Offenbach: Starke wirtschaftliche Entwicklung bei klarer Serviceausrichtung

Kaiserleibrücke von Frankfurt nach Offenbach am Main mit Offenbacher Mainufer am Kaiserleikreisel. (Foto: Dontworry auf WikimediaCommons)

Jahresbericht 2025: Höchster Stand an Arbeitsplätzen seit 51 Jahren, Rekord bei Gewerbesteuer

Der Wirtschaftsstandort Offenbach am Main entwickelt sich entgegen dem bundesweiten Trend weiterhin positiv. Mit 53.710 Arbeitsplätzen gab es Mitte 2025 so viele Jobs wie seit 51 Jahren nicht mehr in der Stadt Offenbach. Gleichzeitig erzielte die Stadt mit 135 Millionen Euro einen neuen Rekord bei den Gewerbesteuereinnahmen.


„Wir haben 2025 – in einem Jahr weltweiter Krisen – messbare Erfolge erzielt, die Offenbach nachhaltig voranbringen“, sagte Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Felix Schwenke bei der Vorstellung des Berichts am 29. Januar 2026. „Damit haben wir einen jahrzehntelangen Abwärtstrend endgültig und eindeutig durchbrochen. Das zu schaffen war alles andere als selbstverständlich – aber unser Signal ist auch klar: wir ruhen uns nicht aus, Serviceorientierung, Verlässlichkeit, Erreichbarkeit, schnelle Genehmigungen bleiben unser Selbstanspruch.“ Noch vor einem Jahr konnte für 2025 eine stagnierende oder rückläufige Entwicklung nicht ausgeschlossen werden, nach dem positiven Ergebnis von 2024. Umso deutlicher zeigten die aktuellen Zahlen, dass die klare wirtschaftspolitische Strategie der Stadt greife, betonte der OB. Zwar liegt die Beschäftigtendichte mit 36,9 Prozent weiterhin unter dem Wert früherer Jahrzehnte, dennoch zeigen auch hier jetzt alle Daten nach oben. Und es sind die letzten Arbeitsmarktdaten ohne jeglichen Arbeitsplatz etwa von Samson, Lorenz Snacks, BYD, BioSpring oder Pan Dacom, deren Ansiedlungen bereits gesichert sind. Auch die Beschäftigtendichte wird damit weiter zunehmen. „Diese Entwicklung hilft am Ende ganz konkret den Bürgerinnen und Bürgern in Offenbach“, so Schwenke. Die neusten verfügbaren Arbeitsmarktdaten sind für den Stichtag 30. Juni, Stichtag für den Jahresbericht der Wirtschaftsförderung und die Gewerbesteuer ist der 31. Dezember.

Zukunftsbranchen stärken den Standort

Besonders sichtbar wird der wirtschaftliche Aufschwung auf dem Innovationscampus. Dort errichtet die SAMSON AG ihren neuen Hauptsitz: Die „Fabrik der Zukunft“ gilt als eines der größten Industrieprojekte, die derzeit in Deutschland realisiert werden. Rund 2.000 Mitarbeitende und neue Produktionsstätten ziehen bis Ende 2026 auf das frühere Clariant-Gelände. „Seit Oktober 2025 arbeiten dort wie geplant die ersten Beschäftigten und seitdem sind die Stellungsregler, ein zentrales Produkt im SAMSON-Portfolio, vollständig made in Offenbach“, freute sich Schwenke. Das Projekt erregt bundesweit Aufmerksamkeit und wurde im November als Best-Practice-Beispiel für erfolgreiche Bauprojekte in der ARD-Sendung „Plusminus“ vorgestellt.

Darüber hinaus stärken weitere Zukunftsbranchen den Standort: BioSpring feierte im Juli 2025 den Spatenstich für eine neue biotechnologische Produktionsstätte, die ausschließlich neue Arbeitsplätze schafft. Die Pan Dacom-Gruppe hat ein Grundstück zwischen Hafen und Kaiserlei gekauft und plant ihr Wachstum in ihrer neue Firmenzentrale im Hafen Offenbach. Lorenz Snacks GmbH & Co KG ist ins Kaiserlei-Viertel gezogen und der Automobilhersteller BYD verlegt seine Deutschland-Zentrale nach Offenbach. „Diese Beispiele zeigen: Der Aufschwung als Ergebnis unserer lösungs- und serviceorientierten Standortpolitik ist real“, so Schwenke. Zur städtischen Strategie zähle auch die Digitalisierung der Bauantragsverfahren, die seit April 2025 Zeit und Kosten spare.

Enorme positive Umbrüche stehen für das Kaiserlei-Viertel an: Für das ehemalige KWU-Areal gibt es nach jahrzehntelangem Stillstand und vielen intensiven Gesprächen eine verbindliche Lösung: Die ABG Frankfurt Holding GmbH hat das Gelände im Herbst von der Adler-Group gekauft, um dort das neue Kaiserviertel mit im Wesentlichen Wohnen und entlang der Strahlenberger Straße Büros und Hotel zu errichten. Damit ist auch der Weg frei für die Aufwertung des Goetherings zwischen Main und Berliner Straße als Allee. Zudem wurde der Erwerb des Grundstücks für den Park am Nordkap im Kaiserleigebiet abgeschlossen, Pan Dacom hat das Grundstück zwischen Hafen 2 und Messeparkhaus erworben. „Damit ist nun gesichert, dass das Kaiserlei-Viertel im Jahr 2030 völlig anders und nochmals erheblich hochwertiger als heute schon aussehen wird.“ ist OB Schwenke erleichtert über die Fortschritte in diesem Jahr.

„Vernetzt denken und gemeinsam handeln – dieses Leitmotiv hat unsere Arbeit auch 2025 geprägt“, unterstrich Božica Niermann, Leiterin des Amtes Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Ob am Innovationscampus, im Kaiserlei-Viertel, mit dem Circle Hub im Rockywood, der IHK Offenbach oder dem Verein Offenbach offensiv e.V.: „Die enge und vertrauensvolle Kooperation mit starken Partnern zeigt messbare Fortschritte und ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Offenbach.“ Jüngstes Beispiel dafür sei die Kampagne „Home OF Headquarters“, die kürzlich auf dem LinkedIn-Kanal der Wirtschaftsförderung startete: „Die Interviewreihe stellt Unternehmen vor – wie zum Auftakt die WIBank, die Förderbank des Landes Hessen –, die den Standort Offenbach prägen und zu schätzen wissen“, berichtete Niermann. OB Schwenke lobt ebenfalls die gute Zusammenarbeit in Offenbach für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt: „Insbesondere der IHK Offenbach danke ich sehr. Sie ist ein verlässlicher und wichtiger Partner für die Stadt. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Auch in der Innenstadt geht es weiter: Für die Station Mitte fiel Ende des Jahres die Entscheidung für einen Generalunternehmer, sodass der Umbau des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes bald starten kann. Auch das Projekt Testraum-Allee verlief sehr erfolgreich: Der kostenfreie Mietraum für innovative Geschäftsideen war vollständig ausgelastet und aufgrund der großen Nachfrage wird das Projekt bis 2027 verlängert. Der Umbau des Rathauspavillons startete ebenfalls 2025.

Ausblick 2026 für die wohl dynamischste Stadt Deutschlands

Die hohe Entwicklungsdynamik des Standorts wurde im Oktober auch extern bestätigt: Offenbach belegte Platz eins im neu entwickelten IVAR-Score der RQI Immobilien AG und wurde als dynamischste Stadt Deutschlands ausgezeichnet. „Diese Anerkennung bestätigt unseren Kurs“, so Schwenke. „Konsequente Wirtschaftspolitik, engagierte Mitarbeitende und die Fähigkeit, Projekte umzusetzen, sind die Grundlage für diesen Erfolg.“

Mit Blick auf 2026 setzt die Stadt Offenbach diesen Kurs weiter fort. Zentrale Grundlage bleibt der Masterplan, dessen Fortschreibung seit Dezember beschlossen ist: Auf seiner Basis werden die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung der Stadt bis 2045 vorausschauend gesteuert. „Gerade angesichts der knappen Flächen in der Region ist es entscheidend, langfristig zu planen und ausreichend Flächen für wirtschaftliches Wachstum bereitzustellen“, betonte der Oberbürgermeister.

Für 2026 ist im Kaiserlei-Viertel der Rückbau der ehemaligen KWU-Türme vorgesehen, um Platz für das neue Kaiserviertel zu schaffen. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wird im Februar gefasst werden.

Hyundai bekennt sich weiterhin klar zu seinem Europa- und Deutschlandstandort am Kaiserlei und will seine Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität deutlich ausweiten. 2026 plant der chinesische Automobilhersteller BYD seine neue Zentrale für den deutschsprachigen Raum im Kaiserlei. Als weltweit größter Hersteller von Elektrofahrzeugen hat das Unternehmen vor, den deutschen Markt weiter auszubauen. „Mit diesen Entwicklungen ergeben sich für Offenbach gute Chancen, vom Strukturwandel der Automobilbranche zu profitieren“, erklärte Schwenke.

Auch im Quartier 4.0 geht es 2026 weiter. Der Bau des Gymnasiums kommt voran, die Eröffnung des Fitnesscenters Basic-Fit und der Kaffeerösterei Bunca Human & Roaster in der alten Güterhalle steht 2026 an. OB Schwenke betonte abschließend: „Gemeinsam mit den Mitarbeitenden in Verwaltung und Stadtwerken werden wir auf Grundlage klarer Ziele und Strategien 2026 weiter dafür sorgen, dass Offenbach vorankommt.“

(Text: PM Stadt Offenbach)