Pfarrei „St. Christophorus, Dieburger Land“ ist offiziell gegründet

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Die Kirche St. Sebastian in Eppertshausen. Die gleichnamige, bislang eigenständige Pfarrei wurde zum 31.Dezember aufgelöst und ist nun Teil der 16 000 Katholiken starken Pfarrei „St. Christophorus, Dieburger Land“. (Foto: jedö)

Pfarrei St. Sebastian Eppertshausen aufgelöst und eingruppiert in Gemeinde „Mitte“

Es ist in diesem Teil des Ostkreises Darmstadt-Dieburg der vorläufige Höhepunkt des 2019 eingeschlagenen, vom Mainzer Bischof Peter Kohlgraf gestarteten „Pastoralen Wegs“: die Mitte Januar im Rahmen eines zweistündigen Gottesdienstes in der Dieburger Kirche St. Peter und Paul vollzogene Gründung der Pfarrei und Kirchengemeinde „St. Christophorus, Dieburger Land“. Darin sind ab sofort 16 000 Katholiken aus Dieburg, Münster, Eppertshausen, Babenhausen, Mosbach und Radheim vereinigt. Die dortigen Pfarreien wurden zum Jahreswechsel aufgelöst, darunter die Eppertshäuser Pfarrei St. Sebastian. Auch darüber hinaus hat die Zäsur konkrete Auswirkungen.


Im Zuge der kirchlichen Erneuerungsbestrebungen endete zum 31.Dezember die Existenz von sechs bislang eigenständigen Pfarreien: St. Peter und Paul (Dieburg), St. Michael (Münster), St. Sebastian (Eppertshausen), St. Josef (Babenhausen), St. Johannes Baptist (Mosbach) und St. Laurentius (Radheim) bestehen in ihrer bisherigen Form nicht mehr. Stattdessen ist nun die neu errichtete Pfarrei und Kirchengemeinde die Gesamtrechtsnachfolgerin der sechs aufgehobenen Pfarreien und Pfarrkuratien.

St. Peter und Paul in der Dieburger Innenstadt als neue Pfarrkirche festgelegt

Als Pfarrkirche der neuen Pfarrei St. Christophorus Dieburger Land wurde St. Peter und Paul in der Dieburger Innenstadt festgelegt. Am Gotteshaus St. Sebastian in Eppertshausen als Schauplatz kirchlicher Liturgie ändert sich dadurch nichts. Gottesdienste, Taufen oder Firmungen finden dort weiterhin statt. Anders verhält es sich beispielsweise in Dieburg, wo in St. Wolfgang eins von drei großen katholischen Kirchengebäuden entweiht, in eine Stiftung überführt und zum vielfältigen Veranstaltungsort werden soll.

Das Verwaltungszentrum der neuen gemeinsamen Pfarrei der sechs bisherigen soll schnellstmöglich seine Arbeit in Räumen des ehemaligen Pfarrhauses und in Räumen des Gemeindezentrums St. Josef in Babenhausen aufnehmen. Dort sollen das zentrale Pfarrbüro mit Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr sowie die Pfarreiverwaltung tätig werden. Vorher sind aber noch Baumaßnahmen umzusetzen.

Auch jetzt ist das Pfarrbüro im Babenhäuser Bruchweg 11 für Besucher jedoch montags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Nach der Fertigstellung des Verwaltungszentrums sollen die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Telefonisch über die Nummer 06073-4241 ist das Pfarrbüro montags, dienstags, mittwochs und freitags zwischen 9 und 12 Uhr sowie montags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr erreichbar. Zeitunabhängig kann man das Pfarrbüro zudem per E-Mail an die Adresse pfarrei.dieburger-land@bistum-mainz.de kontaktieren. Weitere Kontaktstellen wird es dezentral in Dieburg, Münster, Eppertshausen und Schaafheim geben. In Eppertshausen ist das Büro in der Schulstraße 2 (neben der Kirche) montags von 17 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Die Leitung der neuen Pfarrei St. Christophorus Dieburger Land wird in gemeinsamer Verantwortung von drei Personen wahrgenommen: dem Dieburger Alexander Vogl (Leitender Pfarrer), Pfarreikoordinatorin Mareike Böhm und Verwaltungsleiterin Bettina Wiesch. Die bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pastoralraums behalten ihre Stellen auch in der neuen Pfarrei.

Zuständigkeiten aller Gremien, Projektgruppen und der Pastoralraum-Konferenz endet

Mit der Auflösung der alten Pfarreien zum 31. Dezember endeten auch die Zuständigkeiten aller Gremien (wie Pfarrgemeinde- und Kirchenverwaltungsräte), Projektgruppen und der Pastoralraum-Konferenz. Am 14. und 15. März soll für St. Christophorus Dieburger Land der Pfarreirat gewählt werden. Er soll aus bis zu 25 Personen bestehen. Einige davon werden qua Amt dabei sein, doch elf ehrenamtliche Vertreter sollen ebenfalls mitwirken. Bis zum 8. Februar können Kirchenmitglieder ihre Kandidatur einreichen.

Auch der regionale Proporz soll dabei Beachtung finden. Die Pfarrei St. Christophorus, Dieburger Land teilt sich in drei Gemeinden mit jeweils einem Gemeindeausschuss, der lokal bezogen arbeitet, auf. Dieburg, wo rund ein Drittel der 16 000 Katholiken der Pfarrei wohnt, bildet solo die Gemeinde „St. Christophorus, West“. Münster und Eppertshausen bilden zusammen „St. Christophorus, Mitte“, die Gläubigen in Babenhausen, Schaafheim Mosbach und Radheim „St. Christophorus, Ost“. Dieburg darf im neuen Pfarreirat drei Vertreter stellen, die Gemeinden Mitte und Ost je vier. Für die Übergangszeit bis zur Wahl des Pfarreirates (und zwei Monate später auch des Kirchenverwaltungsrats) sind sieben Verwalter bestellt worden.

Mit der Fusion gehe man „einen völlig neuen Weg, mit dem wir keine Erfahrung haben“, sagt derweil Pfarrer Alexander Vogl. „Dies ist dem geschuldet, dass wir weniger Personal und Geld, aber auch weniger Gläubige haben. Es gibt dazu jedoch keine Alternative.“ Bereits seit längerer Zeit setzen die (nun ehemaligen) Ostkreis-Pfarreien eine gemeinsame Gottesdienst-Ordnung und vertiefen auch die Zusammenarbeit in Strukturen bei der Erstkommunion und der Firmkatechese. Vogl ist überzeugt, dass die Gläubigen St. Christophorus Dieburger Land aktiv mitgestalten werden: „Die Leute tragen den Weg, den die Katholische Kirche in Deutschland und das Bistum Mainz beschreiten, mit.“

(Text: jedö)