Einsätze der Stadtpolizei Offenbach im Dezember

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(Foto: Stadt Offenbach / Katja Lenz)

Alkohol am Steuer, nächtliche Bauarbeiten und Falschmeldungen

Im Dezember stieg die Zahl der Ruhestörungen während der Feiertage deutlich an. Gefordert war die Stadtpolizei Offenbach auch bei vielen anderen Einsätzen: Mehrfach fielen Autofahrerinnen und Autofahrer auf, die deutlich zu viel getrunken hatten. Im Gewerbegebiet Offenbach Ost gab es nächtliche Bauarbeiten und die Feuerwehr erhielt mehrere Falschmeldungen.


Ruhestörungen

Im Dezember meldeten Bürgerinnen und Bürger rund 23 Ruhestörungen pro Woche in Gaststätten, Privathäusern und öffentlichen Plätzen. In den letzten zehn Dezembertagen stiegen die Ruhestörungen wohl aufgrund der Feiertage auf 35 an.

In der zweiten Dezemberwoche musste bei einer Ruhestörung in einer Bar die Landespolizei hinzugezogen werden. Als eine Streife eintraf, suchten zwei Personen fluchtartig die Toilette auf und eine dritte Person stellte sich ihr in den Weg. Die Streife nahm zudem eine vierte Person wahr, die sich in einem weiteren Raum von den dortigen Geldspielgeräten entfernte. Alle vier waren augenscheinlich minderjährig. Bei einer Durchsuchung fand die Streife bei den Jugendlichen Utensilien zum Drogenkonsum, auch eine Pfefferpistole sowie mutmaßliche Betäubungsmittel wurden in der Bar vorgefunden. Aufgrund von mehreren erheblichen Gewerbeverstößen schloss und versiegelte die Streife den Ort. Die Jugendlichen wurden der Landespolizei übergeben.

Hilflose Personen

Die Stadtpolizei wird regelmäßig zu hilflos wirkenden Menschen gerufen. Im Dezember waren das zwischen vier und 16 hilflose Personen. Dabei handelte es sich auch um kranke oder verwirrte Menschen, die medizinische Hilfe benötigten.

Verkehr

Die Verkehrspolizei kontrollierte pro Woche an bis zu 50 verschiedenen Orten die Geschwindigkeit und leitete zwischen 51 und 275 Verfahren wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ein.

Besonders viele Knöllchen wegen Falschparkens gab es in der ersten Dezemberwoche, es waren 2.038. Bis zu 28 Fahrzeuge wurden aufgrund erheblicher Verkehrsbehinderungen pro Woche abgeschleppt. In der zweiten Dezemberwoche ließ die Stadtpolizei zudem sechs Anhänger abschleppen, welche länger als 14 Tagen im Verkehrsraum geparkt waren.

Für die Zulassungsstelle Offenbach wurden im Dezember 139 Kraftfahrzeuge zur Entstempelung erfasst. Dies betrifft in der Regel Fahrzeuge für welche die Versicherung oder die Steuer nicht gezahlt wurden oder welche aufgrund erheblicher Mängel nicht mehr verkehrssicher sind.

Streifendienst und Gefahrenabwehr

Im Dezember gab es einige Fälle von Alkohol am Steuer. Gleich in der ersten Woche fuhr ein Fahrzeug einer Streife im Bereich der Waldstraße entgegen. Als die Streife das Auto anhielt und den Fahrer ansprach, schaffte dieser es nicht das richtige Fahrzeugfenster zu öffnen. Der Mann roch nach Alkohol und schwankte nach dem Aussteigen erheblich. Da der Atemalkoholtest 1,44 Promille ergab, wurde der Mann an die Landespolizei übergeben.

Ein weiterer Fahrer fiel durch dichtes Auffahren und Lichthupe auf, schließlich überholte er mit überhöhter Geschwindigkeit. Eine Streife hielt ihn an, der Fahrer verweigerte jedoch die Kontrolle und verlangte nach der Landespolizei. Diese ermittelte einen Atemalkoholwert von 1,04 Promille. Der Fahrer erhielt Strafanzeigen wegen der Nötigung im Straßenverkehr sowie Alkohol am Steuer.

In der zweiten Dezemberwoche fiel ein Auto auf, das Schlangenlinien fuhr. Eine Kontrolle ergab, dass der Wagen keinen Versicherungsschutz und die Beifahrerin ein abgelaufenes Visum hatte. Zur Klärung der Aufenthaltserlaubnis wurde die Landespolizei hinzugezogen und das Fahrzeug aufgrund der nicht vorhandenen Versicherung zwangsweise abgemeldet.

Bei einem Verkehrsunfall, den eine Streife absicherte, fiel im Zuge der Unfallaufnahme Alkoholgeruch beim mutmaßlichen Unfallverursacher auf. Ein Atemalkoholtest ergab 1,85 Promille und der Fall wurde an die Landespolizei übergeben.

Bei einem gemeldeten Fahrzeug, welches seit Stunden mit einem laufenden Motor in einer Hofeinfahrt stand, traf eine Streife eine wie leblos wirkende Frau im Fahrzeug an. Die Streife weckte die Frau, die einen verwirrten Eindruck machte und auf deren Schoß Betäubungsmittel lagen. Sie wusste angeblich nicht, warum sie den ganzen Morgen dort parkte. Sie gab an, Betäubungsmittel konsumiert zu haben und keine Fahrerlaubnis zu besitzen. Zudem erzählte sie, dass das Auto einem Kunden ihres Freundes gehöre, welcher eine Werkstatt besäße. Die Streife informierte den Fahrzeughalter, der überrascht über den Verbleib seines Fahrzeuges war. Die Streife nahm der Frau den Fahrzeugschlüssel ab und leitete entsprechende Verfahren ein.

In der letzten Dezemberwoche fiel einer Streife ein Auto auf, welches die Haltelinie an einer roten Ampel überfuhr. Der Fahrer machte einen Atemalkoholtest, der Wert lag bei 0,81 Promille. Eine spätere Messung mit geeichten Atemalkoholmessgerät im Revier der Landespolizei ergab einen Wert von 0,460 mg/l. Der Fahrer erhielt eine Anzeige.

Im Bereich der Obermühlstraße / Seligenstädter Straße fuhr ein Mann in einem Fahrzeug längere Zeit hin und her. Während des Gesprächs zwischen einer Streife und den Mitteilern vor Ort näherte sich das Fahrzeug erneut. Im Auto lagen Bierdosen griffbereit herum. Der Fahrer reagierte extrem verzögert auf die Ansprache durch die Streife und schwankte beim Aussteigen stark. Einen Atemalkoholtest wollte er nicht machen, gab aber von sich aus an, dass das Fahrzeug gestohlen sei. Die Landespolizei wurde daraufhin hinzugezogen.

Erheblichen Lärm verursachten nächtliche Bauarbeiten im Gewerbegebiet in Offenbach Ost. Die Stadtpolizei traf mehrere Personen mit Betonglättmaschinen in einer Lagerhalle an. Sie konnten keine Genehmigung für nächtliche Bauarbeiten vorlegen. Da sie gerade frischen Estrich verarbeiteten, durften sie zunächst die Arbeiten fortführen, um einen Sachschaden abzuwenden. Die Stadtpolizei informierte das Bauamt und den Zoll.

In der dritten Dezemberwoche forderte die Leitstelle der Feuerwehr eine Streife zur Unterstützung an, nachdem sie mehrfach Falschmeldungen erhalten hatte. Eine Streife fuhr zur Wohnung der Melderin, doch niemand reagierte auf das Klopfen und Klingeln. Erst nach einem Schlag mit einer mitgeführten Tür-Ramme, die zur zwangsweisen Öffnung mitgenommen wurde, öffnete eine Bewohnerin die Tür. In der Wohnung fand die Streife einen Mann in einer Blutlache vor, dessen erwachsene Tochter lag weinend auf ihm. Eine Befragung entpuppte sich als schwierig, erst nach einem Gespräch mit dem gesetzlichen Betreuer der Familie klärte sich die Situation auf. Der Mann war wohl gestürzt, da er zu viel getrunken hatte. Er wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Die Tochter, die bereits in der Vergangenheit aufgrund einer psychischen Erkrankung mehrfach aufgefallen war, ging ihre Mutter aggressiv an. Da eine akute Fremdgefährdung bestand, kam sie in eine psychiatrische Einrichtung.

In der gleichen Woche wurde eine Explosion bei einer Bar in der Berliner Straße gemeldet. Eine unbekannte Person hatte einen Sprengsatz gegen die Fensterscheiben geworfen, hierbei kam es zu einem Flammenüberschlag. Eine Streife eilte zur Bar und sperrte den Ort großräumig ab. Zeitversetzt trafen Kräfte der Landespolizei ein und übernahmen die Ermittlungen.

Ein Mann wollte sein verbotswidrig auf einem Carsharing-Parkplatz geparktes Auto nicht abschleppen lassen. Der Fahrer des Abschleppdienstes schaltete die Stadtpolizei ein. Da der Fahrer weder seine Abschleppkosten begleichen noch eine Meldeanschrift in Deutschland vorweise konnte, wurde das störende Fahrzeug entfernt.

In der letzten Dezemberwoche kam es zu einem ungewöhnlichen Ereignis: Ein Auto blockierte die Zufahrt zur Stadtwache als eine Streife in ihr Fahrzeug stieg. Die Streife forderte einige Männer, die um das Fahrzeug herumstanden, auf, dieses zu entfernen. Das machten diese auch. Beim Rangieren des Streifenwagens sah die Streife einen Jugendlichen, der weinend an der Bushaltestelle in Höhe des Seiteneingangs der Stadtwache stand. Dieser war offensichtlich mit Reizstoff attackiert worden. Der Junge wurde in die Stadtwache begleitet, eine Nahbereichsfahndung sofort eingeleitet sowie die Landespolizei und der Rettungsdienst gerufen. Die Sichtung der Videoüberwachungsanlage ergab, dass die geflüchteten Personen die gleichen waren, welche sich zuvor an dem Auto aufhielten. Das Tatfahrzeug wurde wenige Stunden später vor einem Club in der Berliner Straße gefunden. Es handelte sich um einen Mietwagen. Der Fahrer gab an, dass er mit der Tat nichts zu tun habe und sogar versucht habe, einen der Fahrgäste festzuhalten. In dem Videomaterial war jedoch zu sehen, dass der Fahrer nach der Tat wegfuhr, ohne dem Opfer Erste Hilfe zu leisten oder die Streife zu verständigen, die unmittelbar hinter ihm wartete. Es wurden Berichte für die Landespolizei verfasst.

Zwei Stadtpolizisten wurden bei einem Einsatz verletzt: Es ging um einen Streit in einer Wohnung. Die Streife traf vor Ort auf einen Mann, der zugab mit seiner Freundin gestritten zu haben. Er erzählte, dass sie eine psychische Erkrankung habe und eine Eigen- oder Fremdgefährdung nicht auszuschließen sei. Während die Streife eine Personenbeschreibung aufnahm, kam die Frau zurück und war sichtlich aufgebracht. Sie wollte sich nicht ausweisen und versuchte in die Wohnung zu gelangen. Da sie laut schrie, forderte die Streife sie auf, sich zu beruhigen. Daraufhin ging sie auf die Streife zu und schlug mit ihrer Faust, in der sie einen Schlüssel hielt, einem Stadtpolizisten auf den Hinterkopf. Dieser erlitt eine blutende Verletzung am Hinterkopf. Bei dem Versuch, die Frau zu fixieren, schlug sie um sich und traf den zweiten Kollegen im Knie- und Bauchbereich. Die Landespolizei brachte die Frau schließlich auf die Dienststelle.

Aufenthaltsermittlungen

Die Stadtpolizei musste auch im November diverse Aufenthaltsermittlungen durchführen. Hierbei geht es in erster Linie um die Überprüfung ehelicher Lebensgemeinschaften und um Fälle, in denen dringende behördliche Post aufgrund fehlender Briefkästen oder Klingeln nicht zugestellt werden konnte.

Hintergrund

Die Stadtpolizei gehört zum Offenbacher Ordnungsamt und berichtet auf dem städtischen Internetauftritt unter www.offenbach.de/stadtpolizei wöchentlich über ihre Einsätze. Darüber hinaus gibt sie einmal im Monat über den Presse-Newsletter einen kurzen Überblick über die Einsätze im vorherigen Monat.

Wer sich für die ausführlichen Wochenberichte interessiert, kann alle unter www.offenbach.de/stadtpolizei-berichte nachlesen.

Mehr zur Erreichbarkeit der Stadtpolizei: www.offenbach.de/stadtpolizei-kontakte

(Text: PM Stadtpolizei Offenbach)