Gesundheitsamt Frankfurt erweitert Angebot für junge Menschen: FORT-Beratungsbus geht an den Start

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Sie haben den FORT-Beratungsbus präsentiert (v.l.): Dr. Christiane Schlang vom Gesundheitsamt, Sozial- und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl und Gesundheitsamtsleiter Prof. Peter Tinnemann. (Foto: Bernd Kammerer)

Knoten im Bauch, Gerümpel im Kopf, Vulkan in der Brust: Viele junge Menschen in Frankfurt am Main erleben psychische Belastungen und bleiben damit oft erst einmal allein.

Der FORT-Beratungsbus kommt dorthin, wo Jugendliche und junge Erwachsene in Frankfurt sind: auf Schulhöfe, in Parks und an Jugendzentren. Das Angebot ist kostenlos und vertraulich. Junge Menschen können den Beratungsbus ganz unkompliziert und ohne Voranmeldung aufsuchen. „FORT“ steht für „FRAME vor Ort“. Es ist Teil des Projekts „Frankfurt Mental Health (FRAME)“, das darauf abzielt, die psychische Gesundheit junger Menschen zu stärken, über Hilfsangebote zu informieren und den Zugang zu professioneller Unterstützung so niedrigschwellig wie möglich zu machen, bevor sich Belastungen verfestigen oder psychische Erkrankungen chronisch werden. Das Angebot richtet sich an alle Frankfurterinnen und Frankfurter zwischen 15 und 23 Jahren, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Lebenssituation.


Hilfe direkt im Alltag anbieten

„Die Stadt sorgt dafür, dass Menschen nicht mehr nach Hilfe suchen müssen – wir bieten sie aktiv an, direkt im Alltag. Das ist eine echte Zeitenwende in der Frankfurter Sozial- und Gesundheitspolitik. Wir investieren damit in die soziale Balance der Zukunft“, sagt Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit.

Dass das Gesundheitsamt dafür bewusst neue Wege geht, betont Prof. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt am Main: „Als Gesundheitsamt wollen wir nicht warten, bis aus ersten Anzeichen handfeste Erkrankungen werden. Der FORT-Beratungsbus bringt Informationen und Beratung dahin, wo junge Menschen sind und macht es leichter, ins Gespräch zu kommen. Genau das ist ein wichtiger Teil moderner öffentlicher Gesundheitsarbeit.“

Konzipiert und aufgebaut wurde FORT im Gesundheitsamt von Dr. Christiane Schlang, Leiterin der Abteilung Psychische Gesundheit, und ihrem Team. Aus ihrer Sicht ist ein zentraler Grund für späte oder ausbleibende Hilfe, dass viele Betroffene zu lange zögern. „Obwohl die meisten psychischen Erkrankungen bereits vor dem 25. Lebensjahr beginnen, bekommen viele Betroffene erst spät oder gar keine passende Hilfe“, sagt Schlang. „Oft, weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Oder weil sie denken, sie seien ‚nicht krank genug‘, um Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Der FORT-Beratungsbus soll diese Schwelle senken, mit einem Angebot, das auf Wunsch auch anonym genutzt werden kann.

Wie der Bus aussehen, was er bieten und welche Orte er anfahren soll, wurde gemeinsam mit jungen Menschen aus der Stadt erarbeitet. „Cool“ und „cosy“ sollte er sein und zugleich die Seriosität des Angebots vermitteln. Im Bus gibt es Raum für vertrauliche Einzelberatungen, außerdem Info- und Mitmachaktionen, Aufklärungsmaterialien und bei Bedarf die Vermittlung in weiterführende Unterstützungs- und Hilfsangebote.

“Menschen stark machen”

Gefördert wird FORT von der Crespo Foundation und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. „Psychische Gesundheit junger Menschen zählt zu den zentralen Anliegen der Crespo Foundation – ganz nach ihrem Motto: Menschen stark machen. Wir unterstützen den FORT Beratungsbus, weil er zu den jungen Menschen kommt. Jugendliche haben ihn aktiv mitgestaltet und so zu einem Ort gemacht, den sie tatsächlich betreten wollen. Genau dieser niedrigschwellige Zugang macht den Beratungsbus so wirksam,“ sagt Prof. Christiane Riedel, Vorstand der Crespo Foundation.

Auch Prof. Frank E.P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, betont die Bedeutung des Projekts für Frankfurt: „Psychische Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, eine freie persönliche Entwicklung und Resilienz, gerade im jungen Erwachsenenalter. Der FORT-Beratungsbus bringt Unterstützung aufsuchend, niedrigschwellig und vertrauensvoll dorthin, wo junge Menschen sich aufhalten. Genau solche präventiven Angebote brauchen wir, um frühzeitig die psychische Gesundheit junger Menschen in Frankfurt zu stärken, bevor sich ernsthafte Erkrankungen manifestieren, die mit erheblichen Belastungen für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie langfristig auch mit hohen sozialen und wirtschaftlichen Folgekosten für die Gesellschaft verbunden sind.“

Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das unabhängige Institut für Soziale Infrastruktur (ISIS). Es stellt sicher, dass das Projekt wirksam, praxisnah und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Hintergrund

Die Crespo Foundation ist eine gemeinnützige private Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie wurde 2001 von der Psychologin und Fotografin Ulrike Crespo (1950 bis 2019) gegründet. Die Crespo Foundation tritt dafür ein, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt zu leben und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Mit ihren Programmen und Förderungen schafft die Crespo Foundation Angebote und Möglichkeitsräume, in denen Menschen ihr Potenzial entfalten können. Weitere Informationen finden sich unter crespo-foundation.de.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft engagiert sich tatkräftig für die Menschen in Frankfurt am Main. In den Bereichen Bildung, Kultur, zivilgesellschaftliches Engagement und Demokratie, Wissenschaft, Technik, berufliche Bildung und Soziales realisiert und unterstützt sie Projekte, die die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen fördern und die Teilhabe an der Gemeinschaft stärken. Mit ihrer Sonderförderlinie „Psychische Gesundheit“ trägt die Stiftung zudem gezielt dazu bei, präventive und niedrigschwellige Angebote in Frankfurt zu stärken und die psychische Gesundheit der Stadtgesellschaft nachhaltig zu fördern. Weitere Informationen finden sich unter sptg.de.

Weitere Informationen über den FORT-Beratungsbus gibt es auch unter Pressebereich | Stadt Frankfurt am Main.

(Text: PM Gesundheitsamt Frankfurt)