Sauber, sicher, verantwortungsvoll: Frankfurts Gastronomie im Faktencheck

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Aus dieser Pfanne wurde gerade serviert. Auch hier muss die Temperatur stimmen. (Foto: Ordnungsamt Stadt Frankfurt am Main)

Saubere Küchen, verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln und engagierte Betreiberinnen und Betreiber: Die Frankfurter Gastronomie arbeitet überwiegend auf hohem Niveau. Dass mögliche Mängel die Ausnahme sind, zeigt die tägliche Arbeit der Lebensmittelüberwachung im Ordnungsamt, exemplarisch dargestellt am Kontrolltag des Frankfurter Lebensmittelkontrolleurs Manuel Klein.


Die Abteilung Veterinärwesen im Ordnungsamt, zu der auch die Lebensmittelüberwachung gehört, betreut mit 17 Bediensteten, darunter zwei Fortzubildende, rund 8700 Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder vertreiben. Kontrolliert werden dabei nicht nur die Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln, sondern auch bauliche Voraussetzungen, Reinigungsstandards, Lagerbedingungen sowie ein möglicher Schädlingsbefall. Ziel ist es, das Lebensmittelkonzept jedes Betriebes zu prüfen und damit zu optimieren sowie Verbraucherinnen und Verbraucher bestmöglich zu schützen und gleichzeitig die Betriebe fachlich zu begleiten.

Mehr als nur ein Beruf

Wie diese Arbeit in der Praxis aussieht, zeigt ein Kontrolltag von Manuel Klein. Er ist seit 20 Jahren Lebensmittelkontrolleur in Frankfurt am Main. Für den gelernten Bierbrauer ist seine Arbeit mehr als nur ein Beruf – er beschreibt es als Berufung. Vier gastronomische Betriebe in Seckbach und im Nordend stehen an diesem Nachmittag auf seinem Prüfplan. Den Auftakt bildet ein italienisches Restaurant in der Rothschildallee. Während in der Küche gekocht wird, überprüft Klein Theke, Küche, Lager- und Spülräume. Sein Fazit fällt eindeutig positiv aus: Der Betrieb ist sauber, gut organisiert und seit Jahren beanstandungsfrei. Lediglich zwei eingerissene Dichtungen an Kühlgeräten sollten ausgetauscht werden, eine geringfügige Maßnahme ohne weiteren behördlichen Handlungsbedarf.

Nur wenige Meter weiter kontrolliert Klein ein vegetarisch-veganes Restaurant, das sich noch im Aufbau befindet. Lieferverzögerungen bei der Dunstabzugshaube verhindern die Eröffnung des Betriebes, ein Umstand, den der Lebensmittelkontrolleur bereits kennt. Denn zur Arbeit der Frankfurter Lebensmittelüberwachung gehört nicht nur das Kontrollieren, sondern auch das Beraten. „Wir unterstützen Gastronominnen und Gastronomen dabei, ihre Betriebe von Anfang an lebensmittelrechtlich und hygienisch gut aufzustellen“, betont Klein. Vom Konzept des neuen Betriebs zeigt er sich überzeugt und kündigt an, zur Erstkontrolle nach der Eröffnung wiederzukommen.

„Verbraucherschutz ist der Kern unserer Arbeit”

Anschließend führt der Weg nach Seckbach zu einem Restaurant, zu dem eine Beschwerde wegen angeblich verdorbenen Fischs vorliegt. Hinweise dieser Art nimmt Manuel Klein ernst, insbesondere dann, wenn sie wiederholt auftreten. Küche, Lager und Kühlräume werden erneut sorgfältig überprüft, jedoch ohne Beanstandungen. Auch verdorbene Lebensmittel entdeckt Manuel Klein nicht. Der Betrieb bleibt unter Beobachtung, aktuell besteht jedoch kein Anlass für weitere Maßnahmen. „Verbraucherschutz ist der Kern unserer Arbeit. Wir gehen jedem Hinweis nach, um mögliche Gefahren frühzeitig auszuschließen. In diesem Betrieb habe ich keine problematischen Zustände feststellen müssen“, sagt Klein.

Zum Abschluss stehen zwei traditionelle Apfelweinlokale im Seckbacher Ortskern auf dem Programm. Beide Betriebe werden seit Jahrzehnten vorbildlich geführt und präsentieren sich in einwandfreiem Zustand. „Hier wird mit Erfahrung, Verantwortung und Respekt vor dem Lebensmittel gearbeitet“, sagt Klein. Besonders beeindruckt zeigt er sich von den historischen Apfelweinlagern in alten Gewölben: „Diese Betriebe sind Frankfurter Kulturgut. Hier atmet man Geschichte und trotzdem stimmen Hygiene und Qualität.“

Die Zahlen der vergangenen Jahre unterstreichen diesen positiven Eindruck: Im Jahr 2024 wurden in Frankfurt 1434 Gaststätten und Imbissbetriebe kontrolliert. In 32,1 Prozent der Betriebe wurden lediglich geringfügige Mängel festgestellt, die durch Belehrungen behoben werden konnten. Nur in 18,4 Prozent der Fälle war verwaltungsrechtliches Einschreiten notwendig. Auch 2025 zeigt sich ein vergleichbares Bild: Von 1560 kontrollierten Betrieben wiesen über 80 Prozent keine oder nur geringe Mängel auf.

“Frankfurter Gastronomie ist weit besser als ihr Ruf”

Für Klein steht fest: „Die Frankfurter Gastronomie ist weit besser als ihr Ruf. Über Negativbeispiele wird viel berichtet, doch sie bilden nur einen kleinen Teil der Realität ab. Der überwiegende Teil der Betriebe arbeitet sauber, verantwortungsvoll und gesetzeskonform. Ich gehe jedenfalls ohne Bedenken in Frankfurt essen und das auch in Betrieben, die ich nicht selbst kontrolliert habe.“

Annette Rinn, Dezernentin für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz, sagt: „Die Arbeit unserer Lebensmittelüberwachung sorgt täglich dafür, dass sich die Menschen in Frankfurt am Main auf die Qualität und Sicherheit gastronomischer Angebote verlassen können. Die hohe Quote beanstandungsfreier Betriebe zeigt, wie verantwortungsvoll die Frankfurter Gastronomie arbeitet. Das ist ein starkes Signal für Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Frankfurt.“

Stephanie Wüst, Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing, sagt: „Frankfurts Gastronomie steht für Vielfalt, Qualität und unternehmerische Verantwortung und ist ein zentraler Faktor für unseren Wirtschafts- und Tourismusstandort. Vom Apfelweinlokal bis zur Spitzengastronomie prägen engagierte Betriebe die Lebensqualität unserer Stadt. Dass die große Mehrheit sauber und regelkonform arbeitet, zeigt: In Frankfurt funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Gastronomie und Behörden verlässlich und partnerschaftlich. Das stärkt Vertrauen, sichert Qualität und macht unseren Standort attraktiv.“

Für Gastronominnen und Gastronome stellt das Ordnungsamt umfangsreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Unter Informationen für Lebensmittelunternehmer | Stadt Frankfurt am Main stehen alle relevanten Informationen zur Betriebshygiene und zum Umgang mit Lebensmitteln zur Verfügung.

(Text: PM Ordnungsamt Stadt Frankfurt am Main)