Arbeiten für das Informationszentrum am Osthang der UNESCO-Welterbestätte Mathildenhöhe können beginnen

Mathildenhöhe in Darmstadt (Foto: lapping auf Pixabay)

Die Arbeiten am Osthang der Mathildenhöhe zum Bau eines Informationszentrums für die UNESCO-Welterbestätte Mathildenhöhe können nach den abgeschlossenen Rodungsarbeiten am Osthang beginnen. Oberbürgermeister Hanno Benz hat sich am Freitag bei den eingesetzten Polizeikräften für deren besonnene, umsichtige und professionelle Arbeit während der vergangenen beiden Tage bedankt. Dem Ordnungsdezernenten Paul Georg Wandrey sowie dem Stadtplanungs- und Umweltdezernenten Michael Kolmer dankte Benz für die Unterstützung bei der Umsetzung der mit breiter Mehrheit vom Stadtparlament gefassten Beschlüsse zum Bau des Informationszentrums: „Wir haben gemeinsam sichergestellt, dass diese seit fast einem Jahrzehnt verfolgten Beschlüsse nun umgesetzt werden können.“ Benz sprach zudem „den friedlich gegen den Bau Protestierenden am Osthang“ seine Anerkennung aus.


„Friedlicher Protest ist, was unser demokratischer Rechtsstaat bei unterschiedlichen Auffassungen vorsieht und das wurde am Osthang zumeist umgesetzt“, so der Oberbürgermeister, der jedoch den Fund einer am Osthang aufgefundenen Propangasflasche, die zwar ungefüllt, aber mit Nägeln bespickt war, erneut scharf verurteilte. „Das hat die Grenzen legitimen Protestes klar überschritten.“

Kontinuität und demokratische Legitimation

Die Entscheidung für ein Informationszentrum wurde im Jahr 2016 gefasst. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Informationszentrum als zentraler Baustein der Welterbe-Vermittlung verankert, um Service, Orientierung und Bildungsangebote zu bündeln. „Diese Entscheidung wurde getroffen lange vor der Anerkennung der Mathildenhöhe als Welterbe und seitdem konsequent, fachlich fundiert und zielgerichtet geplant, sowohl von den politischen Verantwortlichen als auch der Verwaltung unter Beteiligung des Welterbe-Beirates sowie der ICOMOS, der Berater-Organisation der UNESCO.“ „Dieses Projekt ist das Ergebnis eines langjährigen, demokratischen Prozesses und wird von einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Stadtverordnetenversammlung getragen“, rief Benz am Freitag noch einmal in Erinnerung. Der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass sein Amtsvorgänger Jochen Partsch noch kurz vor Ende seiner Amtszeit für den 9. Mai 2023 zu einem Präsentations- und Informationsabend in das Foyer der Hochschule Darmstadt am Olbrichweg eingeladen hatte: „Mit markanter Architektur in heutiger Sprache dem historischen Anspruch gerecht werden“, ließ sein Amtsvorgänger damals dazu verlauten. Von einem jüngst in die Diskussion eingebrachten Kulturzentrum sei damals nicht die Rede gewesen.

Faire Perspektiven für die Initiative OHA e.V.

Der Oberbürgermeister und Kulturdezernent wies erneut darauf hin, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt der Kulturszene mit dem Standort im Pallaswiesen-/Mornewegviertel eine neue, weitreichende Perspektive anbiete.
„Wir sind weiterhin bereit, die Kosten für den Umzug der Main-Hall in Höhe von rund 70.000 Euro zu übernehmen, und sind zuversichtlich, dass es zu einer vertraglichen Einigung mit dem OHA e.V. kommen wird. Klar ist dabei aber auch: Das Gebot der Gleichbehandlung gegenüber allen Darmstädter Kulturschaffenden muss gewahrt werden. Dies ist eine Frage der Gerechtigkeit und Fairness innerhalb der gesamten Kulturszene“, so Benz. Es gelte von jetzt an, gemeinsam nach vorne schauen und Darmstadt als Raum für Tradition und Experiment gleichermaßen zu stärken.

Informationszentrum als Chance für unsere Stadt und die Region

Das entstehende Informationszentrum biete die Chance, als neues Tor zum UNESCO-Welterbe wahrgenommen zu werden und als Ort, an dem Kultur erlebt werden könne.

Das Informationszentrum werde barrierefrei, kompakt und klar strukturiert gebaut, so dass mehr Menschen Zugang zum Welterbe Mathildenhöhe erhalten. Gerade für Schulklassen, internationale Gäste und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen schaffe das Haus einen niedrigschwelligen Einstieg: Orientierung, Hintergrundwissen, Bildungsprogramme und praktische Infrastruktur an einem Ort. Dies wäre an keinem anderen Standort in dieser Qualität möglich gewesen. Das Informationszentrum biete zudem Chancen über die Stadtgrenzen hinaus, gerade in der engen Vernetzung mit weiteren touristischen Attraktionen wie den benachbarten Welterbestätten Grube Messel und Kloster Lorsch. Das Informationszentrum sei „ein weiterer wichtiger Baustein, um Darmstadts Profil als wissenschaftliches und kulturelles Zentrum international noch sichtbarer machen.“

Oberbürgermeister Hanno Benz benannte am Freitagnachmittag auch die zunächst anstehenden weiteren Schritte am Osthang: „Die nächste Woche steht im Zeichen weiterer Bauvorbereitungen. Es werden Baggerschürfe erstellt, um die Gründung des Informationszentrums am Osthang zu verifizieren, was bislang mit den Bäumen auf dem Gelände so nicht möglich war“, so Benz. Zudem werde die Fläche mit Schotter befestigt, um dann dort einen Kran einzubringen. Außerdem stehe der Rückbau der Main-Hall an, der voraussichtlich bis zum 20. März beendet sein soll.

Das städtische Kulturinstitut Mathildenhöhe hat im Internet eine Themenseite geschaltet, die ab sofort unter www.mathildenhoehe.de/welterbestaette/Informationszentrum die wichtigsten Fakten zum Bau des Informationszentrums am Osthang bereithält.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)