Für mehr Barrierefreiheit im Offenbacher Straßenverkehr

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Bürgermeisterin Sabine Groß mit Uwe Gruhn und seinem Blindenhund Bruno, sowie Anton Fröhlich (beide von der Regionalgruppe Offenbach der Pro-Retina) vor einer der modernisierten Ampeln. (Foto: Stadt Offenbach)

Acht Ampelanlagen in Offenbach mit Blindenleitsystemen modernisiert

Für die sichere und selbständige Teilnahme am Straßenverkehr benötigen blinde und sehbehinderte Menschen besondere Unterstützung. Bürgermeisterin und Mobilitätsdezernentin Sabine Groß betont: „Die Ausstattung von Lichtsignalanlagen mit Blindenleitsystemen ist mir ist es ein wichtiges Anliegen im Rahmen einer barrierefreien Verkehrsinfrastruktur. Mit der Ausstattung von acht Ampelanlagen mit Blindenleitsystemen leisten wir einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Mobilität und Selbstständigkeit blinder und sehbehinderter Menschen.“


Bei neuen Ampeln gehört ein Blindenleitsystem heute zur Standardausstattung. Ältere Anlagen sind allerdings nicht immer entsprechend ausgestattet. Deshalb nutzt die Stadt Offenbach gezielt Modernisierungen, um bestehende Ampeln nachzurüsten – so auch im aktuellen Förderprojekt „MOVE_LSA“. Seit mehreren Jahren werden dabei taktile und akustische Signale ergänzt. Darüber hinaus prüft das Amt für Mobilität kontinuierlich weitere Standorte, um das Angebot schrittweise auszubauen.

Dabei steht das Amt für Mobilität im engen Austausch mit Interessenvertretungen blinder und sehbehinderter Menschen, beispielsweise mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein pro Retina. Hinweise aus diesem Dialog werden ebenso berücksichtigt wie Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Oft sind es auch Einzelpersonen, die auf fehlende, defekte oder unregelmäßig funktionierende Blindenleitsysteme aufmerksam machen. Die Stadt reagiert auf solche Hinweise möglichst zeitnah und plant bei Bedarf entsprechende Um- oder Nachrüstungen.

Uwe Gruhn vom Blinden- und Sehbehindertenverein pro Retina sagt: „Blindenleitsysteme sind eine wesentliche Voraussetzung für uns für eine sichere und selbständige Mobilität. Wichtig ist dabei, dass Hinweise aus der Praxis auch aufgegriffen werden. Durch die Nachrüstung an der Kreuzung Bismarckstraße / Sprendlinger Landstraße / Ecke Tulpenhofstraße kann nun auch der Bus 104 sicher erreicht werden – auf diesen Bedarf hatten wir hingewiesen. Für uns ist das ein positives Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit.“

Im Jahr 2025 konnten insgesamt acht Ampelanlagen mit einem Blindenleitsystem nachgerüstet werden, davon drei im Rahmen des Projekts „MOVE_LSA“.

Die modernisierten Ampeln befinden sich an folgenden Standorten: in der Fußgängerschutzanlage Senefelderstraße in Höhe Hausnummer 104, am Odenwaldring / Senefelderstraße, in der Langstraße / Rumpenheimer Straße, Aschaffenburger Straße / Lessingstraße, Sprendlinger Landstraße/ Bismarckstraße / Tulpenhofstraße, sowie in der Arthur-Zitscher-Straße / Herrmann-Steinhäuser-Straße, im Starkenburgring / Arndtstraße und in der Bieberer Straße / Gerberstraße.

„Der Ausbau wird im Jahr 2026 fortgesetzt. Bereits angelaufen sind die Planungen für weitere Anlagen aus dem Förderprojekt „MOVE_LSA“. Vorgesehen ist aktuell der Einbau oder die Nachrüstung von 14 Ampelanlagen im Rahmen des Projekts sowie zwei weiteren Standorten“, blickt Bürgermeisterin Groß voraus.

Hintergrund

Diese Systeme unterstützen blinde und sehbehinderte Menschen beim sicheren Überqueren von Straßen, indem sie auf Knopfdruck akustische Signale – also Töne – und taktile Signale zum Ertasten ausgeben.

Über kleine Lautsprecher am Ampelmast ertönt zunächst ein leiser Orientierungston. Dieser hilft dabei, den Mast zu finden. Sobald die Fußgängerampel auf Grün schaltet, wechselt der Ton zu einem deutlich hörbaren Piepen. So ist gut erkennbar, wann die Querung beginnt, wie lange die Grünphase dauert und in welche Richtung die Straße verläuft. Die Lautstärke passt sich automatisch der Umgebung an: gut hörbar für die Nutzenden, aber so leise wie möglich, damit Anwohnende, besonders nachts, nicht gestört werden.

Das taktile Signal befindet sich am unteren Teil des Anforderungstasters. Dort gibt es eine vibrierende Platte, die während der Grünphase aktiv ist. Zusätzlich sind dort ertastbare Symbole angebracht, die die Überquerungsrichtung anzeigen oder auf eine vorhandene Mittelinsel hinweisen.

Bei neuen Ampeln gehört ein Blindenleitsystem heute zur Standardausstattung. Ältere Anlagen sind allerdings nicht immer entsprechend ausgestattet. Deshalb nutzt die Stadt Offenbach gezielt Modernisierungen, um bestehende Ampeln nachzurüsten – so auch im aktuellen Förderprojekt „MOVE_LSA“. Seit mehreren Jahren werden dabei taktile und akustische Signale ergänzt.

Wichtig zu wissen: Das Drücken des Tasters aktiviert ausschließlich das Blindenleitsystem. Es sorgt nicht dafür, dass die Ampel schneller auf Grün schaltet. Dieser Irrtum ist weit verbreitet, entspricht aber nicht den Tatsachen.

(Text: PM Stadt Offenbach)