Kreis Groß-Gerau tritt Initiative Klischeefrei bei

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Der Beitritt des Kreises zu „Klischeefrei“ ist vollzogen. Darüber freuen sich (von links) Landrat Thomas Will, Sascha Meinert von der Servicestelle Initiative Klischeefrei sowie Ulrike Maurischat und Ute Werthmann vom Fachbereich Bildung und Schule. (Foto: Kreisverwaltung)

Starkes Signal für geschlechtergerechte Berufsorientierung

Bei der jährlichen Fachveranstaltung „AG Praktiker“ der OloV-Akteure der OloV-Region hat der Kreis Groß-Gerau offiziell seinen Beitritt zur Initiative Klischeefrei bekanntgegeben.


OloV steht für „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf“ und bezeichnet die hessenweite Strategie, in deren Rahmen alle OloV-Akteure zusammenarbeiten, um jungen Menschen einen erfolgreichen und chancengerechten Übergang in Ausbildung und Studium zu ermöglichen.

Die Initiative Klischeefrei setzt sich dafür ein, jungen Menschen eine berufliche Orientierung zu ermöglichen, die frei von Geschlechterklischees ist, und die ihnen gleiche Chancen bei der Berufswahl zusichert. In seiner Beitrittsansprache hob Landrat Thomas Will die Bedeutung des Engagements hervor: „Mit unserem Beitritt zur Initiative Klischeefrei setzen wir als Landkreis Groß-Gerau ein sichtbares Zeichen: Wir wollen jungen Menschen die Freiheit geben, ihren eigenen Weg zu gehen – unabhängig von alten Rollenbildern und festgefahrenen Erwartungen.“

Er verwies insbesondere auf die große Bedeutung des Handwerks für die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises. Trotz seiner Relevanz leide dieser Bereich weiterhin unter Fachkräftemangel – auch bedingt durch geschlechterstereotype Berufsbilder: Mädchen entscheiden sich seltener für handwerkliche, technische oder MINT-Berufe. Jungen wählen weniger häufig soziale oder gestalterische Berufe. „So verlieren wir enormes Potenzial – und besonders das Handwerk verliert Fachkräfte, die es dringend benötigt. Eine klischeefreie Berufsorientierung kann neue Zielgruppen erschließen und langfristig unsere wirtschaftliche Basis stärken“, so der Landrat.

Die Regionale OloV-Koordinatorin Ulrike Maurischat unterstrich in ihrer Begrüßung die Bedeutung der Zusammenarbeit aller OloV-Akteure – darunter Schulen, Arbeitsagentur, Jobcenter, Betriebe, Kammern und Bildungsträger: „Mit dem Beitritt als Kreis setzen wir ein klares Signal: Vielfalt ist wertvoll, und jeder junge Mensch soll die eigene berufliche Zukunft selbstbewusst ohne vorgegebene Rollenbilder gestalten können“.

Der Impulsvortrag vom Referenten Sascha Meinert (Servicestelle Initiative Klischeefrei, Bielefeld) bot einen fachlichen Einstieg in das Thema „Klischeefreie Berufswahl“. Anschließend erhielten die Teilnehmenden in vier Foren praxisnahe Einblicke – darunter auch ein Forum des Referenten selbst, welches Methoden und Praxis der Initiative Klischeefrei vermittelte.

Weitere Foren boten Einblicke in verschiedene Schwerpunkte: Die Handwerkskammer Rhein-Main zeigte Wege auf, Frauen gezielt für das Handwerk zu gewinnen. Die Servicestelle Teilzeit informierte darüber, dass die Teilzeit-Ausbildung für alle offensteht und neue Chancen bietet. Die Leitung des U-25-Teams des Kommunalen Jobcenters gab Praxistipps weiter, wie die klischeefreie Berufswahl in der Berufspraxis möglich ist.

Die Initiative Klischeefrei umfasst bundesweit rund 700 Partnerorganisationen – darunter Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Kammern, Verbände und Ministerien. Sie alle verfolgen das gemeinsame Ziel, berufliche Orientierung geschlechtergerecht, chancengleich und praxisnah zu gestalten.

Die Inhalte der Initiative Klischeefrei werden nun in enger Kooperation mit dem Büro für Frauen und Chancengleichheit des Kreises bzw. in enger Zusammenarbeit mit allen OloV-Akteuren umgesetzt. Der Beitritt ermöglicht es Jugendlichen, ihre Talente und Interessen ohne vorgefasste Rollenbilder zu entdecken und zu entfalten – ein wichtiger Schritt für ihre persönliche Entwicklung und für die Zukunftsfähigkeit der Region.

Nähere Informationen zum Thema gibt es beim Fachbereich Bildung und Schule, Fachdienst Schulsozialarbeit & Jugendberufshilfe, Sachgebietsleitung Jugendberufshilfe / Regionale OloV-Koordination, Ulrike Maurischat (06152 989 84385, mobil: 0162 2073096, Jugendberufshilfe@kreisgg.de). Internet: Übergang Schule – Beruf – KreisGG

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)