Zoos machen Hoffnung: Artenschutz wirkt – weltweit und vor Ort

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Symbolbild Przewalski-Pferde (Foto: Vakantieidee auf Pixabay)

Mit dem internationalen „Reverse the Red Day“ am Samstag, 7. Februar, rufen Zoos und Naturschutzorganisationen weltweit dazu auf, den Trend auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN umzukehren – von Rot, was für Bedrohung steht, zu Grün, sprich: Erholung. Das Ziel: Gefährdete Arten sollen wieder eine Zukunft haben.


„Wir wissen, dass Artenschutz wirkt, wenn wir ihn konsequent betreiben und zusammenarbeiten”, sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Zoos leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Natur.”

Frankfurter Zoo beteiligt sich und es gibt Erfolgsgeschichten, die Mut machen

Przewalski-Pferde waren in der Natur ausgestorben – heute streifen sie wieder durch die Steppen der Mongolei und Kasachstans. Durch das koordinierte Europäische Zuchtprogramm, an dem sich eine Vielzahl von Zoos beteiligen, konnte die Art erhalten werden. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt wurden seit 2024 vierzehn der Wildpferde in Kasachstan wieder angesiedelt. Auch in der Mongolei und China gab es bereits Auswilderungen aus europäischen Zoos. Die Frankfurter Zoodirektorin Dr. Christina Geiger und Zootierärztin Dr. Annette Klein waren bei Auswilderungen dabei, um ihre im Zoo erworbene Expertise im Umgang mit den Tieren an die Teams vor Ort weiterzugeben.

Die Europäische Sumpfschildkröte galt in Hessen nahezu als verschwunden und stand kurz vor dem regionalen Aussterben. Der Zoo Frankfurt ist Teil eines Zuchtprogramms, das ehrenamtlich von der Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte koordiniert wird. In den vergangenen Jahren konnten von der Arbeitsgemeinschaft zahlreiche Nachzuchten ausgewildert werden. Die Art kehrt damit Schritt für Schritt in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück – ein ermutigendes Beispiel dafür, wie ex-situ-Artenschutz, also die Zucht außerhalb des natürlichen Habitats, zur Stabilisierung freilebender Bestände beitragen kann. Inzwischen werden wieder regelmäßig Jungtiere aus Fortpflanzung in der Natur in hessischen Gewässern nachgewiesen.

Das Goldgelbe Löwenäffchen stand kurz vor dem Aussterben, nachdem sein Lebensraum stark zerstört worden war. In den 1980er Jahren gab es nur noch etwa 200 Tiere in den Wäldern Brasiliens. Durch internationale Zuchtprogramme und Wiederansiedlungen konnten zahlreiche in Zoos geborene Tiere in geschützten Waldgebieten ausgewildert werden. Auch der Zoo Frankfurt beteiligte sich und stellte zwei Tiere für die Auswilderung bereit. Heute erholen sich die Bestände wieder: 2023 wurden über 4800 Tiere in der Natur gezählt. Die Art konnte 2003 von „vom Aussterben bedroht“ auf „stark gefährdet“ zurückgestuft werden.

Unter anderem auch Luchs, Bartgeier, Feldhamster und Wisent profitieren in Deutschland und Europa von der Artenschutzarbeit der Zoos, die sich in zahlreichen Projekten für die Rückkehr bedrohter heimischer Tierarten einsetzen.

Vom Rot ins Grün: Teil einer globalen Bewegung

Die von Zoos mitgegründete Initiative „Reverse the Red“ vereint den Weltzoo- und Aquarienverband WAZA, die Weltnaturschutzorganisation IUCN und die Zoos mit Wissenschaft, Zivilgesellschaft, sowie weiteren Partnern. Sie basiert auf der Roten Liste der IUCN und zeigt: Datenerhebung, gezielte Schutzmaßnahmen und Bildung können zusammen den entscheidenden Unterschied machen.

(Text: PM Zoo Frankfurt)