Münzen und Schmuck durch Schockanruf im Hochtaunuskreis erbeutet

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(Symbolbild: Jim Reardan auf Unsplash)

Bei einem Schockanruf im Hochtaunuskreis haben Betrüger mehrere Münzen und Schmuck erbeutet.


Die Betrüger hatten sich am Montag (9.) bei einem Rentner gemeldet. Dabei nutzten sie die weit verbreitete Masche des “Schockanrufs”. Die “Polizei” teilte dem Mann mit, dass seine Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft sei nun eine Kaution in Höhe von 400.000 Euro fällig. Leider schenkte der Angerufene den Betrügern Glauben und gab auch Auskunft über seine Vermögenswerte. So gab er an, Münzen und Schmuck im Wert von rund 2.000 Euro zu Hause zu haben. Das genügte den Betrügern als “Kaution”, die der Rentner wenig später einer unbekannten Frau übergab, die an seiner Haustür erschien und sich als Mitarbeiterin des Amtsgerichts vorstellte. Der geschilderte Verkehrsunfall hatte natürlich nie stattgefunden. Auch die Tochter saß nicht im Gefängnis. Leider bemerkte der Senior dies erst viel zu spät, als die Betrüger schon über alle Berge waren.

Obwohl eine solche Erkenntnis mit großer Scham verbunden ist, entschloss sich der Mann, die Polizei zu informieren und Anzeige zu erstatten. Ein Schritt, den viele Opfer nicht wagen. Zu groß ist die Scham, auf einen solchen Betrug hereingefallen zu sein. Doch diese Scham hilft nur einem: den Betrügern. Umso wichtiger ist es, mit seinen Angehörigen über solche Betrügereien zu sprechen. Denn der Schockanruf ist eine Masche, die sich gezielt an ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger richtet. Diese “Zielgruppe” informiert sich möglicherweise nicht regelmäßig über derartige Delikte und ist dann im schlimmsten Fall überfordert, wenn sich die Betrüger als vermeintliche Polizei am Telefon melden und durch ihr geschultes und hochprofessionelles Auftreten gezielt die Ängste und Sorgen ihrer Opfer ausnutzen. Oft ist gerade bei dieser Bevölkerungsgruppe auch der Wunsch besonders groß, ihren Kindern oder Enkelkindern zu helfen.

Deshalb bittet die Polizei: “Überlegen Sie, wer in Ihrem Bekanntenkreis noch nicht von dieser Betrugsmasche gehört haben könnte und sprechen Sie diese Personen gezielt darauf an! Nur so kann dem Treiben ein Riegel vorgeschoben werden.”

(Text: PM PP Westhessen)