
Nach Jahrzehnten des Austauschs und der Begegnungen hat die Beziehung zwischen Obertshausen und der spanischen Stadt Caravaca de la Cruz nun eine neue, offizielle Qualität erreicht. Im Sitzungssaal des Rathauses unterzeichneten Vertreter beider Städte feierlich eine Freundschaftsvereinbarung. Anlass war der Besuch einer Delegation aus Südspanien, die auf Einladung der Stadt Obertshausen angereist war.
Für einen besonderen Moment sorgte Bürgermeister Manuel Friedrich gleich zu Beginn des Empfangs, als er seine Gäste auf Spanisch begrüßte und ihnen ein herzliches „Bienvenidos a Obertshausen“ zurief. In seiner Ansprache machte Friedrich deutlich, dass die Unterzeichnung weit mehr sei als ein formeller Akt. Sie markiere den Beginn eines neuen Kapitels der Zusammenarbeit und stehe für gelebte europäische Verbundenheit – gerade in Zeiten, in denen Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt wichtiger denn je seien.
Der Bürgermeister erinnerte an die lange Geschichte der Beziehungen, die bis in die 1960er-Jahre zurückreicht, als viele Menschen aus Caravaca nach Deutschland kamen.
Besonders der Spanische Elternverein habe über Jahrzehnte hinweg dafür gesorgt, dass der Kontakt lebendig blieb. Intensive Begegnungen habe es vor allem zwischen 1983 und 2006 gegeben, später folgten nahezu jährlich Besuche von Delegationen, Pilgerreisen, Vereins- und Jugendbegegnungen. Ein persönliches Highlight für Friedrich war das Heilige Jahr 2024 in Caravaca, an dem er selbst als Pilger teilnahm. Er dankte in diesem Zusammenhang Pfarrer Hoffmann, der die Pilgerreisen seit vielen Jahren veranstaltet und Luis Galvez, der sich seit den 80er Jahren für die Kontakte zu seiner Heimatstadt einsetzte.
Auch Bürgermeister José Francisco García Fernández aus Caravaca de la Cruz betonte in seiner Rede die Kontinuität der Verbindung. Seit über 40 Jahren gebe es nahezu durchgängig Kontakte in den Bereichen Sport, Kultur, Musik, Folklore und insbesondere durch die regelmäßigen Pilgerfahrten. Viele Bürgerinnen und Bürger Caravacas hätten in Obertshausen in schwierigen Zeiten eine neue Perspektive gefunden, wofür man bis heute dankbar sei. Der Name Obertshausen genieße in Caravaca große Sympathie, lange vor Besuchen werde dort gefragt, wann die Gäste aus Deutschland wieder kämen. Beide Bürgermeister zeigten sich überzeugt, dass die Freundschaftsvereinbarung künftig nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch gesellschaftlich, kirchlich und wirtschaftlich neue Impulse setzen werde. Grundlage dafür seien die vielen Menschen, die diese Verbindung über Jahre getragen haben. Entsprechend galt der Dank zahlreichen Engagierten, die den Austausch begleitet und ermöglicht haben.
Auf die Gäste wartete ein abwechslungsreichen Besuchsprogramm und das feste Versprechen eines baldigen Wiedersehens – diesmal in Caravaca de la Cruz. Die neue Freundschaftsvereinbarung soll dabei als Fundament für viele weitere gemeinsame Kapitel dienen.
(Text: ah)
