Seligenstadt: Bundesverdienstkreuz für Reinhard Krauß

8
Für seine Verdienste über rund sechs Jahrzehnte wurde Reinhard Krauß in Seligenstadt geehrt.(Foto: ah)

Jedes Ehrenamt ist ein Stück gelebte Demokratie. Wer sich in einem Verein oder einer Organisation freiwillig engagiert und Verantwortung übernimmt, fördert das Vertrauen und stärkt das Wir-Gefühl in der Gesellschaft, das vor allem in Zeiten von Krisen und Kriegen gebraucht wird. Im Kreis Offenbach bringen sich viele Menschen im sozialen Bereich ein, andere schaffen in Vereinen sportliche und kulturelle Angebote, von denen alle profitieren.


Reinhard Krauß aus Seligenstadt hat in der Turngesellschaft Seligenstadt 1895 e.V. deutlich gemacht, wie ein Traditionsverein mit Kontinuität im Ehrenamt lebendig gestaltet werden kann. Für seine Verdienste über rund sechs Jahrzehnte wurde der Seligenstädter am Freitag im Winterrefektorium im RegioMuseum in Seligenstadt geehrt. Landrat Oliver Quilling zeichnete Reinhard Krauß mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Reinhard Krauß war noch keine 20 Jahre alt, als er Mitte der 1960er Jahre schon im Vorstand des größten Vereins in Seligenstadt Verantwortung übernommen hat. Zunächst widmete er sich einige Jahre lang den Aufgaben des Schriftführers. 1975 wählten man ihn zum Vorsitzenden – ein Amt, in dem er im Team des Vorstandes über Jahrzehnte die Geschicke des Vereins lenkte.

„Seit fast 60 Jahren leisten Sie in der Turngesellschaft Seligenstadt 1895 e.V. eine wertvolle Arbeit, die vielen Menschen in der Einhardstadt und Umgebung das Leben bereichert. Sie haben über all die Jahre dafür gesorgt, dass ein Traditionsverein wie die TGS für Jung und Alt attraktiv bleibt und immer mit neuen Angeboten auf den modernen Zeitgeist reagiert“, sagte Landrat Oliver Quilling bei der Überreichung des Bundesverdienstordens an Reinhard Krauß. Für den 79-jährigen ist die Turngesellschaft wie ein zweites Zuhause. Im Vorstand trägt er inzwischen die Verantwortung für die Finanzen. Im Laufe der Jahrzehnte hat er den aufstrebenden Verein auf verschiedenen Feldern immer wieder gestärkt und sich mit neuen Ideen eingebracht. „Die Leistungen vieler Menschen, die sich im Kreis Offenbach engagieren, sind gesellschaftlich relevant. Die Arbeit im Ehrenamt hat direkten Einfluss und Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen – immer im positiven Sinne“, betonte der Landrat in seiner Laudatio.

Oliver Quilling dankte Reinhard Krauß für seine ehrenamtliche Arbeit, er habe großen Anteil an der positiven Entwicklung des Vereins, in dem inzwischen Menschen in zwölf Abteilungen von Basketball bis Turnen zusammenkommen. Bei einigen Abteilungen der TGS war Reinhard Krauß Mitbegründer. Durch seine Initiative sind etwa die Trampolin-Abteilung, die Basketball-Abteilung, die Tanzsport-Abteilung TSA Rot-Weiß und die American Football-Abteilung entstanden. Außerdem war er maßgeblich daran beteiligt, dass eine hauptamtliche Übungsleiterin eingestellt wurde und vor Jahrzehnten erstmals ein Zivildienstleistender bei der TGS zum Einsatz kam. „Ihr langjähriges Engagement ist auch ein Ausdruck der Freude, die Sie in den vielfältigen Aufgaben und in der Zusammenarbeit mit anderen Vereinsmitgliedern gefunden haben. Ihr Wirken im Sportverein ist ein Gewinn für alle. Das verdient Respekt und Anerkennung, denn Sie haben im Ehrenamt Ausdauer und Kontinuität bewiesen“, sagte Landrat Oliver Quilling in der Feierstunde.

Auch die TGS würdigte seine Verdienste:„Reinhard Krauß hat eindrucksvoll gezeigt, was ein einzelner Mensch mit Leidenschaft, Kompetenz und Beharrlichkeit bewegen kann”, betont Wolfgang Pachali, Vorsitzender des Verwaltungsrats der TGS Seligenstadt. „Sein Wirken steht beispielhaft für das, was Ehrenamt in unserer Gesellschaft bedeutet: Verantwortung zu übernehmen, etwas zu gestalten und andere zu inspirieren, es ihm gleichzutun.” Auch Florian Lebherz, der Vorsitzende des Vorstands der TGS, zeigt sich bewegt von der Ehrung: „Wir sind stolz, Reinhard Krauß in unseren Reihen zu wissen. Seine Auszeichnung ist nicht nur eine persönliche Ehrung, sondern zugleich eine Anerkennung für die Bedeutung des Vereinslebens insgesamt. Durch sein Engagement hat er das Miteinander innerhalb der TGS entscheidend geprägt und einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass unser Verein heute eine feste Größe im Leben unserer Stadt ist.”

(Text: ah)