Kulturhallenprogramm in Rödermark nicht mit der Brechstange

„Neustart beim Kulturhallenprogramm“ lautete der Antrag der Freien Wähler und der FDP, der von den anderen Fraktionen abgelehnt wurde. (Foto: PS)

Die Freien Wähler und die FDP forderten in der Stadtverordnetenversammlung eine Aufwertung des städtischen Kulturhallenprogramms in Rödermark. Ihr gemeinsamer Antrag „Neustart beim Kulturhallenprogramm“ wurde von CDU, AL und SPD abgelehnt. Die für die Programmgestaltung zuständigen Mitarbeiter würden sonst bei der Planung unnötig eingeengt, lautete eines der Gegenargumente.


Freie Wähler und FDP forderten, dass das städtische Kulturprogramm ab der Spielzeit 25/26 „deutlich differenzierter und umfangreicher“ werden soll. So sollte unter anderem das Wahlabonnement wieder eingeführt und mehr Veranstaltungen angeboten werden. Früher habe das städtische Kulturprogramm mehrere Abonnements-Reihen beinhaltet, bei denen sowohl Liebhaber von Boulevard- als auch von klassischem Theater auf ihre Kosten gekommen seien. Vor allem auch das Kinder- und Jugendtheater-Angebot sei ausbaufähig.
Die Freien Wähler und die FDP hatten ihren Antrag am Sitzungstag noch einmal leicht überarbeitet, die anderen Fraktionen wollten den Tagesordnungspunkt ohne Aussprache abstimmen. Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung äußerten sich die Antragsteller aber doch zum Thema. Björn Beicken, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, ist überzeugt davon, dass die beiden Fraktionen mit ihrem Antrag einen Nerv getroffen haben. Das städtische Kulturprogramm schöpfe sein Potenzial nicht aus, da habe man Denkanstöße geben wollen. Der Antrag sei ausdrücklich nicht als Kritik an den städtischen Mitarbeitern zu verstehen. Mit Unverständnis reagierte Beicken darauf, dass der Antrag ohne Aussprache abgestimmt werden sollte.

Daraufhin meldete sich Bürgermeister Jörg Rotter (CDU) doch zu Wort und warf den Freien Wählern und der FDP vor, die Dinge übers Knie brechen zu wollen. Bereits in den Ausschussberatungen habe er unter anderem darauf hingewiesen, dass sich bald eine neue Mitarbeiterin um die Programmgestaltung kümmen wird. Der neuen Mitarbeiterin jetzt politische Zielvorgaben zu geben, sei falsch. Sie würde dadurch nur unnötig eingeengt. Vielmehr solle man demnächst im Ausschuss die Themen diskutieren und jetzt nicht mit der „Brechstange“ versuchen, Fakten zu schaffen. „Dietmar, Du als Programmgestalter würdest solche Vorgaben auch nicht gut finden. Da kenne ich dich viel zu gut“, wandte sich Rotter abschließend an Dietmar Schrod, Fraktionsmitglied der Freien Wähler und früher lange Jahre Programmchef der Kulturhalle.

Die beiden Antragsteller würden gar nichts übers Knie brechen und auch niemanden einengen, entgegnete Dr. Rüdiger Werner (FDP). Man versuche der Verwaltung lediglich einen Rahmen zu setzen, in dem diese handeln kann. „Das ist unsere Pflicht und unsere Aufgabe.“

Angesichts der im Antrag aufgeführten langen Liste an Veranstaltungsformen (Oper, Operette, Musical, Musiktheater, Musikshows,….) bezeichnete die SPD-Fraktionsvorsitzende Anke Rüger den Antrag als „Eierlegende Wollmilchsau“. Die Mitarbeiterin, die die Programmgestaltung verantworten wird, wisse sehr genau, dass sie sich um diese Dinge kümmern muss. Ansonsten würde sie vom Magistrat sicher nicht eingestellt werden. „Daher ist das für mich ein Antrag, der völlig obsolet ist“, meinte Rüger.

(Text: PS)