Wie gut können die Frankfurterinnen und Frankfurter „Bio“?

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Vor allem folienartige Kunststoffe – wie Plastik-Müllbeutel – landen oft fälschlicherweise im Bioabfall. (Foto: Astrid Schiller/ Umweltamt)

Ein Jahr lang lief die Biotonnen-Challenge in Griesheim und Fechenheim. Das Ziel: Weniger Plastik in der Biotonne. Nun liegt die Auswertung der jüngsten Bioabfall-Analyse vor und zeigt ein deutliches Ergebnis.

Vor rund einem Jahr wurde der Bioabfall in Griesheim und Fechenheim im Rahmen der Aktion Biotonne zum ersten Mal auf Fremdstoffe wie zum Beispiel Kunststoffe, Glas und Metall, untersucht. Anschließend haben Umweltamt und Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) die Bürgerinnen und Bürger ein Jahr lang mit einer spielerischen Challenge und umfangreichen Informationen dazu motiviert, keine Plastik-Müllbeutel oder andere Fremdstoffe mehr in die Biotonne zu werfen. Nun wurde der Bioabfall aus beiden Stadtteilen erneut analysiert um zu überprüfen, ob die Aktion erfolgreich war.

Die Ergebnisse der Stichprobenanalysen zeigen: Beide Stadtteile haben sich durchaus verbessert. In Fechenheim war der Anteil an Kunststoffen um bis zu 8,5 Prozent geringer, der Anteil an Fremdstoffen insgesamt um bis zu 15,8 Prozent. Die Stichprobe aus Griesheim konnte dieses Ergebnis sogar noch deutlich übertreffen. Hier verringerte sich der Anteil an Fremdstoffen in der Biotonne insgesamt um bis zu 55,5 Prozent. Betrachtet man gezielt Kunststoffe, wie zum Beispiel Plastik, war dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr sogar um bis zu 62,3 Prozent geringer.

„Das erfreuliche Ergebnis der Biotonnen-Challenge zeigt, die Menschen machen mit, wenn ihnen Problem und Nutzen erklärt werden“, sagt Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und ergänzt: „Sie wissen jetzt, dass nur ein sauberer Biomüll effizient in der Biokompost-Anlage zu Biogas und Kompost verwertet werden kann und trennen ihren Müll entsprechend. Das ist ein wirksamer Beitrag zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.“

Denn Fremd- oder Störstoffe müssen aufwendig aussortiert, in die Müllverbrennungsanlage gebracht und dort verbrannt werden. Gelangen Kunststoffe über Biokompost in den Boden, verrotten sie nicht. Sie werden stattdessen von Tieren, wie zum Beispiel Regenwürmern und Kleinstlebewesen, und Pflanzen aufgenommen – und gelangen so in Form von Mikroplastik auch in Lebensmittel, die auf den Böden angebaut werden.

FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler erklärt: „Leider werfen immer noch zu viele Menschen Plastik-Müllbeutel oder Tüten aus Biokunststoffen in die Biotonne. Daher freue ich mich, dass die Haushalte in Fechenheim und Griesheim mitgemacht haben und wir die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken konnten. Fremdstoffe im Biomüll sind ein großes Umweltproblem, das wir nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern angehen können.“

Die Analysen des Bioabfalls aus Fechenheim und Griesheim zeigen auch, dass es trotz der positiven Entwicklung in beiden Stadtteilen durchaus noch viel Verbesserungspotenzial gibt. So lässt sich beispielsweise der Anteil an verpacktem Biomüll ganz einfach senken, indem die Bioabfälle ausgepackt in die Biotonne eingebracht und die Verpackungen separat über die gelbe Tonne entsorgt werden. Im Allgemeinen gilt: Bioabfälle können in Papiertüten, eingewickelt in Zeitungspapier oder unverpackt in einem Gefäß in der Küche gesammelt werden. Die sogenannten kompostierbaren Biosammeltüten aus Plastik sind im Übrigen in Frankfurt gar nicht für die Biotonne zugelassen, weil sie nicht lange genug in der Frankfurter Biokompostanlage verbleiben, um sich vollständig zu zersetzen.

Das Umweltamt weist darauf hin, dass die durchgeführten Analysen nur Stichproben darstellen und keine abschließenden Rückschlüsse auf eine nachhaltig positive Entwicklung geben können. Was in Frankfurt in die Biotonne darf und was nicht, Tipps zum Umgang mit Bioabfall sowie mehr Infos zur Biotonnen-Challenge gibt es unter frankfurt.de/abfall, fes-bio.de und aktion-biotonne-deutschland.de.

(Text: PM Stadt Frankfurt)