Christoph III. und Romina I. regieren die Klein-Krotzenburger Fastnacht

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Besonders gespannt war das Publikum bei der ersten Sitzung auf die Antwort der entscheidenden Frage: Wer regiert die Krotzenburger Fastnacht? (Foto: ah)

Viermal ausverkauft, fünf Stunden Programm und kein bisschen leise: Die ÖVV-Fastnachter haben mit ihren Sitzungen in der Georg-Flohr-Radsporthalle einmal mehr bewiesen, warum Klein-Krotzenburg in der fünften Jahreszeit ganz vorne mitspielt. Der bunte Mix aus Tanz, Gesang und Büttenvorträgen ließ keine Wünsche offen – Jubel und Applaus inklusive.


Besonders gespannt war das Publikum bei der ersten Sitzung auf die Antwort der entscheidenden Frage: Wer regiert die Krotzenburger Fastnacht? Das bis zuletzt streng gehütete Geheimnis sorgte für eine echte Überraschung. Mit Christoph III. und Prinzessin Romina I. hatte kaum jemand gerechnet. Der 39-jährige Christoph Kegler ist zwar begeisterter Fastnachter, genoss die Kampagne bislang aber eher vom Zuschauerrang. An seiner Seite steht Romina Rizzo (34), Lehrerin an der Joachim-Schumann-Schule, Tänzerin der Dance Company und engagiertes Vorstandsmitglied der Turnerschaft Klein-Krotzenburg (TKK).

Schon die Eröffnungsnummer „Krotzenborsch is cool“, präsentiert von Sitzungspräsident Blumör gemeinsam mit Marlene, Luise und Carl Flügel, setzte den Ton: lokal verwurzelt, mitreißend und voller närrischem Enthusiasmus. Ein Markenzeichen der Krotzenburger Fastnacht sind seit jeher die Tanzgruppen aus TKK und Volkschor sowie die ÖVV-Prinzengarde. In dieser Kampagne feiern die Diamonds und Young Diamonds des Volkschors ihr 20-jähriges Bestehen – und begeisterten unter der Leitung von Trainerin Sabrina Salg mit Discoparty und Amor-Showtanz. Die Dance Company der TKK kam als Elektrikerinnen daher, die Dance Power als „Cocktail-Ladies“, und das Männerballett sorgte als lebende Konfettikanonen für staunende Gesichter. Nachwuchssorgen sind ebenfalls unbegründet: Die Dance Girlies reisten tänzerisch nach Paris, der Kinder- und Jugendchor führte das Publikum musikalisch in die Berge. Auch in der Bütt zeigte sich: Jung kann ganz groß sein. Felix Assenheimer und Henri Sattler, beide zwölf, traten bereits zum dritten Mal auf – diesmal als übermotivierte Feuerwehrleute mit anschließend leeren Feuerlöschern.

Ihre Premiere feierte Maike Staab, die als Single ihre Tinder-Erfahrungen schilderte. Eheliche Tücken beleuchteten Carola Staab und Thomas Blumör als Marie und Schorsch, während Robert Kiefner als rasender Reporter von „Hit Radio KKB“ die lokalen Befindlichkeiten pointiert aufs Korn nahm. Nicht fehlen durften die Hofsänger des Gesangvereins Frohsinn unter Andreas Schwab mit satirischen Liedern, unter anderem zur Wehrpflicht-Debatte. Neu im Programm waren die „Bembelbrüller“, ein vereinsübergreifender Chor mit über 40 Aktiven, der sofort gefeiert wurde. Den krönenden Abschluss bildete – wie es sich gehört – das Korz-Lang-Fett-Quartett XXL samt Polonaise aller rund 200 Mitwirkenden. Kurz nach Mitternacht tobte die Halle ein letztes Mal: Fastnacht, wie sie in Krotzenburg sein soll.

(Text: ah)