Maßnahmen aus dem Masterplan gewährleisten.“

Bundesverkehrsministerium fördert Weiterentwicklung und Ausarbeitung des Masterplans

Am Montag, 1. Juli, beginnt nun die Umsetzungs- und Evaluierungsphase des Masterplans Mobilität. Bei einem Projektvolumen von rund 300.000 Euro fördert das BMDV diese letzte Phase mit 80 Prozent, also knapp 238.000 Euro. „Über die Förderung für die Weiterentwicklung des Masterplans freuen wir uns sehr. Das übergreifende Leitbild ist hilfreich, um wirklich alle Aspekte der urbanen Mobilität ständig im Blick zu behalten“, sagt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert und fährt fort: „Mobilität ist ein komplexes Thema, das alle Menschen und die Wirtschaft betrifft, unterschiedliche Anforderungen befriedigen muss und damit – gerade in einer dicht bebauten, verkehrsreichen Stadt wie Frankfurt – viele Abhängigkeiten mit sich bringt. Dass wir den Masterplan nun mit finanzieller Unterstützung weiterentwickeln können, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Bei der Fortschreibung des Masterplans geht es unter anderem darum, die Teilstrategien mit wirksamen Maßnahmen auszuarbeiten. Dazu gehören eine neue Fußverkehrsstrategie und die Umsetzung der Logistikstrategie. Eine Teilstrategie für die intermodale und regionale Vernetzung gehört dazu, die im Dialog mit den Kommunen um Frankfurt herum erarbeitet werden wird. „Mit der Entwicklung des Masterplans hat ein grundlegender Paradigmenwechsel stattgefunden: Früher haben wir uns unsere Verkehrspläne sowie die vorhandene Infrastruktur angeschaut und daraus kleinteilige Maßnahmen abgeleitet“, erläutert Nickel und betont: „Im Masterplan stellen wir den Menschen von Beginn an in den Vordergrund. Wir analysieren die Verkehrsträger vom Bedarf ausgehend – und erst daraus resultieren Verkehre. In der Umsetzungs- und Evaluationsphase werden wir analysieren, ob wir unsere Ziele erreichen.“

(Text: PM Stadt Frankfurt)