1.000 Leute feiern auf dem Settchesball in Eppertshausen

Applaus für die Settchen: Die mittlerweile 35 Frauen und Männer große Eppertshäuser Tanzgruppe trat auf dem 53. Settchesball gleich zweimal auf. (Fotos: jedö)

Das neue Konzept des Eppertshäuser Settchesballs ist am Fastnachtsonntag aufgegangen: Zur größten Sause im Ort meldeten die Veranstalter eine ausverkaufte Bürgerhalle und registrierten zufrieden, wie ihre Änderungen gegenüber dem Vorjahr direkt Früchte trugen. Dazu blieb es friedlich und anständig, was mit Blick auf andere närrische Großereignisse am Wochenende (als etwa in der Dieburger Innenstadt ein 16-Jähriger Gewalt gegen die Polizei ausübte und dort zudem ein 33-Jähriger mehrere Frauen begrabschte) keine Selbstverständlichkeit war.


Dies vor allem ob der Dimension: Mit 1.000 Besuchern waren letztlich alle Tickets weg, die letzten davon verkauften die Gastgeber an der Abendkasse. Zuvorderst die Kolpingsfamilie Eppertshausen – unterstützt vom Eppertshäuser Chor St. Sebastian und weiteren Helfern sowie den Settchen – zeichnet für das seit 1971 stattfindende Großereignis verantwortlich. „Unsere Security hatte einen ruhigen Abend“, freute sich am Rosenmontag nach vollendetem Abbau Patricia Schledt vom Organisationsteam. In einer ersten Bilanz stellte sie fest: „Es war gut, mutig zu sein und Dinge zu verändern!“

Bestreben des diesjährigen Settchesballs war es vor allem gewesen, auch wieder ältere Generationen auf die von der Gruppe der 18- bis 30-Jährigen dominierten Veranstaltung zu locken. In dieser Absicht ergriff man verschiedene konkrete Maßnahmen. Dazu zählte der frühere Beginn und auch ein früheres erstes Set der Lieblingsband, die die Kolpingsfamilie neben DJ Vim wieder für den musikalischen Part verpflichtet hatte. Um 18.11 Uhr öffnete die Halle, ab 18.30 Uhr lockte eine „Settchen-Hour“ mit vergünstigten Getränken und bereits um 19 Uhr legte die Band los. „Die Halle hat sich schon in der ersten Stunde gefüllt“, berichtete Schledt. „Um 20 Uhr war es bereits sehr voll.“

Neu war auch, dass die 35 Settchen (darunter 15 junge Männer, Gruppe trainiert von Hannah Stumpf, Kiara Kummer und Martina Wanko Mendez) zweimal auftraten und unter dem (auch von vielen Gästen kostümtechnisch berücksichtigten) Motto „Sterne, All und Settchesball“ ihre erste Show schon um 21 Uhr ablieferten. Dies sollte jenen entgegenkommen, die am Montag arbeiten mussten und deshalb nicht zu lange bleiben konnten. Der zweite, etwas verkürzte Auftritt folgte um Mitternacht. „Insgesamt hat sich die Halle durch den früheren Beginn auch etwas früher geleert“, sagte Schledt.

Ihrem „Gefühl“ nach – statistisch erhoben wurde es nicht – seien auf den nunmehr 53. Settchesball „auch wieder mehr ältere Besucher““ gekommen. Sie konnten sich abseits des ganz großen Trubels im neu strukturierten Barbereich im hinteren Teil des großen Saals aufhalten. Erstmals gab es auch Pommes, die schließlich ausverkauft waren.

(Text: jedö)