„Schandfleck“ am Altheimer Bahnhof soll verschwinden

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Die Südseite des Altheimer Bahnhofs verwandelt sich bei Regen in eine Seenlandschaft. Auch das mit Graffiti beschmierte Bahngebäude in diesem Bereich ist nicht gerade eine Visitenkarte. Von einer Ertüchtigung würden auch die Nutzer der DHL-Packstation (hinten links im Bild) profitieren. Noch ist aber offen, inwiefern die Deutsche Bahn mitspielt. (Foto: jedö)

Die Münsterer Gemeindevertreter haben beschlossen, einen neuen Anlauf in Sachen Ertüchtigung des Altheimer Bahnhofs zu starten. Konkret handelt es sich um das unbefestigte Gelände südlich der Gleise, nahe dem gemeinsamen Geldautomaten von Sparkasse und Volksbank. Dieses Areal ist von großen Löchern, ja beinahe Kratern übersät und bildet nach Regenfällen eine regelrechte Seenlandschaft.


Der aktuelle Vorstoß, der tristen Fläche hinterm Steig von Gleis 1 etwas entgegenzusetzen, stammt von der SPD. Der Bereich sei „ein Schandfleck für Münster“, sagte Sozialdemokrat Dierk Kallendorf. „Die Gemeinde sollte deshalb auf die Bahn zugehen.“ Dies hatte die Kommune 2015 schon einmal getan. Aus Desinteresse der Bahn sei dies aber „im Sande verlaufen“. Nun wolle man „das Ganze noch mal angehen“. Das fand aus Reihen der anderen Fraktionen auch Arne Mundelius (FDP) richtig: „Wir müssen dort die Sicherheit für Autofahrer und Fußgänger wiederherstellen.“ Eine erste pragmatische Lösung sei, die Schlaglöcher mit Kies zu befüllen. Dies sei zudem günstig: „Für ästhetische Lösungen haben wir kein Geld.“

Eigentlich wäre es Sache der Bahn, die Situation auf der Südseite des Altheimer Bahnhofs zu verbessern. Da diese das geschilderte Gelände jedoch seit Jahren nicht anpackt, soll sich nun die Gemeinde ins Spiel bringen. Dies war auch Teil des fünf Punkte umfassenden Beschlussvorschlags, den die SPD in ihrem Antrag formuliert hatte. Ihm sollten auch die Vertreter von CDU, FPD und ALMA-Die Grünen einstimmig folgen.

Der Gemeindevorstand als Spitzengremium der Münsterer Verwaltung soll „zeitnah mit der Deutschen Bahn AG Gespräche aufnehmen mit dem Ziel, das derzeit unbefestigte Gelände hinter dem Bahnsteig an der Haltestelle Altheim zu sanieren“. Davon würden auch all jene profitieren, die zur ebenfalls dort angesiedelten Packstation der DHL wollen. Doch nicht nur das: Auch den Ausbau zu einem Park-and-Ride-Parkplatz regten die Genossen an.

Die einzelnen Punkte des Beschlusses geben nun vor: erstens die Zuständigkeiten auf der Grundlage der Eigentumsverhältnisse des Geländes zwischen Bahn und Gemeinde Münster zu klären; zweitens die Möglichkeiten einer gemeinsamen Finanzierung beziehungsweise einer Kostenbeteiligung durch die Bahn zu prüfen; drittens die mögliche Fördermittel zu prüfen und zu beantragen; viertens sowohl aus Gründen der Sicherheit wie Optik das marode (mit Graffiti beschmierte) Bahngebäude in diesem Bereich zurückbauen zu lassen; und fünftens zu klären, inwieweit bei alldem Rücksicht auf unterirdisch verlaufende Versorgungsleitungen der Bahn genommen werden müsste.

Über die Gespräche soll die Münsterer Verwaltung sowohl den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss als auch den Haupt- und Finanzausschuss auf dem Laufenden halten. Auf Basis dieser Auskünfte will das Parlament dann weitere Schritte in die Wege leiten. Dies wird allerdings erst nach der Neuwahl der Gemeindevertretung, die am 15. März im Rahmen der Hessischen Kommunalwahlen stattfindet, geschehen.

(Text: jedö)