Flurbereinigungsverfahren Pfungstadt: Mammutprojekt auf Zielgeraden

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Links im Bild Karte mit den alten Grenzen, rechts die Karte nach der Flurbereinigung. (Karten: HVBG)

Aus 5.596 wurden 2.865 Grundstücke

2202 Hektar mit 5.596 Grundstücken neu geordnet, über 1300 beteiligte Eigentümer, 32 km Baumaßnahmen an Wirtschaftswegen, 5,5 km Beregnungsleitungen, 4,5 Hektar neue landschaftsgestaltende Anlagen – mit dem Flurbereinigungsverfahren Pfungstadt geht ein Mammutprojekt auf die Zielgerade.


Anfang Februar bekommen über 1300 Eigentümer von landwirtschaftlichen Grundstücken in Pfungstadt, Eschollbrücken, Eich und Hahn Post vom Amt für Bodenmanagement Heppenheim. Die Flurbereinigungsbehörde versendet die Nachweise und Karten der neu gebildeten Grundstücke, wie sie in Kürze zur Umschreibung an das Grundbuchamt abgegeben werden sollen. Mit dem nun aufgestellten Flurbereinigungsplan fasst das Amt für Bodenmanagement die Ergebnisse des Verfahrens zusammen. In den ersten beiden Märzwochen erfolgt im historischen Rathaus Pfungstadt die Offenlage der Nachweise. Täglich von 10 bis 16 Uhr, am 4. und 10. März auch bis 18 Uhr sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flurbereinigungsbehörde für Fragen und Auskünfte zum Verfahren und den versandten Unterlagen vor Ort.

Die Felder von Pfungstadt und Hahn werden bereits seit 2017 nach den neu gebildeten Grundstücken bewirtschaftet. Im Jahr 2022 folgten Eschollbrücken und Eich. Mit den vorläufigen Besitzeinweisungen der beiden Teilgebiete waren bereits Besitz, Nutzung und Verwaltung auf die neuen Grundstücke übergegangen. Mit dem in diesem Sommer geplanten Eintritt des neuen Rechtszustandes geht endgültig das Eigentum auf die neuen Flächen über.

In der Bodenordnung konnten insgesamt 5.596 Grundstücke durch Arrondierung und Tausch zu 2.865 Flurstücken zusammengelegt werden. Ziel der Bodenordnung war insbesondere die Verbesserung der Agrarstruktur und die Regelung der Grundstücksgrenzen an der B 426 und der Pfungstädter Entlastungsstraße West.
So konnte zersplittertem Grundbesitz zusammengelegt, größere Eigentums- und Bewirtschaftungsstrukturen geschaffen und Landnutzungskonflikte aufgelöst werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Verfahrens war die Anpassung des landwirtschaftlichen Wegenetzes an die Anforderungen der modernen Landwirtschaft. Dafür wurden 10,5 km Asphaltwege, 0,4 km Pflasterwege, 8,2 km Schotterwege und 5,1 km Erdwege neu gebaut, ausgebaut oder erneuert. Zuletzt wurden im Jahr 2024 der Weg „langer Damm“ und der „Weg um Schafstall“ erneuert. Zusätzlich wurden 7,4 km nicht mehr benötigte Wege entfernt um größere Ackerflächen zu schaffen. Das Beregnungsnetz konnte auf insgesamt 5,5 km verbessert werden. Für Naturschutz und Landschaftspflege wurden 4,5 ha landschaftsgestaltende Anlagen ausgewiesen und bepflanzt. So wurden Streuobstbäume gepflanzt, Saumstreifen mit Gehölzen angelegt, Biotope erweitert und vorhandene Strukturen ergänzt und gesichert.

Die Kosten der Maßnahmen in Höhe von 3,56 Millionen Euro wurden durch die EU, den Bund und das Land mit einem Zuschusssatz von 66 Prozent gefördert. Die Eigenleistung wurde von der Jagdgenossenschaft und zum größten Teil von der Stadt Pfungstadt übernommen. Weitere 1,3 Millionen Euro für Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Bau der B 426 durchgeführt wurden, hat der Bund finanziert.

Die Interessen der Grundstückseigentümer wurden durch den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft unter dem Vorsitz von Werner Wenz vertreten. „Die pragmatische und lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Stadt Pfungstadt und Flurbereinigungsbehörde war eine wichtige Komponente zum Gelingen des Verfahrens“, betonten Verfahrensleiter Martin Bergmann und sein Vorgänger Manfred Bräuer vom Amt für Bodenmanagement Heppenheim unisono.

Weitere Informationen zum Flurbereinigungsverfahren sind abrufbar unter: www.hvbg.hessen.de/UF1172.

(Text: PM Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG))