Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau startet Projekt ‚famos³‘ zur Stärkung von Familien

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Im Bild (v.lk.): Adil Oyan (Erster Kreisbeigeordneter Kreis Groß-Gerau), Elke Rothenheber (Bereichsleitung Arbeitsmarkt und Integration Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau), Thorsten Siehr (Bürgermeister Ginsheim-Gustavsburg), Robert Hoffmann (Vorstand Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau), Martin Webers (Vorstand Caritasverband Offenbach/Main e.V.), Manfred Ockel (Bürgermeister Kelsterbach) und Karten Groß (Bürgermeister Mörfelden-Walldorf) bei der Vorstellung des SF-Plus-Projektes famos³. (Foto: Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau)

ESF-Förderzusage erhalten

Durch engagiertes Projektantragsmanagement und ein überzeugendes Konzept ist es dem Kommunalen Jobcenter Kreis Groß-Gerau (KJC) erneut gelungen, Drittmittel zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration zu akquirieren.


Für das Projekt „famos 3“ erteilten der Europäische Sozialfonds Plus (ESF Plus) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) dem KJC nun einen Förderzuschlag in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro.

„Leere Kassen und eine nicht auskömmliche Finanzierung durch Bundesmittel lassen uns tief in der drittmittelfinanzierten Förderlandschaft graben“, führte Robert Hoffmann, Jobcenter-Vorstand im Rahmen der erfolgten Kick-off-Veranstaltung an, zu der er mit dem Ersten Kreisbeigeordneten und Verwaltungsratsvorsitzenden des KJC, Adil Oyan, eingeladen hatte.

Elke Rothenheber, Bereichsleitung ‚Arbeitsmarkt und Integration‘ des KJC, informierte gemeinsam mit dem Projektpartner „Caritasverband Offenbach/Main e.V.“ sowie den Bürgermeistern der am Projekt beteiligten Kommunen Ginsheim-Gustavsburg, Mörfelden-Walldorf und Kelsterbach über Hintergründe und Zielsetzungen des Projektes.

„famos³“ – familienorientiert.Aktiv.Miteinander.Offen.Sozial³ richtet sich an Familien mit Kindern, die Bürgergeld, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen bzw. einen Anspruch darauf haben. Besonders Alleinerziehende, Familien mit Migrationsgeschichte sowie Familien mit einer hohen Belastung durch gesundheitliche Einschränkungen sollen in dem Projekt unterstützt werden, denn sie sind es, die häufig von komplexen Mehrfachbelastungen betroffen sind.

Im Fokus des Projektes stehen die Beratung und Unterstützung von Eltern und Alleinerziehenden bei der Alltagsbewältigung, Erziehung und dem Zugang zu weitergehenden unterstützenden Hilfen.

Umgesetzt wird dies durch den Projektpartner Caritasverband Offenbach, der dank der Fördermittel drei Pädagogen in den teilnehmenden Kommunen vor Ort einsetzen wird.

Besonderer Ansatz hierbei: Es wird die gesamte Familie in ihrer jeweiligen Lebenssituation und in ihrem alltäglichen Lebensumfeld in den Blick genommen und gestärkt. Im Rahmen eines Familiencoachings werden die teilnehmenden Familien in Einzel- und Gruppenformaten beraten und niedrigschwellige Angebote in den Bereichen Bewegung, gesunde Ernährung, Kultur und Sport ermöglicht. Die Verbindung dieser Elemente soll dazu beitragen, die gesellschaftliche Teilhabe der Familien langfristig zu fördern.

Ergänzt wird das Coaching durch einen Arbeitsmarktexperten des KJC, der mit den Teilnehmenden Perspektiven ihres persönlichen (Wieder-)Einstiegs in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt begleitet.

Darüber hinaus, so das explizit formulierte zweite Ziel des Projektvorhabens, soll erprobt werden, wie der Ausbau einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Sozialhilfe, Arbeitsförderung, Jugendhilfe und Schulwesen dazu beitragen kann, Familien mit Mehrfachbelastungen gezielter und wirksamer zu erreichen. Hierzu gilt es, geeignete Kooperationsroutinen, Fallbearbeitungsformate und Kommunikationswege zu entwickeln und auf eine solide Tragfähigkeit zu testen.

Als Projektträger übernimmt das KJC Kreis GG mit drei Personalstellen die Gesamtverantwortung für die Projektsteuerung und Koordination aller 14 beteiligten Kooperationspartner sowie das Controlling des Gesamtvorhabens.

Die Bürgermeister Thorsten Siehr (Ginsheim-Gustavsburg), Karsten Groß (Mörfelden-Walldorf) und Manfred Ockel (Kelsterbach) zeigten sich gleichermaßen und in mehrfacher Hinsicht von dem Projektvorhaben überzeugt:

Es sei die enge Verknüpfung der Themen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und eine konsequente Umsetzung des Grundgedankens der ‚Vereinbarkeit von Familie und Beruf‘, durch die das Konzept überzeuge und auf kluge Weise bereits bestehende, niedrigschwellige Angebote der Kommunen in das Projekt einzubinden wisse.

Überdies schätzenswert sei auch der innovative Impuls des Projektes für die Verwaltungsstruktur: Die „starre Versäulung“ der Sozialgesetzgebung mit gesetzlich verankerten, streng getrennten Zuständigkeiten, führe in der Praxis eben leider häufig dazu, dass Bürgerinnen und Bürger „von Pontius zu Pilatus“ rennen müssten und sich nicht selten in einer „Behördenspirale“ aufrieben. Im Rahmen des Projektes neue Wege einer optimierten Zusammenarbeit der Behörden zu erproben, käme den Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar vor Ort zugute und entspreche dem Geiste der Verwaltungsvereinfachung.

Bereits Anfang Februar wird es mit Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Kommunen einen Workshop zu den konkreten Projektaufstellungen vor Ort geben und ab dem zweiten Quartal 2026 können interessierte Familien an dem Projekt teilnehmen.

Über die Laufzeit von drei Jahren wird „famos3“ 450 Teilnehmende in das Projekt aufnehmen können.

Adil Oyan fasste zum Abschluss der Veranstaltung zusammen: „Mit dem Konzept des Projekts zeigt das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau einmal mehr, dass es ‚weit über den Tellerrand seines Kerngeschäfts“ hinausdenkt und für den gesamten Kreis Impulse zu setzen weiß. In diesem Sinne ist es mir ein besonderes Anliegen, den Mitarbeitenden des Projektmanagements des KJC, den Bürgermeistern der teilnehmenden Kommunen, der Caritas und allen weiteren Kooperationspartnern zu danken – ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre famos³ nicht in dieser Form umsetzbar.“

Hintergrundinformation

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Deutschland erhält in der ESF-Förderperiode 2021-2027 rund 6,56 Mrd. Euro. Davon fließen rund 2,22 Mrd. Euro in das ESF Plus- Bundesprogramm und rund 4,34 Mrd. Euro in die ESF-Aktivitäten der Bundesländer. Weitere Informationen zum ESF unter www.esf.de.

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)