Eröffnungsfeier des Scentral-Neubaus in Darmstadt verschoben

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Darmstädter Herrngarten (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt / Grünflächenamt)

Nach den jüngsten Entwicklungen und Diskussionen rund um den Scentral-Kontaktladen der Drogenhilfe am Herrngarten hat Oberbürgermeister Hanno Benz am heutigen Donnerstag (28.) im Einvernehmen mit der DSE entschieden, die für Mittwoch, 10. September, geplante offizielle Eröffnungsfeier des Neubaus auf unbestimmte Zeit zu verschieben.


Die offizielle Eröffnungsfeier findet erst statt, wenn auch das Außengelände der Einrichtung fertiggestellt ist. Während der Neubau an sich formal bezogen ist, verzögerte sich die Fertigstellung des Außengeländes aufgrund eines Bauschadens und kann deshalb durch die Klientinnen und Klienten nicht genutzt werden. Daher wurden als Interimslösung Pavillonzelte am Zugang zum Herrngarten in der Landwehrstraße aufgestellt. Dies führte in den letzten Wochen zu massiven Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern.

Dazu Oberbürgermeister Hanno Benz: „Es ist der falsche Zeitpunkt, das Scentral feierlich zu eröffnen. Als Stadt haben wir noch Aufgaben zu erledigen. An erster Stelle gilt es jetzt, eine kurzfristige Entlastung der aktuellen Situation am Zugang zum Herrngarten an der Frankfurter Straße/Landwehrstraße und den damit verbundenen Folgeerscheinungen herbeizuführen. Die Verlegung der Zeltstandorte kann nur eine temporäre Maßnahme bis zur Fertigstellung der Außenbereiche sein. Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt steht fest, dass eine dauerhafte Lösung gefunden werden muss. Dies umfasst eine Festlegung, wie mit der offenen Drogenszene umgegangen wird. Dies bedarf einer intensiven und umfassenden Prüfung.“

Benz weiter: „Aktuelle Pläne, die die Abtrennung einer öffentlichen Teilfläche des Herrngartens und Durchbrüche an einer denkmalgeschützten Mauer für eine offene Drogenszene vorsehen, sind weder zielführend noch vermittelbar. Aus diesem Grund habe ich die DSE in meiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender angewiesen, die Ausführung dieser Planungen zu stoppen, bis ein tragfähiges, fundiertes und fachlich abgestimmtes Konzept vorliegt. Hierzu gehören selbstverständlich auch die Überprüfung der medizinischen, hygienischen und weiterer Rahmenbedingungen. Die DSE fungiert hier als Dienstleister. Als Stadt sind wir auf die notwendige Fachexpertise angewiesen, deshalb habe ich den Verein für Arbeit- und Erziehungshilfe Frankfurt e.V., als einen der größten Träger der Drogenhilfe in Frankfurt gebeten, eine Einschätzung vorzunehmen. Dies beinhaltet auch, bisherige Planungen zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen. Alle die ursprüngliche Planung verändernden Maßnahmen, insbesondere die Errichtung mobiler Konsumräume, werden selbstverständlich der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt.“

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)