
Seit 77 Jahren gehört der Kreppelkaffee in Nieder-Roden fest zur Fastnacht – und jedes Jahr wird im Vorfeld gerätselt, unter welchem Motto die traditionsreiche Sitzung „von Frauen für Frauen“ diesmal steht. Nach Reisen um die Welt, Ausflügen zu den Sternen, Olympiaden und Höhenflügen über den Wolken ging es nun auf besonders heikles Terrain: Unter dem Motto „Aktenzeichen Kreppelkaffee“ verwandelte sich das Bürgerhaus Nieder-Roden in einen Gerichtssaal der närrischen Art.
Schon das Intro lieferte den entscheidenden Hinweis: Die Dollbohrer hatten es nicht auf den „Pink Panther“, sondern auf den pinken Kreppel abgesehen. Vor dem detailverliebten Bühnenbild, erneut gestaltet von Yvonne Rebmann und ihrem Team vom Malraum Rodgau, nahmen die Richterinnen des Elferrates in zartem Rosé Platz. Über allem wachte Präsidentin Alisa Rebmann-Müller höchstpersönlich als Justitia – streng, gerecht und natürlich bestens gelaunt. Die Wände waren gespickt mit Fahndungsbildern gesuchter „Verbrecherinnen“ des Kreppel-Departements Nieder-Roden.
Nach dem Auftakt der Kreppelgarde – Vorsicht: Tatort! – folgte die erste Zeugenaussage: Patricia Wörner feierte ihre gelungene Premiere in der Bütt. Tänzerisch ging es weiter mit den Glücksbärchis, die in der „Police Academy“ ausgebildet wurden und bei einer Razzia ihr Können zeigten.
Der ZGH, der „ZsammeGewürfelte Haufe“, ließ als Schafherde kein Gerücht aus und verriet singend so manches – inklusive kurzer Einkehr bei Penny. In der Bütt stellte Britta Kockmann die großen Lebensfragen: Urlaub oder Balkonien, Bikini oder Funktionshose? Nach der Pause klagten die Kreppelvoices über den pädagogischen Alltag und führten mit Qi Gong für Pädagogen zu der Erkenntnis: Alle haben einen Wackelkontakt – wir inklusive. Rosi vom Service erzählte anschließend schonungslos ehrlich „von vorne bis hinne“, wie der Kreppelkaffee wirklich läuft. Die Dollbohrer ermittelten mit Phantombildern einen mysteriösen Kreppelraub, ehe die Kreppelmädels als Insassinnen des Nieder-Röder Gefängnisses eine eskalierte Holzversteigerung zwischen Nieder-Roden und Dudenhofen aufarbeiteten – mit versöhnlichem Ende ganz im Sinne der Rodgauer Gemeinschaft. Für beste Lacher sorgte auch Elke Spahn mit ihrem Bericht über neue Hüfte, Sanatorium und allerlei Tücken des Alters. Im Zwiegespräch von Magreda unn Sannsche ging es schließlich um Influencer-Karrieren im Ruhestand – inklusive Rundlicht, Filter und tiefbegabter Geschäftsidee. Das große Finale moderierten Daniela Piplak und Melanie Wörner-Förtig als Miss Marple und Mr. Stringer. Als Men in Black, Tatortreiniger und Panzerknacker zogen alle Akteurinnen noch einmal auf – und stellten klar: An diesem Abend ging es nicht um Aktzeichnen, sondern eindeutig um „Aktenzeichen“.
(Text: ah)
