Im zweiten Anlauf: Edmund Galli bleibt Schiedsmann in Münster

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Verfolgte die Dezember-Sitzung des Münsterer Parlaments als Zuschauer und wurde im zweiten Anlauf zum Altheimer Schiedsmann wiedergewählt: Edmund Galli. (Foto: jedö)

Edmund Galli bleibt fünf weitere Jahre Schiedsmann für den Münsterer Ortsteil Altheim. Obwohl dies das ehrenwerte und ehrenamtliche Engagement eines Bürgers ist, wäre seine Wahl durchs Münsterer Kommunalparlament im Normalfall kein größeres Thema – hätte die Abstimmung im Dezember nicht eine turbulente Vorgeschichte gehabt. Zudem verband die CDU die Sache mit der Grundsatz-Frage, wie derlei Wahlämter in Münster beworben werden. Schließlich kriegen die meisten Menschen gar nicht mit, wenn die Position des Schiedsmanns oder die Besetzung des Ortsgerichts neu vergeben werden. Was sich jedoch auch künftig nicht in jedem Fall ändern wird.


Rückblende: Im Juni kandidierte Galli, der das Schiedsmann-Amt schon seit 2020 ausgeübt hatte, für eine zweite Amtszeit. Meist gibt es in Münster bei derlei Wahlen nur einen Kandidaten und die Gemeindevertreter wählen ihn einstimmig – in der Regel per Akklamation. Statt eines Routineakts endeten öffentliche Aussprache und Abstimmung im Sommer aber im Eklat: Für seine Wahl hätte Galli 19 der 37 Gemeindevertreter-Stimmen gebraucht, doch unter den 30 anwesenden Mandatsträgern votierten zwölf CDU-Vertreter gegen den Altheimer. Der hatte früher selbst als Gemeindevertreter Lokalpolitik für die Münsterer SPD gemacht und gehört noch heute deren Ortsvereins-Vorstand an. CDU-Fraktionschef Thorsten Schrod hatte verdeutlicht, dass seine Fraktion Schwierigkeiten mit Gallis Person habe, woraufhin sich dieser öffentlich verleumdet fühlte. Galli ließ sogar rechtliche Schritte gegen Schrod prüfen, hat eine Klage mangels Erfolgsaussichten inzwischen aber verworfen.

In der Dezember-Sitzung folgte in der Altheimer Schiedsmann-Wahl der zweite Anlauf – wieder mit Galli als einzigem Kandidaten, und nach geheimer Abstimmung nun mit der erforderlichen Stimmenzahl, auch wenn es (mutmaßlich aus Reihen der CDU) wieder zwölf Nein-Stimmen gab. Galli nahm die Wahl an, doch eine generelle Frage rund ums Prozedere klärten die Gemeindevertreter in der Sitzung auch noch: Die CDU forderte, dass derlei Wahlämter künftig immer von der Gemeinde ausgeschrieben werden sollen, damit sich Bürger darauf bewerben können. Bislang geschieht das nur, wenn der bisherige Amtsinhaber keine Wiederwahl mehr anstrebt. SPD, FDP und ALMA-Die Grünen entschieden mit ihren Stimmen gegen die Union, dieses Verfahren beizubehalten.

(Text: jedö)