Frankfurt RheinMain startet offiziell als World Design Capital in das Jahr 2026

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Ausblick auf dem FOUR Frankfurt auf den Turm der Commerzbank und die Stadt Frankfurt. Am 15.01.2026 wird im Hochhaus FOUR Frankfurt das Programm der World Design Capital 2026 (WDC2026) vorgestellt. (Foto: Ben Kuhlmann)

2026 trägt Frankfurt RheinMain als erste Region Deutschlands den von der World Design Organization (WDO) verliehenen Titel World Design Capital (WDC). Unter dem Jahresmotto „Gestalten wir gemeinsam Frankfurt RheinMain“ startet die Region eine gemeinsame Bewegung und richtet den Fokus darauf, wie Design konkret zu einer erlebenswerten, demokratischen und wirtschaftlich nachhaltigen Zukunft beiträgt. Im Zentrum steht die Frage, wie Gestaltung gemeinschaftlich genutzt werden kann, um Lebensräume zu verbessern, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und den Wandel der Region aktiv zu entwickeln.


Vor diesem Hintergrund bringt die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Institutionen, Kommunen, Hochschulen, Kultur und Wirtschaft zusammen, um gemeinsam Verantwortung für die Region zu übernehmen. Bis zu 2000 Veranstaltungen, die sich aus 450 Projekten zusammensetzen, formen das Programmjahr – darunter groß angelegte Eigenformate der WDC 2026 sowie vielseitige Projekte und Kooperationen. In 2026 zeigt die gesamte Region, wie Gestaltung als verbindende Kraft wirkt – und wie daraus eine neue, gemeinsame Identität entsteht: von Darmstadt über Wiesbaden, Hanau, Offenbach und weiteren Landkreisen und Kommunen bis Frankfurt am Main.

Ein gemeinsam gestaltetes Programm – fünf thematische Schwerpunkte

2026 wird zum Erlebnisjahr für die gesamte Region Frankfurt RheinMain. Ausstellungen, Festivals, Konferenzen, Workshops und konkrete Stadtprojekte laden Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Unternehmen und Initiativen dazu ein, aktiv mitzuwirken. Jeder Programmpunkt des umfangreichen WDC-Veranstaltungsjahres ist inhaltlich fünf zentralen Themenschwerpunkten zugeordnet. Diese konzentrieren sich jeweils auf bestimmte Monate und bilden so den roten Faden des Jahresprogramms: „Lebensräume gemeinsam gestalten“, „Lernen neu denken, Gestaltung erforschen“, „Kreisläufe der Zukunft: Design, Handwerk und Industrie“, „Mit allen Sinnen“, „Design im Dialog – in Politik und Gesellschaft“. So ist ein strukturiertes, inspirierendes Jahresprogramm mit inhaltlicher Tiefe und zeitlicher Dramaturgie entstanden. Es richtet sich gleichermaßen an die Menschen in und aus der Region Frankfurt RheinMain sowie an Gäste aus dem In- und Ausland.

„Dass sich in so kurzer Zeit so viele Menschen und Institutionen aktiv mit eigenen Ideen und Projekten beteiligen, zeigt, welches Gestaltungspotenzial und welche Bereitschaft zum gemeinsamen Anpacken in unserer Region stecken“, sagt Carolina Romahn, Geschäftsführerin der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. „Gestaltung und Design stehen für eine Haltung des Miteinanders und Mut zur Veränderung. Wir möchten, dass diese Haltung über 2026 hinaus lebendig bleibt – im Alltag der Menschen, in den Nachbarschaften, in Schulen und Universitäten, in Unternehmen und Vereinen, in der Politik und den Verwaltungen. Denn nachhaltige Veränderung entsteht, wenn gemeinsames Gestalten zur Selbstverständlichkeit wird.“

Die Bewerbung um den Titel der World Design Capital basiert auf einer Initiative der Werkbundakademie Darmstadt. Zwischen 2014 und 2020 hat sie Menschen zusammengebracht, die das Projekt seither prägen. Die Design FRM gGmbH ist als Vertragspartner der WDO federführend für die Umsetzung des Projekts verantwortlich.

Die Zukunft entwerfen: Wie die WDC Frankfurt RheinMain 2026 den Begriff Design versteht

Die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 versteht Design nicht nur als ästhetische Formgebung, sondern als ein Werkzeug, das demokratisches Zusammenleben, wirtschaftliche Transformation und ökologische Verantwortung aktiv prägt. Wie kann Gestaltung nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen und so neue Formen des Wohnens und Arbeitens ermöglichen? Wie können Mobilität und Bildung neu gedacht werden? Wie können durch Design umweltbewusstes Produzieren und Konsumieren gefördert werden? Kann Verwaltung durch Design verständlicher und zugänglicher gemacht werden?

Dies sind Fragen, die unsere Zukunft direkt betreffen. Insofern ist die WDC Frankfurt RheinMain 2026 eine Werkstatt, in der Gestaltung konkrete Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen aktiv erprobt.

Finanzierung, Förderung und Durchführung

Die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 wird gemeinschaftlich finanziert von drei Hauptförderern – dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain – sowie den Städten und Gemeinden der Region. So entstand ein öffentliches Budget von rund 14,3 Millionen Euro. Ergänzend bringen Institutionen, Unternehmen und Stiftungen über Co-Finanzierungen, Sachleistungen und Spenden weitere rund 1,7 Millionen Euro ein. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich damit auf rund 16 Millionen Euro. Diese geteilte Finanzierung ist programmatisch: Sie spiegelt den Kern der World Design Capital 2026 wider – nachhaltige Wirkung entsteht nur durch gemeinsames Handeln über Ressort-, Institutions- und Sektorengrenzen hinweg.

Ein Jahr, das Wirkung zeigt

Die Kernziele der WDC 2026 liegen in der Verbesserung der Lebensqualität, der Stärkung der regionalen Identität und der internationalen Sichtbarkeit der Region. Zugleich entstehen nachhaltige Netzwerke und Kompetenzstrukturen, die Innovation, Klimaschutz und demokratische Teilhabe langfristig sichern.

Dementsprechend versteht sich die WDC 2026 als Impulsgeber weit über das Veranstaltungsjahr hinaus. Im Mittelpunkt steht eine nachhaltige „Legacy,“ sprich eine dauerhafte Wirkung, die demokratische Gestaltung langfristig in der Region Frankfurt RheinMain verankert. Sie ruht auf drei Säulen: Erprobte Praxis durch Projekte, die zeigen, wie Design demokratische Prozesse verbessern kann; dauerhafte Strukturen wie Institutionen, Rollen und Orte; sowie messbare Ergebnisse durch Studien, die Veränderungen erfassen und Lernprozesse ermöglichen.

Die Legacy wirkt dabei in zwei Bewegungen: Top-down wird Design systematisch in Verwaltung und Politik integriert – etwa durch den Design Action Plan 2030, Chief Design Officers und neue Modelle für öffentliche Projekte, um messbare Umsetzungsfähigkeit zu schaffen. Und Bottom-up stärkt sie die demokratische Gestaltungskompetenz in der Region, etwa durch den FRM Design Hub, den WDC-Campus, die Open-Design Week Frankfurt RheinMain und Weiterbildungsangebote.

Was steckt hinter dem Titel World Design Capital?

Die WDC ist eine Initiative der weltweit anerkannten, nichtstaatlichen WDO zur Anerkennung von Städten, die Design als Motor für wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Fortschritt nutzen. Der Titel der World Design Capital wird alle zwei Jahre von der WDO vergeben.

Die Region Frankfurt RheinMain (Deutschland) erhielt den Titel für das Jahr 2026 für ihre Bewerbung mit dem Thema „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“. Die Jury lobte Frankfurt RheinMain für seine einzigartige Kooperation, in der 31 Städte und Landkreise gemeinsam Design als Haltung begreifen – nicht nur als Formgestaltung, sondern als Werkzeug für Teilhabe und Innovation. Die Region zeige, wie internationaler Anspruch, wirtschaftliche Stärke und kulturelle Vielfalt in einem offenen, europäischen Geist zusammenwirken, so die WDO.

In den vergangenen Jahren wurden folgende Städte ausgezeichnet: Turin (Italien), Seoul (Südkorea), Helsinki (Finnland), Kapstadt (Südafrika), Taipeh (Taiwan, Chinesisch Taipeh), Mexiko-Stadt (Mexiko), Lille Métropole (Frankreich), Valencia (Spanien) sowie San Diego (USA) und Tijuana (Mexiko) als erste binationale Auszeichnung und zuletzt Busan (Südkorea) für 2028.

(Text: PM Stadt Frankfurt)